
Vorteile der CT
Darm-CT: Krebs-Vorsorge ohne Schlauch
Untersuchungen, mit denen sich Krebs früh erkennen lässt, sind ein Segen. Darüber herrscht Einigkeit. Viele Patienten schrecken trotzdem vor einer Vorsorge-Untersuchung zurück: Zu aufwändig, zu unangenehm und oft auch zu schmerzhaft ist ihnen die Darmspiegelung. Die Mehrschicht-Computertomographie kann jedoch eine Alternative sein: Sie kommt ganz ohne Schlauch aus.
Bei der Computertomographie (CT) entsteht das räumliche Bild durch einen mit Röntgenröhre und Detektorsystem ausgestattetem Ring, der in hoher Geschwindigkeit um den Patienten rotiert. Das macht die Untersuchung auch gefahrlos: Da der Arzt nicht mit einem Gerät in den Darm (Kolon) eindringt, sind Verletzungen der Schleimhaut, Blutungen oder eine Perforation (Durchbruch) der Darmwand ganz ausgeschlossen.
Hinzu kommt: Die Darm-CT (virtuelle Koloskopie) dauert nur 15 Minuten, danach darf der Patient sofort nach Hause gehen. Die Darmspiegelung (Koloskopie) dagegen dauert mitunter bis zu einer Stunde, denn nicht immer kann der Arzt auf den ersten Blick eine präzise Diagnose stellen.
Aufnahme ist immer komplett
Aber nicht nur der Komfort, auch einige diagnostische Gründe sprechen für die Mehrschicht-CT: Sie ermöglicht dem Arzt einen Blick in den gesamten Darm (Kolon). Bei einer Koloskopie aber kann der Arzt mit dem etwa 1,5 Meter langen Schlauch gar nicht immer die ganze Darmstrecke untersuchen. Manchmal trifft er auf eine Verengung (Stenose), gelegentlich gelangt er nicht um eine der vielen Windungen des Darms.
Die Erfahrung des Arztes fällt nicht so sehr ins Gewicht
Zu bedenken ist auch: Mit der Mehrschicht-CT kann der Arzt auch hinter die Falten des Darms schauen. Deswegen ist die CT relativ unabhängig von der diagnostischen Erfahrung des Untersuchers, wie auch eine Studie von Dr. Roman Fischbach vom Institut für klinische Radiologie an der Universität Münster ergeben hat. Der CT-Experte testete an einem modernen Siemens CT die Genauigkeit der Dickdarm Computertomographie. In dieser Studie konnte gezeigt werden, dass mit der CT-Darmuntersuchung Polypen ähnlich sicher wie mit der Koloskopie gefunden werden können.
Auch Tochtergeschwüre sind zu erkennen
Außerdem gewährt die Computertomographie einen Blick über die Darmwand hinaus. Der Arzt kann etwa sehen, ob ein Darmpolyp - in 90% der Darmkrebs-Fälle Vorläufer des Tumors - an der Außenwand des Kolons schon Veränderungen hervorgerufen hat. Auch lassen sich in der virtuellen Koloskopie andere Organe im Bauchraum beurteilen. So gibt die CT etwa Aufschluss darüber, ob ein Darmkrebs bereits Tochtergeschwüre (Metastasen) in der Leber gestreut hat.
Studie: Größere Polypen lassen sich zu 93% aufspüren
Sicherlich, wenn feststeht, dass ein Patient größere Darmpolypen oder einen Tumor hat, ist meistens eine Gewebeentnahme oder Polypenentfernung notwendig - und die ist nur mit der Koloskopie möglich. Möchte der Arzt aber erfahren, ob der Patient überhaupt Polypen hat, die entarten könnten, ist die Computertomographie sehr sinnvoll. Dies bestätigte auch eine Studie der New York University mit 59 Patienten: Polypen von kritischer Größe wurden mit der Mehrschicht-CT in 93% der Fälle aufgespürt, berichteten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Radiology (2, 2002).






