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Untersuchungsmethoden

Wie Ärzte Darmkrebs aufspüren

Viele Patienten nehmen die Darmkrebs-Früherkennung nicht wahr. Manche aus Gedankenlosigkeit, andere aus Furcht. Doch gerade dazu besteht kein Anlass: Die normale Früherkennung ist unkompliziert und schmerzlos. Unangenehmer ist die Darmspiegelung, die Experten Risikopatienten empfehlen. Die Computertomographie kann hier eine Alternative sein: Sie findet ohne Schlauch statt.

Die normale jährliche Früherkennung, die ab einem Alter von 50 Jahren Kassenleistung ist, besteht aus einem Test auf verstecktes Blut im Stuhl und der Austastung des Enddarms. Für den Test auf verstecktes (okkultes) Blut muss der Patient einzig ein wenig Stuhl auf eine kleine Pappkarte streichen. Am besten holt er sich das Testbriefchen schon vor der Untersuchung und bringt es zum Arzttermin mit. Macht er den Test erst nach der Untersuchung, versäumt er leicht, ihn nachher abzugeben.

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Während der Tastuntersuchung möglichst nicht verkrampfen

Bei der Austastung des Enddarms fühlt der Arzt mit dem Finger nach Schleimhautvorwölbungen (Polypen) oder Tumoren. Manche Patienten mögen dies als peinlich empfinden. Doch für den Arzt ist die Untersuchung reine Routine. Je weniger der Patient verkrampft, desto schneller wird er sie erledigen können. Ist der Beckenboden entspannt, bereitet die Untersuchung normalerweise auch keine Schmerzen. Während des Austastens trägt der Arzt einen dünnen, eingefetteten Handschuh.

Die Bauchdecke tastet der Arzt ebenfalls ab: Sollten sich im vorderen Darmbereich Tumore befinden, kann er sie auf diese Weise manchmal spüren. Mit Hilfe des Stethoskops stellt er zudem fest, ob die Darmgeräusche normal klingen oder Hinweis auf eine Erkrankung geben.

Mittels Koloskopie kann der Arzt direkt in den Darm schauen

Wenn der Test auf verstecktes Blut positiv ist oder im Enddarm Polypen zu spüren sind, schickt der Hausarzt den Patienten zur Darmspiegelung zu einem Gastroenterologen (Magen-Darm-Spezialist). Für den Patienten sollte dies jedoch kein Grund zur Panik sein: In 95% der Fälle ergibt die Darmspiegelung (Koloskopie) laut Felix-Burda-Stiftung (
www.darmkrebs.de) keinen ernsthaften Befund.

Eine Koloskopie kann auch als reine Vorsorge dienen. Experten raten jedem Patienten über 55 Jahren zu dieser Untersuchung. Zu bedenken ist nämlich: Bei immerhin 30-50% aller US-Bürger über 50 Jahren finden sich Polypen im Darm. In Deutschland liegt der Anteil vermutlich in einem ähnlichen Bereich.

Bei der Koloskopie führt der Arzt einen biegsamen, etwa 1,5 Meter langen Schlauch (Endoskop) über den After in den Darm ein. Das Endoskop ist mit einem optischen System ausgestattet, so dass der Arzt die Darmwand genau erkennen kann. Spürt er eine Veränderung auf, führt er durch einen Arbeitskanal ein kleines Instrument und entnimmt eine Gewebeprobe (Biopsie). Über den Arbeitskanal lassen sich auch kleinere Darmpolypen sofort entfernen.

Nach der Koloskopie braucht der Patient Erholung

Die Untersuchung ist für den Patienten verhältnismäßig aufwändig: Einen Tag zuvor muss er vier Liter Abführlösung trinken, bis der Darm nur noch klare Flüssigkeit ausscheidet. Die intensive Darmreinigung ist notwendig, damit der Arzt den Darm ungestört betrachten kann und sich keine Stuhlreste vor das Endoskop schieben.

Häufig erhalten die Patienten vor der Koloskopie ein Beruhigungsmittel, so dass sie sich hinterher am besten noch ein wenig in einem Ruheraum der Praxis ausruhen. Es ist zudem ratsam, sich abholen zu lassen, denn leichtes Schwanken ist durchaus noch möglich. Auto fahren ist selbstverständlich tabu.

Blutung und Perforation bei der Darm-CT nicht möglich

Zu bedenken ist auch, dass die Koloskopie mit einigen Risiken verbunden ist. Möglich sind - wenn auch nur in sehr seltenen Fällen - Blutungen, Verletzungen der Darmschleimhaut und ein Durchstoßen (Perforation) der Darmwand. Für manchen Patienten stellt sich also die Frage, ob er sich nicht lieber für eine Computertomographie (CT) entscheidet. Denn Komplikationen treten während dieser Untersuchung so gut wie gar nicht auf, da der Darm nicht angerührt wird. Das hat auch den Vorteil, dass der Patient kein Beruhigungsmittel braucht. Er kann nach der Untersuchung sofort nach Hause gehen.

Die Röntgenuntersuchung des Darms mit Kontrasteinlauf, die in den 70-er Jahren noch üblich war, gilt heute als überholt: Sie wurde weitgehend durch die Koloskopie abgelöst.


Autor: Springer Medizin
Stand: Mar 7, 2007


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