Hepatitisrisiko
Entwarnung für Patienten mit chronischen Darmerkrankungen
Hepatitis-Viren können zu einer chronischen Infektion mit dauerhaften Leberschäden führen. Wissenschaftler untersuchten, ob Patienten mit Morbus Crohn oder Colitis Ulcerosa besonders gefährdet sind.
Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen werden häufig mit Medikamenten behandelt, die die Aktivität des Immunsystems unterdrücken. Deshalb wird vermutet, dass die Betroffenen anfälliger für Viruserkrankungen sind. Spanische Wissenschaftler von der Universität in Barcelona gingen diesen Hinweisen jetzt nach.
Die Forscher untersuchten mehr als 2.000 Patienten, die entweder an Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa erkrankt waren. Mithilfe von Blutproben stellten die Wissenschaftler fest, ob die Probanden auch an einer Infektion mit Hepatitis B oder C litten oder eine solche Infektionskrankheit schon einmal durchgemacht hatten.
Bei knapp 10% der Studienteilnehmer konnten die Forscher eine vergangene oder aktuelle Infektion mit diesen Viren diagnostizieren. Damit lag die Erkrankungshäufigkeit bei Patienten mit den genannten chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen nicht höher als in der gesunden spanischen Bevölkerung, erklärte das Team um Studienleiterin Dr. Maria Esteve.
Dennoch sei es wichtig, dass sich gerade Risikopatienten mit chronischen Erkrankungen gegen Hepatitis B impfen ließen, betonte Dr. Esteve. Sie wies darauf hin, dass die Impfrate der Studienteilnehmer nur bei 12% lag.
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