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Imatinib

Großer Fortschritt in der CML-Therapie

Imatinib ist heute Standard in der medikamentösen CML-Therapie. Der Tyrosinkinasehemmer hat die Behandlung der CML deutlich verbessert. Das Medikament ist als Tablette erhältlich und einfach einzunehmen.

Imatinib ist der erste Tyrosinkinasehemmer, der in Deutschland für die Behandlung der chronischen myeloischen Leukämie (CML) zugelassen wurde. Der Wirkstoff hemmt selektiv die Tyrosinkinase Bcr-Abl, die bei CML dauerhaft aktiv ist. Seine Markteinführung stellte einen großen Fortschritt für die CML-Therapie dar.

Wie wirksam ist Imatinib bei CML?

Denn Imatinib hat die Behandlungsaussichten von Patienten mit CML enorm verbessert: 82 von 100 Patienten, deren Behandlung während der chronischen Phase der CML begann, sprachen in einer Studie sehr gut auf das Medikament an und wiesen sechs Jahre nach Beginn der Einnahme eine vollständige zytogenetische Remission auf. Nach der sechsjährigen Imatinib-Therapie waren noch 88 von 100 Patienten am Leben. Im Krankheitsverlauf konnte der Übergang der chronischen Krankheitsphase in die akzelerierte Phase oder in die Blastenkrise also sehr wirksam verhindert werden. Krankheitsrückfälle scheinen mit zunehmender Behandlungsdauer immer seltener zu werden: Nach neuesten Daten geht die CML nach 5-jähriger erfolgreicher Therapie mit Imatinib nicht mehr aus der chronischen Phase in fortgeschrittenere Krankheitsstadien über. Keine andere medikamentöse CML-Therapie kommt auf vergleichbare Ergebnisse. Imatinib ist daher zum Standardmedikament in der Behandlung der CML geworden.

Imatinib wirkt darüber hinaus auch in fortgeschrittenen Erkrankungsstadien, wie der akzelerierten Phase und der Blastenkrise. Zumeist kann die CML durch das Medikament zurückgedrängt und stabilisiert werden. Das Ansprechen ist in den fortgeschrittenen Phasen der Erkrankung allerdings nicht so dauerhaft wie in der früheren, chronischen Phase.

Im weiteren Verlauf der Erkrankung kann die Wirksamkeit von Imatinib nachlassen. Ursache der geringeren Wirksamkeit können Resistenzen der Krebszellen gegen Imatinib sein, die in fortgeschrittenen Phasen der Erkrankung häufiger vorkommen. Diese Resistenzen entstehen durch Veränderungen der Struktur des Bcr-Abl Eiweißes die verhindern, dass Bcr-Abl zuverlässig durch Imatinib blockiert wird. In solchen Fällen kann eine Erhöhung der Imatinib-Dosis oder die Gabe eines anderen Tyrosinkinasehemmers wie Nilotinib oder Dasatinib erforderlich sein.

Mögliche Nebenwirkungen

Wie bei jeder wirksamen medikamentösen Therapie können auch bei der Behandlung mit Imatinib Nebenwirkungen auftreten. Diese Nebenwirkungen sind, besonders im Hinblick auf den Schweregrad der Erkrankung, im Allgemeinen akzeptabel und können durch ergänzende Medikamente oft gebessert werden. Die zusätzliche Einnahme von Medikamenten sollte allerdings immer mit dem Arzt abgestimmt werden, da einige Substanzen die Wirksamkeit von Imatinib beeinflussen.

Beobachtet werden etwa Wassereinlagerungen im Körper (Ödeme), eine Krampfneigung der Muskulatur, die durch Magnesium- oder Kalzium-Tabletten behandelt werden kann, Hautausschlag, Durchfall und Übelkeit. Auch ist es möglich, dass Imatinib nicht nur die Vermehrung von Leukämiezellen verhindert, sondern auch die normale Blutbildung beeinträchtigt. In diesen Fällen kann es erforderlich sein, die Behandlung neu anzupassen.

Wie wird Imatinib eingenommen?

Imatinib wird in der Regel einmal täglich als Tablette eingenommen. Die Einnahme sollte möglichst zu einer größeren Mahlzeit mit einem Glas Wasser erfolgen. Patienten, die Imatinib erhalten, müssen zur Behandlung also nicht eine Klinik oder Arztpraxis aufsuchen. Sie können ihr normales Alltagsleben weiterführen, ihrer Arbeit nachgehen oder in den Urlaub fahren.

Sehr wichtig ist dabei für die Patienten, Imatinib zuverlässig jeden Tag in der vollen verordneten Dosis (in der Regel 400mg oder mehr pro Tag) einzunehmen. Denn jede Unterbrechung der Behandlung birgt die Gefahr, dass die CML wieder aufflammt und anschließend weniger gut auf die Therapie anspricht. Um das Medikament nicht zu vergessen, kann es nützlich sein, es jeden Tag zu einer festen Uhrzeit einzunehmen. Hilfreich ist es für viele Patienten, ihre Familienangehörigen, Freunde und Kollegen über die Bedeutung des Medikaments zu informieren, damit diese die Betroffenen gegebenenfalls an die Einnahme erinnern können.


Quelle: Nach Informationen der Deutschen Leukämie- & Lymphomhilfe, der Fachzeitschrift "Blood", dem European LeukemiaNet, Fachinformation zum Wirkstoff Imatinib, Stand Dezember 2007, Novartis u.a.
Autor: Jan Groh
Stand: Nov 18, 2008


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