Alzheimer
Angst vor Alzheimer trieb Gunter Sachs in den Selbstmord
Gunter Sachs ist tot. Der Fotograf und Lebemann hat sich, nach Angaben der Polizei in seinem Schweizer Chalet erschossen. Der 78-jährige hatte Angst vor der Alzheimer-Krankheit.
Gunter Sachs hat sich am Samstag wegen einer "ausweglosen Krankheit" das Leben genommen, hieß es in der Erklärung seiner Familie. Die ARD zitierte gestern aus seinem Abschiedsbrief: "Der Verlust der geistigen Kontrolle über mein Leben wäre ein würdeloser Zustand, dem ich mich entschlossen habe, entschieden entgegenzutreten". Der 78-jährige stellte selbst eine "wachsende Vergesslichkeit und die Verschlechterung seines Gedächtnisses und Sprachschatzes" fest. Ob der Unternehmer und Fotograf wirklich unter der Alzheimer-Krankheit litt oder die Krankheitszeichen selbst gedeutet hat, ist derzeit noch unklar.
Selbstdiagnose ist gefährlich
Ein Nachlassen der Merkfähigkeit ist keinesfalls mit der Diagnose Alzheimer-Demenz gleichzusetzen. Gedächtnisstörungen haben zahlreiche Ursachen - Alzheimer ist nur eine von vielen Möglichkeiten. So können z.B. Ablagerungen in den Blutgefäßen, schlechte Blutzuckerwerte, Störungen der Elektrolyte, Schlafstörungen und Suchterkrankungen die Merkfähigkeit beeinträchtigen, ohne dass eine Alzheimer-Demenz besteht. Davon abgesehen nimmt die geistige Leistungsfähigkeit in gewissem Ausmaß auch mit dem Alter ab.
Anzeichen von Vergesslichkeit oder Wortfindungsstörungen sollten aber immer zum Anlass genommen werden, den Arzt aufzusuchen. Nur der Arzt kann klären, ob überhaupt eine Störung vorliegt und welche Ursache sie hat.
Alzheimer ist nicht heilbar, aber behandelbar
Alzheimer bedeutet den Verlust geistiger Fähigkeiten. Dadurch sind Betroffene irgendwann nicht mehr in der Lage, selbstständig für sich zu sorgen. Sie sind dauerhaft auf Betreuung und Pflege angewiesen. Trotz großer wissenschaftlicher Anstrengungen lässt sich Alzheimer bis heute nicht heilen. Der Verlauf kann jedoch durch Medikamente und andere Behandlungsverfahren verzögert werden. Auch vorübergehende Besserungen des Zustands sind möglich. Darüber hinaus wurden Methoden entwickelt, die den Betroffenen und Angehörigen helfen können, besser mit den Auswirkungen der Erkrankung umzugehen. Eine besondere Unterstützung für Betroffene und Angehörige bieten Selbsthilfeangebote und -gruppen.
ARD: Gunter Sachs ist tot. Abschiedsbrief spricht von "auswegloser Krankheit“. Meldung vom 08.05.11 unter http://www.tagesschau.de/kultur/sachs102.html



