Welt-Nichtrauchertag 2008
Aktionen für eine rauchfreie Jugend
Am 31. Mai 2008 ist Welt-Nichtrauchertag. Unter dem diesjährigen Motto "Rauchfreie Jugend" machen namhafte Akteure für einen besseren Schutz von Kindern und Jugendlichen vor den Folgen des Rauchens mobil.
Überdurchschnittlich viele jugendliche Raucher in Deutschland
Eine europaweite Studie beweist es: Mehr Aufmerksamkeit für das Problem des Rauchens und dessen Folgen bei Kindern und Jugendlichen ist besonders in Deutschland angebracht. Denn den Auswertungen zufolge hält Deutschland einen traurigen Rekord: Jeder fünfte Junge und jedes fünfte Mädchen im Alter zwischen 11 und 17 Jahren rauchen. Unter den 13-Jährigen greift sogar jeder Vierte regelmäßig zur Zigarette. Einen vergleichbar hohen Zigarettenkonsum unter Jugendlichen gibt es innerhalb Europas nur noch in Finnland, Österreich, Tschechien und der Ukraine.
Mitverantwortlich ist die Tabakindustrie
Ein wesentlicher Grund: Trotz einer Verschärfung des Jugendschutzgesetzes, das den Verkauf von Zigaretten nur noch an Jugendliche ab 16 Jahren erlaubt, sind Kinder und Jugendliche noch immer großen Versuchungen ausgesetzt. Und zwar u.a. durch schlechte Vorbildwirkung der Erwachsenen sowie auch durch die Tabakindustrie. Mit teils subtilen Marketingstrategien wie beispielsweise dem Sponsoring von Sport- und Kulturveranstaltungen oder geschickter Produktplatzierung im TV (rauchende Helden), versucht diese, die Jugendlichen zu verführen. "Trotz Werbeverboten und Selbstverpflichtungserklärungen hat die Tabakindustrie nach wie vor junge Menschen als wichtige Kunden ihrer gesundheitsschädlichen Produkte im Blick", bestätigte Prof. Dr. Dagmar Schipanski, Präsidentin der Deutschen Krebshilfe, anlässlich einer Pressekonferenz zum Welt-Nichtrauchertag am 29. Mai 2008 in Berlin. Dass diese Strategien von Erfolg gekrönt sind, ist längst wissenschaftlich erwiesen. Ebenso bekannt sind die negativen gesundheitlichen Folgen des Rauchens und Passivrauchens im Kindes- und Jugendalter. Allein das Passivrauchen führt zu einem stark erhöhten Risiko für Atemwegserkrankungen (z.B. Asthma), Allergien, Krebs oder Herz-Kreislauf-Krankheiten.
Gesundheitsorganisationen fordern umfassenderes Tabakverbot
Die Gesundheitsorganisationen des Aktionsbündnis Nichtrauchen (ABNR) setzensich daher für ein noch umfassenderes Tabakwerbeverbot zum Schutz der Jugend ein. Weitere Forderungen bestehen in der Abschaffung von Zigarettenautomaten, in der weiteren Erhöhung der Tabaksteuer sowie in der Ausdehnung des bestehenden Rauchverbotes auf weitere Einrichtungen des öffentlichen Lebens wie Sportstätten, Einkaufszentrum, Kinderspielplätze und (konsequent!) Gaststätten. "Wie ganz neue Forschungsergebnisse zeigen, senkt kaum eine Maßnahme den Anreiz zum Rauchen für Kinder und Jugendliche so stark wie ein Rauchverbot in Gaststätten, Kneipen, Bars und Diskotheken", sagte Prof. Dr. Friedrich Wiebel, Sprecher des ABNR, auf der Pressekonferenz in Berlin.
Welt-Nichtrauchertag: Mit eigenen Aktionen gegensteuern
Anlässlich des Welt-Nichtrauchertages rufen das ABNR und die Deutsche Krebshilfe die Bevölkerung dazu auf, in ihrem beruflichen und privaten Umfeld mit eigenen Aktionen präsent zu sein und auf die Gefährlichkeit des Rauchens bei Kindern und Jugendlichen sowie des Passivrauchens in dieser Altersgruppe aufmerksam zu machen. Wie schon in den Vorjahren stellen sie kostenlos Plakate und Infobroschüren zur Verfügung, die unter www.who-nichtrauchertag.de sowie www.weltnichtrauchertag.de bestellt und beispielsweise am Arbeitsplatz oder im privaten Umfeld aufgehängt oder verbreitet werden können.









