
Ernährung bei Krebs
So gesund und normal wie möglich, so angepasst wie nötig
Ernährung kann Krebs nicht heilen, doch sie spielt eine wichtige Rolle für den Gesundheitszustand und die Lebensqualität von Menschen, die an einer schweren Krankheit wie chronischer myeloischer Leukämie leiden.
Die Ernährung spielt eine herausragende Rolle für das Wohlbefinden, die Lebensqualität und die Widerstandskraft des Menschen. Das gilt in besonderem Maß für Patienten, die an einer schweren Erkrankung wie der chronischen myeloischen Leukämie (CML) leiden. Denn eine angepasste Ernährung erleichtert das Leben mit der Erkrankung entscheidend.
Allgemeine Ernährungsempfehlungen
Der Einfluss der Ernährung auf die Gesundheit ist in zahlreichen großen Studien untersucht worden. Werden die Ergebnisse dieser Untersuchungen zusammengefasst, so zeigt sich, dass nicht eine bestimmte Ernährungsform oder Diät mit den deutlichsten gesundheitlichen Vorteilen einhergeht, sondern ganz unterschiedliche Ernährungsweisen den gleichen Nutzen erbringen, solange bestimmte Richtlinien eingehalten werden.
Die Ernährung sollte demnach:
- vollwertig sein und dem Körper alle benötigten Nährstoffe sowie ausreichend Energie und Flüssigkeit zuführen
- dazu beitragen, im Rahmen des Normalgewichts möglichst schlank zu sein
- von täglicher körperlicher Bewegung begleitet sein, um einen optimalen Gesundheitseffekt zu erzielen
- nur begrenzt energiereiche Lebensmittel und möglichst keine zuckerhaltigen Getränke umfassen
- überwiegend pflanzlich sein und nur wenig rotes (Rind, Schwein, Lamm) oder verarbeitetes Fleisch enthalten
- wenig Salz und wenig oder keinen Alkohol beinhalten
- keine Nahrungsergänzungsmittel wie etwa Vitaminpräparate umfassen, sondern den Bedarf aus natürlichen Quellen decken
- nicht von Schimmel befallen sein
Bei gutem Allgemeinbefinden gelten diese Empfehlungen für Leukämie- und Krebspatienten ebenso wie für Gesunde. Darüber hinaus können bei diesen Erkrankungen jedoch spezielle Ernährungsempfehlungen hilfreich und sinnvoll sein, wenn einhergehende Beschwerden oder die Behandlung eine Anpassung der Ernährung an den jeweiligen Gesundheitszustand erforderlich machen.
Spezielle Ernährungsempfehlungen
Auch wenn die unterschiedlichsten selbst ernannten Experten es immer wieder behaupten: Es gibt bislang keine Ernährungsform, die Krebs heilen oder zurückdrängen könnte. Eine optimale Ernährung kann den Körper jedoch in den bestmöglichen Zustand versetzen, um sich den Herausforderungen der Krankheit zu stellen. Einseitige Ernährungsweisen sind daher grundsätzlich abzulehnen, weil sie den Organismus schwächen und zusätzlich belasten können.
Darüber hinaus treten bei Leukämie- oder Krebserkrankungen häufig Beschwerden auf, die einen Einfluss auf die Ernährung haben können. Zu ihnen gehören Gewichtsverlust, Appetitverlust, Übelkeit, Geschmacksstörungen, Kau-, Schluck- oder sonstige Beschwerden in Mund, Rachen und Speiseröhre, Sodbrennen, Durchfall oder Verstopfung. Jede dieser Störungen muss unter Berücksichtigung des körperlichen Gesundheitszustands und der psychischen Verfassung der Patienten individuell behandelt werden.
Der erste und beste Ansprechpartner für die Betroffenen ist immer der behandelnde Arzt. Er ist mit den Störungen vertraut und kennt die Krankengeschichte genau, so dass er eine entsprechende Therapie veranlassen und Ernährungsempfehlungen aussprechen oder gezielt von Ernährungsberatern zusammenstellen lassen kann.
Weitere detaillierte Informationen zu Ernährungsproblemen bei Krebs: www.krebshilfe.de (Die blauen Ratgeber Nr. 046. Ernährung bei Krebs)
Ernährung bei Krebs. Deutsche Kebshilfe. Die blauen Ratgeber Nr. 046, Oktober 2008
World Cancer Research Fund / American Institute for Cancer Research. Food, Nutrition, Physical Activity, and the Prevention of Cancer: a Global Perspective. Washington, DC: AICR, 2007




