Stressbewältigung

Die Macht des Lachens

Lachen macht glücklich, befreit von Stress und verstärkt soziale Bindungen. Außerdem ist es die beste und einfachste Waffe gegen körperliche und seelische Beschwerden.

Kinder haben immer etwas zu lachen. Stolze 400 Mal am Tag prusten sie ungehemmt los. Erwachsene hingegen bringen es auf mickrige 15 Lacher am Tag; viel zu wenige, glaubt man dem Volksmund, der Lachen als beste Medizin ausgemacht hat. Unterstützung erfährt das Sprichwort von der Lachforschung, die sich in den letzten Jahren intensiv mit den Auswirkungen der ansteckendsten aller menschlichen Regungen beschäftigt hat. Dabei herausgekommen ist eine stattliche Liste an positiven Effekten, die eines klar macht: Lachen lohnt sich!

Die Physiologie des Lachens

Kaum eine andere menschliche Regung veranlasst den Körper zu solchen Höchstleistungen wie das Lachen. Stolze 17 Muskeln des Gesichts und rund 80 Muskeln des Körpers sind beteiligt, wenn wir nicht mehr an uns halten können. Die Mundwinkel werden nach oben gezogen, die Augenbrauen heben sich, die Augen werden zusammengekniffen, die Stimmbänder in Schwingung versetzt, die Atmung beschleunigt. Die Luft wird jetzt mit 100 km/h durch die Lungen gejagt, während sich die Muskulatur des Bauchraums rhythmisch bewegt. Die Skelettmuskulatur und die Muskeln der Beine wiederum haben jetzt eine Pause und entspannen sich, was dafür sorgen kann, dass man vor Lachen sprichwörtlich umkippt.

Lachen vertreibt Stress

Wer kräftig lacht, verbessert nachweislich die Sauerstoffversorgung des Gehirns. Außerdem klettert die Produktion von Glückshormonen in stattliche Höhen. Gerade der Botenstoff Dopamin wird bei der ansteckenden Gefühlsregung aktiviert. Dopamin und Endorphine sorgen für intensive Wohlgefühle, befreien von angestauten Emotionen und Aggression und verursachen einen regelrechten Glücks-Kick. Außerdem setzen die Botenstoffe biochemische Reaktionen in Gang, die das schmerzhemmende System im Gehirn aktivieren. Dieses Phänomen kommt uns vor allem bei chronischen Schmerzen wie etwa Rheuma und chronische Muskelschmerzen zugute.

Wenn der Haussegen schief hängt oder im Job der Druck steigt, ist negativer Stress nicht weit. Im Körper entsteht Adrenalin, dass das Herz schneller schlagen lässt und den Blutdruck in die Höhe schraubt. Lachen kann diesen Prozess umkehren. Die Stresshormone Cortisol und Adrenalin im Blut werden abgebaut, der Blutdruck sinkt wieder. Ein niedriger Blutdruck wiederum wirkt sich günstig auf die Herzgesundheit aus und verringert das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse wie Herzinfarkt und Schlaganfall.

Lachen aktiviert das Immunsystem

Wer häufig krank wird, sollte sich das Lachen trotzdem nicht verkneifen. Denn ein paar Lachanfälle reichen, und im Blut steigt die Konzentration von Immunglobulin A. Diese körpereigenen Abwehrstoffe setzen Viren und Bakterien schachmatt. Außerdem schützen sie vor Infektionen nach Verletzungen. Aktuelle Untersuchungen konnten zeigen, dass durch herzhafte Lacher auch die Produktion von Killerzellen angeregt wird, die in der Lage sind, Tumor- und Krebszellen zu vernichten.

Lachen will gelernt sein

Seit vielen Jahren preisen Ärzte und Psychologen einvernehmlich die positiven Effekte des Lachens auf die Gesundheit von Geist und Körper. Nicht immer lädt das Leben jedoch zum Losprusten ein. Schwere Lebensphasen oder auch stressige Situationen im Alltag können uns schon das leiseste Lächeln gehörig verleiden. Glücklich wird, wer’s trotzdem macht, denn der Körper unterscheidet nicht zwischen echten und falschen Freudenbekundungen. Damit einem das Lachen nicht im Halse stecken bleibt, bieten spezielle Kurse Nachhilfeunterricht in Sachen Humor und Lachen in jeder Lebenslage an.

Ein gelegentliches kurzes „Haha“ reicht nicht aus, um Stress purzeln zu lassen oder Schmerz in die Flucht zu schlagen. Es geht viel mehr darum, täglich intensiv zu lachen. In Lachkursen und -seminaren stecken sich die Teilnehmer gegenseitig mit ihrem Humor an und vergessen bei Lachübungen jede Zurückhaltung. Wem die Gruppensituation nicht behagt, der ist bei einem Lach-Einzelchaoching besser aufgehoben. Häufig reicht es auch schon, sich an eine lustige Situation zu erinnern. Anderen hilft es, gezielt humorvolle Bücher und Filme auszusuchen oder sich in Gesellschaft heiterer Menschen zu begeben. So oder so lohnt es sich, Humor in sein Leben zu lassen. Und wer die Königsdisziplin meistert und es schafft, über sich selbst zu lachen, kann auch die schwierigste Situation spielend bewältigen und zu neuen Perspektiven finden.


Quelle: Martina Freyer: „Lachen ist gesund! Eine ernsthafte Annäherung an das Lachen“, PSO aktuell 2/2010
Autor: Sibylle Fünfstück
Stand: Jun 24, 2010


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