Sport und Bewegung
Auch bei CML verbessert Bewegung Fitness und Lebensqualität
Bis vor wenigen Jahren sollten Leukämie-Patienten von körperlicher Aktivität eher absehen, um kein Blutungsrisiko einzugehen. Heute wird auch ihnen zu Bewegung geraten ? in der richtigen Dosierung.
Körperliche Aktivität ist eine Grundvoraussetzung für die Gesundheit und das Wohlbefinden von Menschen. Sport und Bewegung können das Erkrankungsrisiko bei Lungen-, Brust-, Darm-, Bauchspeicheldrüsen- und Gebärmutterkrebs senken, den Behandlungserfolg verbessern und das Rückfallrisiko vermindern. Dennoch galt bis vor wenigen Jahren, dass körperliche Aktivität für Leukämie-Patienten ein zu hohes Risiko darstelle. Insbesondere Störungen der Blutgerinnung etwa aufgrund einer verringerten Zahl von Blutplättchen wurden als Gefahrenquelle angesehen.
Diese Auffassung ist mittlerweile jedoch revidiert worden. Selbst während der Hochdosis-Chemotherapie im Vorfeld einer Knochenmarktransplantation werden heutzutage leichte Bewegungsübungen eingesetzt, um die Patienten zu aktivieren und zu einer tieferen Atmung anzuregen. Dadurch kann die Gefahr lebensgefährlicher Lungenentzündungen verringert werden.
Körperliche Aktivität bei Leukämie:
- beugt Mangelerkrankungen aufgrund fehlender Bewegung vor
- wirkt Müdigkeit und Erschöpfung (Fatigue) entgegen
- stärkt die Skelettmuskulatur
- verbessert die Lungenfunktion
- verbessert die Lungenfunktion
- stärkt die Körperabwehr (Immunsystem)
- fördert das Selbstvertrauen, den Mut zur Bewegung und das Selbstwertgefühl
- bringt die Patienten in Kontakt mit anderen Menschen
Sport und Bewegung stellen somit einen Weg dar, auf dem die Betroffenen gegen ihre Erkrankung aktiv werden und Selbstbestimmung zurückgewinnen können.
Geeignete Aktivitäten bei Leukämie
Bei Leukämie werden grundsätzlich Ausdauersportarten empfohlen. Dazu zählen insbesondere Radfahren, Wandern, Nordic Walking und Gymnastik. Diese Sportarten können mit entsprechenden Trainingsgeräten auch bei Klinikaufenthalten und zu Hause ausgeübt werden. Die körperliche Belastung lässt sich gut steuern und an die individuelle Leistungsfähigkeit anpassen.
Wichtig ist es, Überbeanspruchungen zu vermeiden. Das gilt in besonderem Maße, wenn die Patienten eine verringerte Zahl von Blutplättchen im Blut aufweisen. Denn dann besteht eine erhöhte Blutungsgefahr. Der Puls sollte grundsätzlich nicht über 150 Schläge pro Minute ansteigen und der Blutdruck Werte von 160 zu 100 nicht überschreiten.
Blutungen und Infektionen meiden
Die größte Gefahr für Leukämie-Patienten geht beim Sport von Blutungen und Infektionen aus. Gruppensport, bei denen es zu Körperkontakten kommt, und Sportarten, die mit Schlägen oder Stößen verbunden sein können, sollten daher nur vorsichtig und in abgeschwächter Form betrieben werden, um Blutungen zu vermeiden. Hierzu gehören Fußball, Handball, Volleyball oder Kampfsportarten. Auf Belastungsspitzen und Bewegungsformen, die zu einem starken Anstieg des Blutdrucks führen, wie etwa Krafttraining oder Gewichtheben, sollten Leukämie-Patienten eher völlig verzichten. Zudem sollten sie in Zeiten einer erhöhten Infektanfälligkeit von Besuchen im Schwimmbad und in der Sauna absehen. Bei Gruppensportarten kann die Ansteckungsgefahr durch Tragen eines Mundschutzes verringert werden.
Weitere Informationen zu Sport und Bewegung bei Krebs: www.krebshilfe.de (Die blauen Ratgeber Nr. 048. Sport und Bewegung bei Krebs)
Sport und Bewegung bei Krebs. Deutsche Kebshilfe: Die blauen Ratgeber Nr. 048, Oktober 2007
World Cancer Research Fund / American Institute for Cancer Research. Food, Nutrition, Physical Activity, and the Prevention of Cancer: a Global Perspective. Washington, DC: AICR, 2007


