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Therapie nicht unterbrechen

Immer am Ball bleiben: Das Wiederaufflammen der CML verhindern

Bei schweren chronischen Erkrankungen wie der CML ist die konsequente Therapie von größter Bedeutung. Eine regelmäßige Einnahme der Medikamente und Erinnerungen per SMS oder Wecker können die Therapietreue fördern.

Die Diagnose einer schweren Erkrankung wie der chronischen myeloischen Leukämie (CML) stellt einen tiefen Einschnitt im Leben der Patienten und ihrer Angehörigen dar. Für die Betroffenen und Ärzte steht im Vordergrund, zunächst die akuten Beschwerden zu behandeln und die Krankheit möglichst dauerhaft in den Griff zu bekommen.

Dabei spielt die kontinuierliche Therapie mit Medikamenten eine entscheidende Rolle, um einen möglichst optimalen Erfolg zu gewährleisten. Für die Patienten bedeutet das eine doppelte Herausforderung: Die Medikamenteneinnahme im Alltagsleben zu verankern sowie die Therapie fortzusetzen und gegebenenfalls anzupassen, falls Nebenwirkungen auftreten.

Regelmäßige Einnahme der Medikamente

Auch wenn es zunächst nach einigem Aufwand klingen mag, die regelmäßige Einnahme der Medikamente sicherzustellen ? im Alltag spielt sich zumeist rasch eine Routine ein, die kaum noch als beeinträchtigend empfunden wird. So kann es hilfreich sein, sich ein bestimmtes Einnahmeschema anzugewöhnen, beispielsweise die Arzneimittel immer zum Frühstück einzunehmen, wenn die Einnahmevorschriften dies erlauben. Auch können Patienten ihre Lebenspartner, Freunde oder Kollegen über die Notwendigkeit der regelmäßigen Behandlung informieren und diese bitten, mit an die Einnahme der Medikamente zu denken.

Erinnerung per SMS oder Wecker

Für Patienten, die ein Mobiltelefon besitzen, bietet das Internetportal Leukaemie-Online.de in Zusammenarbeit mit der Deutschen Leukämie- und Lymphom-Hilfe (DLH) einen besonderen Erinnerungsservice an. Patienten können auf der Website ihre Handy-Nummer und die Einnahmezeit für die Medikamente hinterlassen. Jeweils zum entsprechenden Zeitpunkt erhalten die Teilnehmer dann eine SMS auf ihr Mobiltelefon, die sie an die Medikamenteneinnahme erinnert. Eine weitere Möglichkeit ist ein Wecker, der jeden Tag zur Einnahmezeit läutet. Viele Mobiltelefone verfügen über Alarm- oder Weckfunktionen, die auf Reisen oder bei der Arbeit den gleichen Zweck erfüllen können.

Auf ausreichenden Vorrat achten

Betroffene sollten zudem immer einen ausreichenden Vorrat an Medikamenten im Haus haben, damit es nicht zu Engpässen kommt. Bei regelmäßigen Kontrolluntersuchungen im Abstand von einigen Wochen kann es z.B. hilfreich sein, sich vom Arzt jeweils die bis zum nächsten Termin erforderliche Arzneimittelmenge verordnen zu lassen. Zusätzlich sollte eine Reserve eingeplant werden, damit keine Medikamentenpause entsteht, falls der Arzttermin einmal verschoben werden muss.

Keine Pausen bei Reisen

Die regelmäßige Einnahme der Medikamente darf auch im Urlaub und auf Reisen nicht unterbrochen werden. Patienten, die verreisen wollen, sollten daher vor Reiseantritt den Bedarf berechnen und sich die entsprechenden Medikamente besorgen. Nach Möglichkeit sollten Arzneimittel im Handgepäck mitgeführt werden, weil sie dort weniger leicht verloren gehen. Insbesondere bei Flugreisen sind dann jedoch eventuell Sonderregelungen ? beispielsweise zur Mitnahme von Flüssigkeiten oder Injektionsnadeln ? zu berücksichtigen.

Bei Auslandsreisen kann es hilfreich oder notwendig sein, sich vom Arzt (eventuell auch auf Englisch) bescheinigen zu lassen, welche Medikamente in welcher Menge für die Behandlung erforderlich sind. Das verhindert Schwierigkeiten bei der Zollkontrolle und erleichtert gegebenenfalls die Beschaffung neuer Arzneimittel, falls es zu Verlust oder Beschädigung kommt.

Nebenwirkungen der Therapie

Gerade in frühen Krankheitsphasen, die bei CML oft nur mit relativ leichten Symptomen wie Abgeschlagenheit und Leistungsminderung einhergehen, kann bei Patienten der Eindruck entstehen, nur wenig von der Therapie zu profitieren oder durch die Behandlung aufgrund von Nebenwirkungen vielleicht sogar Nachteile zu haben. Die Betroffenen sollten sich in solchen Fällen aber vor Augen führen, dass sie an einer sehr ernsten Erkrankung leiden, die unbehandelt innerhalb weniger Jahre zum Tod führt. Medikamente ohne Absprache mit einem Arzt wegzulassen oder die Therapie ? auch nur vorübergehend ? zu unterbrechen, gefährdet den langfristigen Erfolg und sollte unbedingt vermieden werden.

Das bedeutet jedoch nicht, bei Nebenwirkungen einfach weiterzumachen wie bisher. Sprechen Sie in einem solchen Fall mit Ihrem Arzt. Denn oftmals lässt sich die Behandlung anpassen. Sowohl die Dosis als auch die Art der Medikamente können verändert und für Ihren persönlichen Fall optimiert werden. Nehmen Sie deshalb unbedingt Kontakt zu Ihrem behandelnden Arzt auf, falls Sie Schwierigkeiten mit der verordneten Therapie haben. Er wird auf die Probleme eingehen und gemeinsam mit Ihnen die bestmögliche Therapie für Sie finden.

SMS-Erinnerungsdienst für die Medikamenteneinnahme im Internet: sms.leukaemie-online.de


Quelle: Nach Informationen von:
Leukaemie-online.de, Mai 2009

Deutsche Leukämie- und Lymphom-Hilfe (DLH): Therapietreue bei CML. Auswertung einer Patientenbefragung, November 2005

Ingersoll KS, et al. The impact of medication regimen factors on adherence to chronic treatment: a review of literature. J Behav Med. 2008;31:213?24

Autor: Jan Groh
Stand: Jun 11, 2009


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