Immer wieder Blasenentzündung
Was Frauen wirklich wissen wollen
Eine Blasenentzündung ist die häufigste bakterielle Infektion bei Frauen: Einmal im Leben trifft es fast jede, viele immer wieder. Dennoch sind die Betroffenen über Ursache, Verlauf und Vorbeugung überraschend schlecht informiert - das zeigt eine aktuelle Umfrage mit Apothekern.
Nicht abwarten, sondern Tee trinken
Mehr als 70 Prozent der Frauen suchen erst dann Rat in der Apotheke, wenn es beim Wasserlassen bereits schmerzt und brennt. Die Warnsignale im Frühstadium werden häufig übersehen - oder missverstanden. Die wenigsten Betroffenen wissen, dass sich eine Blasenentzündung zunächst auch durch Erkältungssymptome wie Frösteln und Mattigkeit bemerkbar machen kann. Dabei lässt sich die Zystitis in diesem Stadium meist ganz unkompliziert ausheilen: viel Trinken hilft - am besten zwei Liter täglich.
Um den erhöhten Flüssigkeitsbedarf zu decken, empfehlen über 70 Prozent der Apotheker einen Harntee. Sinnvoll sind Granulate mit Extrakten aus Goldrutenkraut, Birken- und Katzenbartblättern: Sie kurbeln die Wasserausscheidung an, krankmachende Bakterien können sich schlechter an der Blasenwand anheften - und werden auf natürlichem Weg ausgeschwemmt.
Gefahr erkannt - Gefahr gebannt
Krankheitsursache sind meist Bakterien aus der Darmflora: Durch die räumliche Nähe gelangen diese über die kurze weibliche Harnröhre in die Blase und führen dort zu Reizung und Entzündung. Leider kennen diesen Zusammenhang nach Einschätzung der Apotheker nur 40 Prozent der Frauen - dabei erklären sich auf Basis dieses Wissens ebenso einfache wie wirkungsvolle Vorbeuge-Möglichkeiten:
- Mit Toilettenpapier von vorne nach hinten wischen (verhindert die Keimwanderung).
- Häufiges Wasserlassen (erschwert die Anheftung der Bakterien in der Blase).
- Verzicht auf übertriebene Intimhygiene (erhält die gesunde Vaginalflora).
- Baumwollunterwäsche tragen (nimmt Körperfeuchtigkeit auf und ist bei 60 Grad waschbar).
- Nach sexuellem Kontakt die Blase leeren (Bakterien werden gleich ausgespült).
Nur nicht kalt erwischen lassen
Und was ist mit der so oft zitierten "Verkühlung"? Auch wenn Kälteeinwirkung nicht die eigentliche Ursache der Infektion ist, setzt dennoch jede Unterkühlung des Unterleibs die Abwehrkräfte der Blase herab - und leistet einer bakteriellen Besiedlung Vorschub. Immerhin schätzen die Apotheker, dass fast 50 Prozent der Frauen wissen, dass Wärme nicht nur die akuten Beschwerden einer Blasenentzündung lindert, sondern auch den Heilungsverlauf optimiert. Aber wissen sie auch, warum? Sind Rücken, Unterleib und Füße gut durchwärmt, weiten sich die Blutgefäße der Blasenschleimhaut - Nährstoffe und Abwehrzellen gelangen verstärkt an den Ort der Entzündung. Zusätzlich entspannt Wärme Verkrampfungen der Blasenmuskulatur und stärkt das Immunsystem.
Darüber hinaus lassen sich die körpereigenen Abwehrkräfte mit Saunabesuchen, Wechselduschen oder Bürstenmassagen ankurbeln. Auch eine ausgewogene Ernährung und ein gesunder Schlaf-Wach-Rhythmus bringen das Immunsystem auf Trab - und können so einer weiteren Blasenentzündung vorbeugen.



