Magen-Darm-Gesundheit
Stetige Zunahme von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen
Millionen von Menschen leiden an chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. Dennoch sehen Experten dringenden Nachholbedarf in Sachen Aufklärung.
Anlässlich des diesjährigen Welttags der Magen-Darm-Gesundheit haben sich Experten auf dem jährlich stattfindenden Kongress der World Gastroenterology Organization (WGO) über die Notwendigkeit der Aufklärung zu Erkrankungen des Verdauungstrakts wie etwa chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) verständigt. CED sind chronische Erkrankungen, in deren Verlauf der Darm irreversibel geschädigt wird. CED gehen mit Symptomen wie Durchfall, Bauchschmerzen, blutigem Stuhl und eitrigen Fisteln im Darm und in der Analregion einher. Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa sind mit rund 2,5 Mio. Betroffenen die häufigsten Vertreter der chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. Als mögliche Einflussfaktoren werden Vitamin D-Mangel, Ernährung und andere umweltbedingte Risikofaktoren diskutiert.
Prof. Walter Reinisch, Experte der Europäischen Crohn and Colitis Organisation (ECCO) erklärt: „Eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung stellt eine schwere Belastung für den Patienten dar, mit Symptomen, die von Bauchschmerzen bis zu Schamgefühlen mit totalem Rückzug aus dem Sozialleben reichen. Darüber hinaus ist das Darmkrebsrisiko bei diesen Patienten zehnmal höher als bei der restlichen Bevölkerung.“
In der Vergangenheit hat gerade die Anzahl der Morbus-Crohn-Fälle deutlich zugenommen. Als besonders besorgniserregend bezeichnen Experten die Zunahme von CED bei Kindern. Aggressive Formen dieser Krankheit werden immer häufiger schon bei kleinen Kindern diagnostiziert. Außerdem wird die Erkrankung aufgrund des fehlenden Problembewusstseins in der Bevölkerung immer wieder falsch oder zu spät diagnostiziert und behandelt. Entsprechend wichtig ist es laut den Experten, den Zugang zu Informationen über CED zu verbessern. Doch damit ist es nicht getan.
„Die Situation erfordert eine schnelle Antwort und wirksame Maßnahmen auf verschiedenen Gebieten”, betonte Prof. Reinisch. Dazu gehören die Förderung von Forschungsarbeit, Bewusstseinsbildung, Ausbau der Beobachtung, unter besonderer Berücksichtigung des Ausgrenzungsproblems, sowie die Einführung europaweiter Standards für das CED-Management.”



