Darmerkrankungen
Protein leistet Hilfe für Diagnose von Darmerkrankungen
Zur Unterscheidung von Darmerkrankungen mussten bisher meistens Darmspiegelungen gemacht werden. Ein kleines Protein könnte das jetzt ändern.
Ob es sich bei anhaltenden Verdauungsstörungen um ein Reizdarmsyndrom oder eine chronische Entzündung des Darms handelt wie Morbus Crohn oder Colitis Ulcerosa, darüber gibt oftmals erst eine Darmspiegelung Auskunft. Eine Prozedur, die für den Patienten nicht sehr angenehm ist. Forscher haben daher nach einer Alternative gesucht.
Dr. D. Foell und Kollegen von der Universität Münster sind scheinbar fündig geworden. Sie haben herausgefunden, dass ein von bestimmten Entzündungszellen produziertes Protein bei der Unterscheidung von Darmerkrankungen helfen kann. Das als S100A12 bezeichnete Protein kann im Stuhl der Patienten nachgewiesen werden.
Die Forscher hatten den Proteingehalt von S100A12 im Stuhl von 171 Patienten, die an verschiedenen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn, Colitis Ulcerosa, Reizdarmsyndrom und Magen-Darm-Infekten und 24 gesunden Teilnehmern gemessen. Patienten, die an einer chronischen Entzündung des Darms erkrankt waren, wiesen deutlich mehr S100A12 auf als bei diejenigen, die unter einem Reizdarmsyndrom litten oder gesund waren.
Möglicherweise kann das Protein auf diese Weise helfen, ohne Darmspiegelungen zwischen Reizdarmsyndromen und Darmentzündungen zu unterscheiden.
"Faecales S100A12 ist ein neuer, nicht invasiver Marker, der die Darmentzündung vom Reizdarmsyndrom und gesundem Darm mit hoher Sensitivität und Spezifität unterscheiden kann", erklärte Dr. Foell. Dieser einfache Test könnte Patienten und Ärzten viel Zeit ersparen.
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