
Deutsche Knochenmarkspenderdatei
Hilfe bei der Suche nach einem passenden Spender
Die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) hilft dabei, passende Spender für Knochenmarktransplantationen zu finden. Betroffene haben sie gegründet, um die "Suche nach der Nadel im Heuhaufen" zu vereinfachen.
Wenn Leukämiepatienten nur noch mit einer Stammzelltransplantation geholfen werden kann, sind sie darauf angewiesen, möglichst schnell einen passenden Spender zu finden. Die Suche beginnt zunächst innerhalb der Familie. Denn je besser die Immunmerkmale von Spender und Empfänger übereinstimmen, desto größer sind die Erfolgsaussichten des Eingriffs, und bei Blutsverwandten ist die Wahrscheinlichkeit einer guten Übereinstimmung deutlich größer als bei Fremden. Findet sich in der Familie kein passender Spender, wird die Suche auf Datenbanken ausgeweitet, in denen potenzielle Knochenmarkspender registriert sind. In Deutschland steht dafür die DKMS, die Deutsche Knochenmarkspenderdatei, zur Verfügung.
Gründung durch Betroffene
Die DKMS gibt es seit 1991. Einer ihrer Gründer war Dr. Peter Harf: Seine Ehefrau Mechtild hatte zu jener Zeit Leukämie und benötigte dringend eine Stammzelltransplantation. Bereits im Gründungsjahr konnten mehr als 68.000 potenzielle Spender registriert werden. Inzwischen ist der Bestand der DKMS auf über 1.767.522 Stammzellspender angewachsen. Dank dieser Datei kann täglich mindestens sechs Menschen im In- und Ausland mit einer Spende geholfen werden - bis Mitte 2008 gelang es insgesamt mehr als 14.853 Patienten, einen passenden Spender zu finden.
Ca. 80 Prozent finden Spender
Mithilfe der Datenbanken aus Deutschland und anderen Ländern kann heute bereits rund 80 Prozent der Patienten, die auf eine Stammzelltransplantation angewiesen sind, geholfen werden. Etwa ein Fünftel der Patienten wartet jedoch zurzeit noch vergeblich. Daher ist es weiterhin notwendig, dass sich möglichst viele Menschen als potenzielle Spender registrieren lassen. Zu diesem Zweck veranstaltet die DKMS mit Unterstützung von Privatpersonen und Unternehmen so genannte Typisierungsaktionen. Mehr als 1.350 Unternehmen haben sich bisher an solchen Betriebstypisierungen beteiligt.
Da die DKMS keine öffentlichen Gelder zur Unterstützung erhält, ist sie auf Spenden angewiesen. Bei den Betriebstypisierungen werden die Kosten von den Unternehmen oder Mitarbeitern getragen. Bei privaten Spendern betragen die Kosten für eine Ersttypisierung zurzeit 50 Euro, die entweder von den Spendern selbst oder von Paten übernommen werden. Gelingt es auf diese Weise, einen passenden Spender zu vermitteln und eine Knochenmarkspende vorzunehmen, trägt die Krankenkasse des Patienten alle damit verbundenen Kosten.
Weitere Aktivitäten der DKMS
Seit 1997 gehört die DKMS zur Mutterorganisation "DKMS Stiftung Leben Spenden". Die Stiftung unterstützt die DKMS auf vielfältige Weise. So fördert sie Forschungsprojekte zur Stammzellspende sowie -transplantation und engagiert sich in der Aufklärung, Betreuung und Nachsorge von Leukämiepatienten.
Darüber hinaus honoriert die "DKMS Stiftung Leben Spenden" mit dem "DKMS-Mechtild-Harf-Preis" jährlich herausragende Forschungen auf dem Gebiet der Erkrankungen des blutbildenden Systems sowie Initiativen, die sich um den Ausbau der Datei besondere Verdienste erworben haben. Im Jahr 2007 erhielt beispielsweise die Stiftung "Hilfe für Petra und andere" aus Georgsmarienhütte den Preis für das ehrenamtliche Engagement, weil sie sich bereits seit 13 Jahren für die DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei einsetzt und mit ihren bisher 100 Aktionen 29.953 potenzielle Stammzellspender gewinnen konnte.




