Asthma und COPD
Atemwegspatienten zu selten gegen Grippe geimpft
Menschen mit Asthma und chronisch-obstruktiver Lungenkrankheit lassen sich seltener gegen Grippe impfen als Menschen mit anderen chronischen Krankheiten, so das Ergebnis einer kanadischen Studie.
Eine Infektion mit dem Influenzavirus kann Asthmaanfälle und Episoden der chronisch-obstruktiven Lungenkrankheit (COPD) auslösen. Daher empfehlen die kanadischen Gesundheitsbehörden ebenso wie in Deutschland die Ständige Impfkommission (STIKO) Patienten mit diesen Atemwegserkrankungen, sich regelmäßig jedes Jahr gegen Grippe impfen zu lassen. Diese Empfehlung gilt für alle Patienten unabhängig von der Schwere ihrer Erkrankung. Wie viele Betroffene diesen Rat befolgen und sich impfen lassen, untersuchten kanadische Forscher in einer aktuellen Studie.
Die Wissenschaftler werteten dazu die Daten einer groß angelegten Erhebung zum Gesundheitszustand der kanadischen Bevölkerung aus, bei der im Jahr 2003 über 134.000 Personen erfasst worden waren. Knapp 12.000 der Teilnehmer hatten Asthma und etwas mehr als 5.500 litten an COPD.
Nur 36% der Asthmatiker und 48% der Patienten mit COPD hatten sich im Jahr zuvor gegen Influenza impfen lassen. Bei Patienten mit anderen chronischen Erkrankungen wie Diabetes, Herzinsuffizienz und Krebs waren die Impfraten mit 53-60% deutlich höher. Die häufigsten Begründungen für ein Versäumen der Grippeschutzimpfung waren: "Ich dachte, dass ich die Impfung nicht bräuchte", "Ich bin einfach nicht dazu gekommen" und "Ich habe schon einmal eine unangenehme Reaktion auf die Impfung gehabt". Vor allem männliche, jüngere Studienteilnehmer, Raucher und Teilnehmer ohne festen Hausarzt waren nicht gegen Grippe geimpft.
Allerdings schien die Grippeschutzimpfung bei Asthmatikern keinen positiven Einfluss auf den Krankheitsverlauf zu haben. Im Gegenteil: Geimpfte Asthmatiker berichteten 1,8-mal häufiger als ungeimpfte, dass sie im zurückliegenden Monat ihre Asthmasprays anwenden mussten. Zur abschließenden Bewertung des Nutzens der Grippeschutzimpfung bei chronischen Atemwegserkrankungen sind daher aus Sicht der Studienautoren weitere Untersuchungen notwendig.
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