Heuschnupfen - Rhinitis allergica - Ursachen
Ursachen
Für das Auftreten eines Heuschnupfens (allergische Rhinitis) sind nach heutigem Kenntnistand zwei Faktoren ausschlaggebend: genetische Anlagen (Vererbung) und Umweltfaktoren. Zu den Umweltfaktoren gehören beispielsweise die Luftverschmutzung und der Lebensstil, also zum Beispiel Wohnungsbau, Ernährungsgewohnheiten, Haustierhaltung.
Zu wenig Schmutz und zu wenig Infektionen
Der westliche Lebensstil begünstigt Allergien vor allem aus den folgenden drei Gründen:
- Zu wenig Schmutz: Haushaltreiniger und Desinfektionsmittel vernichten Keime und entziehen so dem Immunsystem das Training. So haben Kinder, die auf Bauernhöfen aufwachsen, ein deutliches geringeres Allergierisiko.
- Zu wenige Infektionen: Wer im Kindesalter häufig Infekte durchmacht, scheint später gegen Pollenallergien gefeit zu sein. Kinder, die durch eine höhere Geschwisterzahl oder den frühen Besuch von Krippen und Kindergärten öfter bestimmte Infektionen durchmachen, haben ein geringeres Allergierisiko.
- Falsche Ernährung: Konservierungs- und Zusatzstoffe (zum Beispiel Farbstoffe) und ein Übermaß bestimmter Nahrungsfette locken offenbar das Immunsystem auf falsche Kriegspfade, so dass es sich gegen eigentlich nicht krankmachende Stoffe richtet.
Weitere Risikofaktoren können sein:
- Passivrauchen
- Eine übermäßige Exposition mit einem Allergen, wie zum Beispiel Birke oder Hausstaub oder bei beruflichem Kontakt, etwa mit Mehl, kann bei entsprechender Anlage zu der Entwicklung eines Heuschnupfens beitragen.
Die Bedeutung einer hohen Hausstaubmilbenbelastung und einer Haustierhaltung in den Wohnungen ist umstritten. Lange wurden Untersuchungsergebnisse derart interpretiert, dass eine hohe Konzentration an Allergenen von Haustieren oder Hausstaubmilben das Allergierisiko gegen diese Allergene erhöht. Neueste Studien belegen nun gerade wieder das Gegenteil.
Welche Rolle spielt die Vererbung?
Dass neben der Umwelt auch vererbbare Einflüsse bei der Allergieentstehung wirksam werden, ist seit den 20-er Jahren des 20. Jahrhunderts bekannt. Dabei handelt es sich nicht um eine klassische Erbkrankheit, bei der eine Erkrankung in jedem Fall von den Eltern auf die Kinder übertragen wird. Trotzdem sind allergische Erkrankungen der Eltern ein deutlicher Risikofaktor für Allergien beim Kind. Das Allergierisiko liegt bei der Normalbevölkerung bei etwa15 Prozent, steigt allerdings auf 30 bis 50 Prozent, wenn ein Elternteil Allergiker ist und auf 50 bis 90 Prozent, wenn beide Eltern Allergiker sind. Bisher ist für zwei Gene, die an der Vererbung von Allergien beteiligt sind, bekannt, wo sie lokalisiert sind: Sie befinden sich auf den Chromosomen 11 und 5.
Welche Stoffe führen häufiger zu Heuschnupfen?
Bei den Krankheitsauslösern stehen an erster Stelle Pflanzenpollen von Bäumen, Gräsern und Kräutern, gefolgt von Tierhaaren (Katze, Hund, Pferd), Innenraumallergenen (Hausstaubmilbe, auch Vorratsmilbe, Schimmelpilze) und berufsbedingte Allergene (Mehl und Latex).
Der Pollenflug beginnt in milden Wintern bereits im Januar und kann bis in den Oktober hinein andauern. Die wichtigsten Frühblüher sind Hasel und Erle, gefolgt von Weide und Birke, deren Pollenaktivität sich bis in den April erstreckt. Besonders die Birkenpollen haben ein hohes allergisches Potenzial. Erschwerend kommt hinzu, dass sich die Pollen jährlich durch genetische Mutation (Veränderung der Erbinformation) wandeln. Diese Mutationen werden wahrscheinlich durch die Luftverschmutzung hervorgerufen. Die wichtigste Allergie auslösende Pollengruppe sind die Wiesengräser. Sie haben ihre Blütenzeit von April bis August. Daneben spielen auch Roggenpollen, Beifuß, Gänsefuß und Raps eine gewisse Rolle. Neben den genannten Pflanzen kann natürlich auch auf andere Pollen eine Allergie entwickelt werden, zum Beispiel auf Pollen von Laub- und Nadelbäumen und Blütenpflanzen. Diese Pollen haben jedoch eine geringere Allergenpotenz als die oben erwähnten Wiesengräser.
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