Brustkrebs - Mammakarzinom - Ursachen
Ursachen
Hormone und Gene, Umwelt und Lebensweise können das Brustkrebsrisiko beeinflussen. Wer einen so genannten Risikofaktor trägt, der hat aber meistens keinen Grund, sich allzusehr zu fürchten. Denn die Gefahr, an Brustkrebs zu erkranken bleibt im Allgemeinen dennoch gering.
Das Risiko einer Frau ist hundert Mal höher als das eines Mannes. Obwohl bei Männern das Risiko wesentlich geringer ist, können auch sie an Brustkrebs erkranken, denn bei ihnen ist ebenfalls eine Brustdrüse angelegt. Familiäre Belastung, Rauchen oder fettreiche Ernährung können das Brustkrebsrisiko erhöhen. Im Gegensatz dazu vermindern zum Beispiel lange Stillzeiten und gesunde Ernährung die Gefahr.
Man sollte Risikofaktoren aber nicht überbewerten und ihnen die Bedeutung einer Vorhersage zubilligen. Denn die Gefahr, an Krebs zu erkranken, nimmt meistens keine bedrohlichen Ausmaße an, auch wenn man ein Risiko trägt.
Eine Frau ohne jeden Risikofaktor weist beispielsweise ein relatives Risiko von 1 auf. Mit einer Wahrscheinlichkeit von 1:2.500 erkrankt sie im Alter zwischen 30 und 40 Jahren an Brustkrebs. Ist ihre Mutter aber in jungen Jahren an Brustkrebs erkrankt, so erhöht sich ihr Risiko auf 1:1.000. Die Wahrscheinlichkeit, den 40. Geburtstag ohne Brustkrebs zu erleben, ist also sehr hoch.
Wissenschaftler diskutieren eine ganze Reihe von Risikofaktoren für Brustkrebs.
Familiäre Belastung durch Brustkrebsgene
Bei fünf bis zehn Prozent aller Brustkrebserkrankungen ist das Brustkrebsgen BRCA nachweisbar. Bei familiärer Häufung ohne Brustkrebsgen erhöht sich das Risiko für gesunde Familienangehörige in der Regel nur gering.
Man geht heute davon aus, dass zirka fünf Prozent aller Brustkrebsformen erblich bedingt sind. Hierfür sind vor allem krank machende Veränderungen (Mutationen) der Brustkrebsgene BRCA-1 und BRCA-2 (Breast Cancer Gene) verantwortlich. Wird eine Mutation in einem dieser Gene nachgewiesen, so steigt das Risiko einer Frau, bis zum 85. Lebensjahr an Brustkrebs zu erkranken auf bis zu 80 Prozent an. Das normale Risiko einer jeden Frau beträgt etwa zehn Prozent.
Die BRCA-Trägerinnen haben auch ein erhöhtes Risiko, an Eierstockkrebs zu erkranken (bis zu 60 Prozent, je nach Art der Mutation). Daneben besteht ein erhöhtes Risiko für früh auftretenden Darmkrebs und ein leicht erhöhtes Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs und schwarzen Hautkrebs (Melanom).
Dies trifft auch für Männer zu, wenn sie BRCA-1- oder BRCA-2-Mutationsträger sind. Bei ihnen tritt auch häufiger Brustkrebs auf, wenn eine BRCA-2-Mutation nachgewiesen wurde. Diese Mutationen können mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent an Nachkommen weitergegeben werden, da man als so genannter Mutationsträger immer eine gesunde und eine veränderte Form des betroffenen Gens besitzt und nur eines der beiden an seine Kinder weitergibt.
Neben den beiden erwähnten "Brustkrebsgenen" existieren auch Veränderungen anderer Gene, zum Beispiel p53, welche mit einer erhöhten Erkrankungswahrscheinlichkeit für Brustkrebs einhergehen, jedoch eine untergeordnete Rolle zu spielen scheinen.
Große Familienuntersuchungen haben gezeigt, dass es wahrscheinlich noch ein drittes so genanntes "Brustkrebsgen" gibt. In solchen Familien konnte keine BRCA-1- oder BRCA-2-Mutation nachgewiesen werden. Die Familienvorgeschichte zeigte aber deutliche Hinweise (Häufung von Brust- und Eierstockkrebs vor dem 50. Lebensjahr). Wie hoch das eigene Erkrankungsrisiko ist, hängt ab vom Verwandtschaftsgrad zum erkrankten Familienmitglied und von dessen Alter zum Zeitpunkt der Erkrankung. Beispielsweise erhöht sich das Brustkrebsrisiko einer Frau etwa auf das Doppelte, wenn deren Mutter oder Schwester mit 40 Jahren an Brustkrebs erkrankte.
Hormonelle Risikofaktoren
Die weiblichen Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron haben Einfluss auf die Entstehung von Brustkrebs.
Zahl der Menstruationszyklen
Viele Menstruationszyklen im Leben einer Frau erhöhen die Wahrscheinlichkeit, an Brustkrebs zu erkranken. Der Grund dafür ist unklar. So gelten Kinderlosigkeit, frühe erste oder späte letzte Menstruation als Risikofaktoren. Umgekehrt bieten Geburten und lange Stillzeiten einen gewissen Schutz. Das gilt vor allem, wenn die Frauen ihr erstes Kind in jüngeren Jahren gebären. Werden sie jenseits der 30 zum ersten Mal Mutter, so kommen Untersuchungen zu unterschiedlichen Ergebnissen.
Antibabypille
Bei erwachsenen Frauen hat die "Pille" kaum einen Einfluss auf das Brustkrebsrisiko. Für sehr junge Frauen, die in den ersten Jahren nach der ersten Periodenblutung mit der Antibabypille verhüten, erhöht sich dagegen die Wahrscheinlichkeit, in jüngeren Jahren zu erkranken. Möglicherweise sind die Drüsenzellen in und kurz nach der Pubertät besonders empfindlich, und ihr Erbgut kann in dieser Zeit leichter Schaden nehmen als später.
Man muss aber auch sehen, dass die Antibabypille das Risiko, an Eierstockkrebs zu erkranken, auf ein Viertel reduziert.
Hormone in den Wechseljahren
Untersuchungen zum Brustkrebsrisiko durch Hormongaben während und nach den Wechseljahren kommen zu widersprüchlichen Ergebnissen. Nach neueren Studien scheint sich das Risiko bei einer Einnahmedauer von bis zu fünf Jahren nicht zu erhöhen. Bei längerer Einnahme steigt es leicht an. Frauen, in deren Familie Brustkrebs gehäuft vorkommt, scheinen durch Hormonersatzpräparate stärker gefährdet zu sein als andere.
Bevor man sich für Hormonersatztherapie entscheidet, sollte man Nutzen und Risiko sorgfältig abwägen.
Alkohol, Nikotin und ungesunde Ernährung als Risikofaktoren für Brustkrebs
Auch unsere Lebensweise hat Einfluss auf das Brustkrebsrisiko: Alkohol erhöht das Brustkrebsrisiko. Bei Nikotin ist das noch nicht eindeutig bewiesen. Vorbeugende Ernährung könnte in Deutschland jede dritte Brustkrebserkrankung verhindern - sie sollte ungesättigte Fettsäuren, Vitamin A und wenig Fett enthalten.
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