Allergie - Ursachen

Die Allergie ist die häufigste und wichtigste Umwelterkrankung. Das Immunsystem reagiert sensibel auf äußere, an sich harmlose Einflüsse.


Ursachen

Die Allergie ist die häufigste und wichtigste Umwelterkrankung. Im Gegensatz zu anderen Umwelterkrankungen, bei denen äußere Faktoren Organfunktionen beeinträchtigen, wird hier das Immunsystem sogar aktiviert - was sich allerdings als Nachteil erweist.

Allergieauslöser kommt von außen

Obgleich heute die Mechanismen der Immunreaktion bis in den molekularen Bereich aufgeklärt sind, fehlt noch immer das Wissen um den individuellen Auslöser. Sicher ist nur, dass er von außen erfolgen muss: ohne die Begegnung mit dem Allergen kann sich eine Allergie nicht entwickeln. Es handelt sich eindeutig um ein erworbenes Leiden. Der Zeitpunkt des ersten Auftretens spiegelt vergröbert die jeweilige Aktivität des Immunsystems wider: In der Jugend sind Neuerkrankungen generell häufiger als im Alter. Der Heuschnupfen als Umweltallergie der allgemeinen Art kann dafür als Beispiel dienen. Bei berufsbedingten Allergien gegen Substanzen, die erst im Berufsleben und nur dort vorkommen, verschiebt sich der Gipfel ins höhere Alter. Dies belegt, dass der Kontakt mit einem Allergen notwendig ist, damit sich eine Allergie entwickelt.

Erbgut entscheidend für Allergieentwicklung

Trotz gleichen Allergenkontakts reagieren manche Menschen mit einer Allergie, andere hingegen nicht. Dafür verantwortlich ist das individuelle Erbgut, die Veranlagung wird sozusagen in die Wiege gelegt. Erkennbar ist dies an Allergiker-Familien (das trifft vor allem auf Reaktionen vom Soforttyp zu, also Schnupfen und Asthma). Ein allergischer Elternteil verdoppelt das Risiko von etwa 15 Prozent auf ungefähr 30 Prozent, zwei allergische Elternteile nochmals auf zirka 60 Prozent.

Allergieentwicklung durch Lebensstil beeinflussbar

Die Zunahme von Allergien bei verringerter Umweltbelastung und gleichem Erbgut weist auf eine dritte Komponente hin, die Lebensführung. Jenseits der Intensität des Kontakts mit dem Allergen und jenseits der Veranlagung ist es eben auch wichtig, was dem Organismus sonst noch zugemutet wird. So ist eine Reizung der Schleimhäute in verschiedener Weise ungünstig. Infektionen begünstigen das Auftreten von Asthma. Ein eigenes Thema ist das Rauchen, ebenfalls ein Allergie förderndes Moment. Hier gibt es einen zusätzlichen Generationen überschreitenden Gesichtspunkt:

Rauchen in der Schwangerschaft fördert die Allergieentwicklung beim Kind!

Der genaue Mechanismus ist allerdings noch nicht erforscht.

Was bleibt ist die Erkenntnis, dass stets mehrere Dinge zusammenkommen müssen: Das Erbgut ist nicht zu ändern, wohl aber der Allergenkontakt und die Lebensweise (zum Beispiel Rauchen, Alkohol, Umweltschadstoffe und vieles mehr).

Quelle: Springer Medizin
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