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Risikofaktoren

Meist kann der Auslöser der Erkrankung nicht gefunden werden

In den meisten CML-Fällen kann kein Auslöser der Erkrankung identifiziert werden. Auch über Faktoren, die das Erkrankungsrisiko erhöhen, ist verhältnismäßig wenig bekannt.

Wie bei vielen anderen Erkrankungen sind auch bei der chronischen myeloischen Leukämie (CML) die eigentlichen Auslöser der Erkrankung weitgehend unbekannt. Auch bei den Risikofaktoren bestehen noch viele Unsicherheiten, doch für einige gilt ein Zusammenhang mit der CML als relativ sicher.

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Vererbbarkeit

Obwohl der CML Schäden am Erbgut (Philadelphia-Chromosom) zugrunde liegen, handelt es sich nicht um eine Erbkrankheit: Die Schäden werden nicht an Nachkommen weitergegeben, da nur die Körper-, nicht jedoch die Keimzellen von den Genveränderungen betroffen sind. Eltern, die an CML erkrankt sind, müssen sich deshalb keine Sorgen machen, dass sie die Krankheit an ihre Kinder weitergeben.

Geschlecht

Die Zahl der CML-Neuerkrankungen ist bei Männern etwas höher als bei Frauen. Nach den aktuellen Fallzahlen ergibt sich ein Verhältnis von etwa fünf zu drei zwischen den Geschlechtern. Auf fünf erkrankte Männer kommen also drei erkrankte Frauen. Die Ursache dieses Unterschieds ist nicht bekannt.

Lebensalter

Das Risiko, an einer CML zu erkranken, nimmt mit dem Lebensalter zu. Während Kinder und junge Erwachsene nur sehr selten erkranken, tritt die CML meistens im fünften und sechsten Lebensjahrzehnt auf. Das mittlere Alter der Betroffenen zum Zeitpunkt der Diagnose beträgt 66 Jahre.

Ionisierende Strahlung

Ein weiterer Risikofaktor für die CML stellt ionisierende Strahlung dar. Hierunter wird jede Art von Strahlung verstanden, die so intensiv ist, dass sie - ohne entsprechende chemische Reaktionspartner - zu chemischen Veränderungen an Stoffen führen kann. Zur ionisierenden Strahlung gehören z.B. Röntgenstrahlung und energiereiche Teilchenstrahlung, die bei radioaktivem Zerfall entstehen kann.

Um eine CML auszulösen, sind allerdings sehr hohe Strahlenmengen erforderlich. So wurde nach Atombombenabwürfen ein erhöhtes CML-Risiko der verstrahlten Bevölkerung festgestellt. Auch als Folge einer Bestrahlungsbehandlung etwa aufgrund einer Krebserkrankung treten vermehrt CML-Fälle auf. Normale Röntgenuntersuchungen, wie sie der Arzt vornimmt, um eine Krankheit zu diagnostizieren, erhöhen das Risiko für CML hingegen nicht.

Benzol und andere organische Lösungsmittel

Benzol und andere organische Lösungsmittel, die von Malern, Lackierern und in der chemischen sowie Druckindustrie verwendet werden, erhöhen ebenfalls das CML-Risiko. Die wichtigste Quelle für Benzol in der Umwelt stellt der Straßenverkehr dar. Er ist für etwa drei Viertel der Emissionen verantwortlich.

Rauchen

Obwohl Rauchen das Risiko für akute myeloische Leukämien deutlich erhöht, scheint dieser Zusammenhang für die chronische myeloische Leukämie nicht zu gelten. Dieser Befund ist umso überraschender, als Raucher sowohl vermehrt Benzol als auch erhebliche Mengen radioaktiver Substanzen mit dem Zigarettenrauch aufnehmen.

Infektionen

Im Gegensatz zu anderen Leukämieformen wird das Risiko einer CML zudem weder durch virale noch durch bakterielle Infektionen erhöht.


Quelle: Nach Informationen der Deutschen Leukämie- & Lymphomhilfe, Innere Medizin (2. Auflage) von Classen M, Novartis u.a.
Autor: Jan Groh
Stand: Nov 18, 2008


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