Hämorrhoiden - Ursachen

Hämorrhoiden sind krampfaderähnliche, knotenförmige Erweiterungen eines Geflechts von Blutgefäßen im unteren Mastdarm und nahe dem After.


Ursachen

Die Beschwerden verursachende Vergrößerung des Hämorrhoidalgeflechts entsteht meist durch verstärktes Pressen beim Stuhlgang bei der chronischer Verstopfung. Gründe für die chronische Verstopfung kann eine falsche Ernährung und ein Bewegungsmangel sein. Weitere Risikofaktoren sind Übergewicht, hohes Lebensalter und eine vorwiegend sitzende Tätigkeit.

Die chronische Verstopfung (Obstipation) ist die Folge von ballaststoff- und flüssigkeitsarmer Ernährung sowie mangelnder Bewegung. Beides sind typische Verhaltensfehler innerhalb der Zivilisationsgesellschaft. Sie führen zur übermäßigen Eindickung des Stuhls durch zu geringe Flüssigkeitszufuhr und zu einer zu langen Verweildauer und somit vermehrter Eindickung des Stuhls im Dickdarm. Diese beiden Verhaltensfehler sind die Hauptursachen für die Entstehung des Hämorroidalleidens.

Folgende Gründe und Risikofaktoren tragen ebenfalls zur Ausbildung von Hämorrhoiden unterschiedlicher Ausprägung bei:

  • Behinderung des Blutrückflusses über die Schließmuskeln hinweg bei Erkrankungen derselben oder bei Schwangerschaft durch Druck auf den Beckenboden und somit auf den Enddarm und dessen Blutgefäße
  • Übergewichtigkeit bedingt durch den erhöhten Druck auf die Blutgefäße eine Behinderung des Blutrückflusses
  • Hohes Alter bewirkt durch das Nachlassen der Gewebselastizität, dass sich die Hämorrhoidalgefäße mehr mit Blut füllen können und der normale Rückfluss sich so vermindert. Es kommt zur Überdehnung der Gefäßwände und somit zur Vergrößerung der Gefäßknoten.
  • vorwiegend sitzende Tätigkeiten, die mit ausgeprägtem Bewegungsmangel einhergehen. Dieser fördert die Entstehung von Übergewichtigkeit und chronischer Verstopfung. Zusätzlich wird durch die in der Hüfte abgeknickte Sitzhaltung der Aufstau des venösen Gefäßsystems oberhalb der Hüfte gefördert.
  • Veranlagung zur Bindegewebsschwäche generell (so genannte konstitutionelle Veranlagung): Es gibt Familien, in denen Hämorrhoidalleiden, Eingeweidebrüche und andere Erkrankungen, die auf eine Schwäche oder einen angeborenen Elastizitätsmangel des stützenden Bindegewebes hinweisen, gehäuft auftreten. Diese Veranlagung kann von Generation zu Generation vererbt werden. Der Mediziner spricht dann von der konstitutionellen Veranlagung zur so genannten Bindegewebsschwäche.
  • Auftreten von Hämorrhoiden bei Eltern, Großeltern, Geschwistern
  • Umkehr der Fließrichtung in einer großen Darmvene bei Hochdruckerkrankung im Adersystem der Leber (sehr selten) und somit vermehrte Füllung des Hämorrhoidalgeflechts: Durch den stark erhöhten Druck im Adersystem der Leber entsteht ein zu großer Flusswiderstand für das Blut auf dem anatomisch normalen Weg zum Herzen. Da der Widerstand nicht überwunden werden kann, sucht das Blut sozusagen einen Ausweg und es kommt zur Umkehr der Fließrichtung mit Überlastung des Hämorrhoidalgeflechts, auch wenn gleichzeitig neue Umgehungsgefäße vom Körper gebildet werden.

Quelle: bsmo Redaktion, Springer Professional Medicine
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