Neurodermitis - Atopisches Ekzem - Ursachen
Ursachen
Das atopische Ekzem ist keine Erbkrankheit, vererbt wird lediglich die Veranlagung (Disposition). Als atopische Erkrankungen werden das atopische Ekzem, Heuschnupfen und Bronchialasthma bezeichnet. Umweltfaktoren wie zum Beispiel die Ernährung, sowie seelische Belastungen beeinflussen den Verlauf der Erkrankung. Es besteht eine erhöhte Bereitschaft, Allergien zu entwickeln und eine geschwächte Abwehrlage an der Hautoberfläche gegenüber Bakterien und Viren.
Erbliche Veranlagung
Die Bereitschaft (Disposition), ein atopisches Ekzem zu entwickeln, wird vererbt und geht häufig mit einer erhöhten Anfälligkeit gegenüber Heuschnupfen und Bronchialasthma einher. Umweltfaktoren können den Verlauf des Ekzems beeinflussen.
Außerdem wird die Manifestation der Erkrankung, das heißt das Auftreten sichtbarer Hautveränderungen, durch bestimmte Umweltfaktoren begünstigt. Beispielsweise kann der Beginn der kalten Jahreszeit oder ein Infekt (durch Bakterien oder Viren verursacht) bei Menschen mit einer Disposition zu atopischen Erkrankungen ein bestehendes Ekzem verschlimmern oder erst zum Auftreten von Hauterscheinungen führen.
Auch die Ernährung spielt eine Rolle: So kann durch den Genuss von Zitrusfrüchten (Orangen, Zitronen, und anderen) beziehungsweise von bestimmten Obstsäften die Haut gereizt werden. Dem liegt im Allgemeinen keine allergische Reaktion mit Freisetzung des Botenstoffes Histamin zugrunde, sondern eine unspezifische Reizung der Haut durch nicht näher bestimmte Inhaltsstoffe dieser Lebensmittel. Scharf gewürzte Speisen, Kaffee, Tee beziehungsweise Alkohol können über eine erhöhte Hautdurchblutung den Juckreiz bei atopischem Ekzem verstärken.
Feingewebliche Veränderungen
Die genauen Ursachen des atopischen Ekzems auf der Ebene von Zellen beziehungsweise Molekülen (chemischen Teilchen) sind nicht geklärt. Vermutlich wirken im Körper unterschiedliche Faktoren zusammen.
Abgeschwächte Abwehrmechanismen der Haut
Bei Menschen mit atopischer Veranlagung bestehen Besonderheiten bezüglich der Funktion des Abwehrsystems (Immunsystems). Diejenigen Reaktionen des Abwehrsystems, die die Haut vor Infektionen durch Bakterien beziehungsweise Viren schützen, verlaufen bei Menschen mit atopischer Disposition im Allgemeinen abgeschwächt.
Es kommt hinzu, dass entzündliche Hautveränderungen, insbesondere wenn sie nässen und anschließend Krusten ausbilden, einen hervorragenden Nährboden für Bakterien abgeben. Eine erhöhte Dichte der Bakterien an der Hautoberfläche wiederum zieht eine neue Entzündungsreaktion mit der Folge intensiveren Juckreizes nach sich. Auch bei trockenen, schuppenden Ekzemherden ist aufgrund der Störung der Hornschichtbarriere die Gefahr einer bakteriellen Zweitinfektion gegeben. Kratzen an den juckenden Ekzemherden führt zu Verletzungen der Haut, die winzig klein, aber auch als teilweise blutige "Kratzspuren" deutlich sichtbar sein können. Solche Verletzungen begünstigen zusätzlich das Eindringen von Bakterien in die Haut und damit die Entzündungsreaktion im Sinne eines Ekzems. Wenn dieser Teufelskreis einmal in Gang kommt, kann es unter Umständen zu einer akuten Verschlechterung des Ekzems kommen.
Erhöhte Allergieneigung
Im Gegensatz zu der relativen Abwehrschwäche an der Hautoberfläche (gegenüber Bakterien und Viren) steht die erhöhte Bereitschaft, auf den Kontakt mit einer eigentlich harmlosen Substanz mit einer Allergie zu reagieren.
Unter einer Allergie versteht man - im Gegensatz zur schützenden Abwehrreaktion gegenüber Krankheitserregern - eine krankmachende Reaktion des Abwehrsystems gegenüber an sich unschädlichen Stoffen wie zum Beispiel Katzenhaaren, Gräserpollen oder Stoffwechselprodukten der Hausstaubmilbe. Solche Stoffe, die häufig Allergien auslösen, werden Allergene genannt. Etwa 75 Prozent aller Patienten mit atopischem Ekzem zeigen positive Reaktionen im Hauttest auf unterschiedliche Allergene.
Auch wenn Menschen mit atopischem Ekzem eine erhöhte Neigung zu bestimmten Allergien und zu allergischen Erkrankungen wie Heuschnupfen beziehungsweise Bronchialasthma haben, ist das atopische Ekzem an sich keine allergische Erkrankung. Vielmehr kann der Kontakt mit einer Substanz, gegen die eine Allergie besteht (zum Beispiel Gräserpollen), unter Umständen einen Ekzemschub auslösen.
Verschlechterung bei seelischer Belastung
Häufig beobachten die Betroffenen eine sichtbare Verschlechterung ihres Hautzustandes bei Konflikten innerhalb der Familie sowie bei schulischem beziehungsweise beruflichem Stress. Auf welchem Wege genau die Psyche das Auftreten sichtbarer Hautveränderungen beeinflussen kann, ist nicht bekannt.
Seelische Belastung kann unter Umständen den subjektiv empfundenen Juckreiz verstärken oder auch die Aufmerksamkeit des Betroffenen verstärkt auf den vorhandenen Juckreiz lenken. Dies führt möglicherweise zu heftigem Kratzen mit zum Teil ausgeprägter Selbstverletzung. In den Blutkrusten können sich Bakterien vermehren und eine verstärkte Entzündungsreaktion hervorrufen.
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