Parodontitis, Parodontose - Ursachen
Ursachen
Ausgangspunkt für eine Parodontitis sind immer als „Plaques“ bezeichnete Bakterienbeläge auf den Zähnen, aus denen bestimmte Stoffe freigesetzt werden, die eine Abwehrreaktion des Körpers auslösen. Diese Reaktion erst ist es, was als Entzündung sicht- und spürbar wird. Im Grunde geschieht die Zerstörung des Zahnhalteapparats als eine Art „Kollateralschaden“ bei dem Versuch des Immunsystems, die Invasion der Bakterien einzudämmen.
Von den immerhin über 500 Bakterienarten, die in der menschlichen Mundhöhle vorkommen können, lösen nur einige typischerweise eine solche Reaktionskaskade aus. Einige der häufigeren Vertreter sind beispielsweise: Actinobacillus actinomycetemcomitans, Porphyromonas gingivalis, Porphyromonas intermedia, Tannerella forsythensis, Treponema denticola.
Es gibt verschiedene Risikofaktoren, die die Entstehung einer Parodontitis begünstigen können:
- Mangelnde Mundhygiene und falsche Zahnpflege sind die häufigsten und gleichzeitig am leichtesten zu beeinflussenden Risikofaktoren für eine Parodontitis.
- Rauchen erhöht das Risiko eine Parodontitis zu entwickeln um das Vier- bis Sechsfache.
- Lebenspartner mit Parodontitis: Die Bakterien, die eine Parodontitis auslösen können, werden beim Küssen leicht weitergegeben.
- Menschen mit einer Schwäche des Abwehrsystems haben ebenfalls ein erhöhtes Parodontitisrisiko. Zu ihnen zählen beispielsweise krebskranke Menschen unter Chemotherapie, Patienten mit chronischen Erkrankungen wie Morbus Crohn oder Multipler Sklerose, die dauerhaft Medikamente zur Unterdrückung des Immunsystems nehmen müssen, oder auch Diabetiker, deren Abwehrlage durch die Auswirkungen der erhöhten Zuckerwerte geschwächt ist.
- Durch die hormonellen Veränderungen während der Schwangerschaft lockert sich auch das bindegewebige Zahnfleisch und bietet damit besseren Nährboden für Bakterien aller Art.
- Wie bei sehr vielen Erkrankungen spielen auch bei der Parodontitis genetische Faktoren (Erbanlagen) eine Rolle.
- Offene Karies: In diesem Fall entwickelt sich vorzugsweise eine apikale Karies, die von dem Bakterienherd in der Zahnwurzel ausgeht.
- Unausgewogene Ernährung: Insbesondere Vitaminmangelzustände begünstigen die Entwicklung einer Parodontitis.
- Auch Dinge wie Mundatmung, nächtliches Zähneknirschen oder Piercings im Mundraum sind Risikofaktoren für die Entstehung einer Parodontitis.
American Dental Association: Periodontal (Gum) Diseases
Österreichische Gesellschaft für Parodontologie: Kompendium der parodontalen Erkrankungen. Grundlagen, Diagnostik, Therapie und Risikofaktoren. Von: Gregor R, Bruckmann C, Müller W. Ausgabe 2005
dentogenostics.de: Entnahme von Material für die Analyse Parodontitis-pathogener Bakterien
Roche Lexikon Medizin, 5. Auflage, Urban & Fischer
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