Arzt im Gespräch mit Patient

Diagnose CML - was kommt nun?

Das Leben geht weiter - auch mit der Krankheit

Die Diagnose CML ist - wie bei jedem Krebs - für fast alle Menschen zunächst ein Schock. Die Betroffenen gehen jedoch sehr unterschiedlich mit der Situation um. Informationen können dazu beitragen, Ängste abzubauen.

Leukämie - Blutkrebs - ist den meisten Menschen ein Begriff, selbst wenn sie sich nur wenig mit Gesundheitsthemen beschäftigen. Die wenigsten kennen sich jedoch genauer mit der Krankheit aus und wissen, dass Leukämie nicht gleich Leukämie ist. Die Mitteilung des Arztes, an Blutkrebs erkrankt zu sein, löst deshalb oft widersprüchliche Reaktionen aus: Es mischen sich Ängste, Unglauben, Halbwissen und Phantasien, hinzu kommen die Sorgen, Kenntnisse und Vorstellungen von Angehörigen und Bekannten.

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Ein solches Gemisch führt zu erheblicher Verunsicherung. Diese wird von jedem Menschen auf eigene Art verarbeitet. Möglichkeiten für den Umgang mit der Diagnose einer chronischen myeloischen Leukämie (CML) sind etwa: Verleugnung der Krankheit bzw. Nicht-wahr-haben-wollen, sozialer Rückzug, Ablenkung (z.B. in der Arbeit, in der Freizeit), Suche nach Zuwendung von anderen Menschen, Wut, Verzweiflung, Selbstmitleid, Gleichgültigkeit, Zusammentragen von möglichst vielen Informationen über die Krankheit und anderes mehr. Auch ein Umschlagen der Gefühle ist jederzeit möglich.

All diese Reaktionsmuster sind normal. Sie spiegeln einen Anpassungsprozess an eine ungewollt veränderte Lebenssituation wider. Die erste Zeit nach der Diagnose CML kann daher sehr belastend für die Patienten und ihr Umfeld sein. Die Behandlung der Krankheit erfolgt in der Regel bei Spezialisten, die entweder in engem Kontakt mit Kliniken stehen oder selbst Klinikärzte sind. Diese Fachleute kennen die besondere Lebenssituation ihrer Patienten, werden auf diese eingehen und können verschiedene Hilfestellungen beim Umgang mit der Krankheit leisten oder vermitteln, bis hin zur psychologischen Beratung.

Mit CML vertraut werden

CML-Patienten werden in der Regel schon bei Diagnosestellung erfahren, dass ihre Krankheit aufgrund der Fortschritte in der Therapie, beispielsweise durch die Entwicklung der modernen Tyrosinkinasehemmer, heutzutage meistens gut mit Medikamenten zu behandeln sind.

Mit den ersten Behandlungen und Kontrolluntersuchungen entwickeln CML-Patienten bald ein Gefühl für ihre Krankheit. Sie lernen die Abläufe beim Arzt oder im Krankenhaus kennen und ihre Befunde einzuschätzen. Der Arzt, Broschüren, das Internet oder der Austausch mit anderen Patienten sowie deren Angehörigen bieten eine Vielzahl von Informationen über CML und das Leben mit der Erkrankung. Diese Kenntnisse und Eindrücke vermitteln vielen Betroffenen und ihren Angehörigen das Gefühl, nicht mehr einer lebensbedrohlichen, unheimlichen Krankheit gegenüberzustehen, sondern einem belastenden, aber immer vertrauter werdenden Teil ihres Lebens.

Mehr Raum für die Gesundheit

Die meisten Menschen sind es nicht gewohnt, regelmäßig zum Arzt zu gehen und teilweise unangenehme Untersuchungen an sich durchführen zu lassen, wie es die CML erfordert. Dennoch wird die Behandlung und Kontrolle der CML-Erkrankung in der Regel nur vorübergehend die Lebensführung maßgeblich bestimmen. Denn selbst wenn Symptome aufgrund der CML bestehen, können diese durch unterstützende Behandlungsverfahren oft rasch zum Verschwinden gebracht werden. Das normale Leben geht also weiter - allerdings mit zusätzlichen Terminen, die jeder Betroffene einzuhalten versuchen sollte: die Zeiten der Medikamenteneinnahme und die Kontrollen beim Arzt.

Spricht eine CML nicht befriedigend auf die Behandlung an, kann die Krankheit für einige Zeit lebensbestimmend werden. Das gilt besonders, wenn eine Stammzelltransplantation erforderlich wird, die mit Gefahren, Belastungen und längeren Krankenhausaufenthalten einhergeht.


Quelle: Nach Informationen der Deutschen Leukämie- & Lymphomhilfe, der Fachzeitschrift "Blood", Innere Medizin (2. Auflage) von Classen M, Novartis u.a.
Autor: JG
Stand: May 12, 2009


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