Brustkrebs - Mammakarzinom - Therapie
Therapie
Die Operation ist die erste Maßnahme zur Behandlung von Brustkrebs. Je nach Ausbreitung des Tumors, Brustkrebsart, Hormonrezeptoren am Tumorgewebe und Alter der Patientin schließen sich andere Verfahren an.
Die Behandlung der Krebserkrankung wird auf die jeweilige Patientin abgestimmt. Die Ausbreitung des Tumors und sein Zelltyp sind dabei richtungsweisend. Ob die Patientin noch Menstruationen erlebt und ob am Tumorgewebe Hormonrezeptoren nachweisbar sind, geht ebenfalls in die Entscheidung mit ein.
Operation und Strahlentherapie sind lokale Maßnahmen. In 20 Prozent der Fälle gilt die Operation allein oder in Kombination mit der Bestrahlung als ausreichend. Wenn das Tumorgewebe sicher oder auch nur vermutlich Tochterzellen ausgesandt hat, dann wird sich der Operation eine systemische Behandlung mit Medikamenten anschließen.
Brusterhaltende Operation
Bei mehr als 60 Prozent der Operationen bleibt heute die Brust erhalten. Früher wurde unter der Vorstellung radikaler operiert, die Wegnahme von möglichst viel umliegendem Gewebe könnte die Ausbreitung der Krankheit verhindern. Heute weiß man, dass nicht der Tumorknoten in der Brust sondern die Tochtergeschwülste die Prognose bestimmen. Der Verlauf der Erkrankung ist also in den meisten Fällen nicht davon abhängig, ob die ganze Brust entfernt wird.
Brustentfernung
In 30 bis 40 Prozent der Fälle raten die Ärzte zur Entfernung der gesamten Brust. Denn wenn der gesunde Gewebesaum zu klein wird, der Tumor an verschiedenen Stellen gleichzeitig wächst oder an Haut oder Muskel anhaftet, erscheint dieses Vorgehen als das sicherere Verfahren. Manchmal ist auch das Größenverhältnis zwischen Brust und Tumor ungünstig. Das Ergebnis einer brusterhaltenden Operation wäre dann kosmetisch ungünstiger als nach einem plastischen Wiederaufbau zu einem späteren Zeitpunkt.
Entnahme von Achsellymphknoten
Wenn die feingewebliche Untersuchung zeigt, dass der Brustkrebs schon ins umgebende Gewebe eingebrochen ist, dann entnimmt man Lymphknoten aus der Achselhöhle. Denn wenn der Tumor schon Tochterzellen ausgesandt hat, dann siedeln sie sich meistens zuerst in den Achsellymphknoten an. Findet man solche Tochterzellen in den Lymphknoten, dann folgt auf die Operation eine medikamentöse Therapie. Dadurch sollen Absiedelungen des Tumors im Körper, die so genannten Metastasen, verhindert oder wenigstens verzögert werden.
Chemotherapie
Die Mittel zur Chemotherapie sind Zellgifte. Sie stören die Zellen vor allem während ihrer empfindlichsten Phase, der Zellteilung. Da Tumore rasch wachsen, befinden sich viele Zellen im Teilungsstadium. Deshalb ist die Wirkung der Chemotherapie auf Krebszellen stärker als auf gesundes Gewebe. Gegen ruhende Krebszellen können die starken Medikamente allerdings nichts ausrichten.
Die Chemotherapie kommt heute zu drei verschiedenen Zeitpunkten zum Einsatz.
- Die adjuvante Chemotherapie ist die häufigste Form der Chemotherapie. Sie wird eingesetzt, wenn der Tumor zwar schon infiltrierend wächst, aber noch keine Tochtergeschwülste nachweisbar sind. Die adjuvante Chemotherapie beginnt in den ersten Wochen nach der Operation und soll der Tumorstreuung vorbeugen sowie die Überlebenschance verbessern. Durchschnittlich reduziert sie die Sterblichkeit um 25 bis 35 Prozent.
- Die so genannte neoadjuvante Chemotherapie findet vor manchen Operationen statt, vor allem, wenn der Tumor relativ groß ist. Sie schafft günstige Vorbedingungen für den Eingriff, indem sie die Tumore verkleinert.
- Die palliative Chemotherapie lindert im fortgeschrittenen Stadium der Krankheit zum Beispiel Schmerzen, die von Metastasen verursacht werden.
Hormontherapie
Mit Eingriffen in den Hormonhaushalt kann man häufig das Wachstum der Krebszellen bremsen. Denn bei mehr als der Hälfte aller Brustkrebstumoren findet der Pathologe Rezeptoren für die Geschlechtshormone. An diesen Bindungsstellen docken Hormonmoleküle an und stimulieren das Wachstum. In 25 Prozent aller Fälle handelt es sich um Rezeptoren für Östrogen, in weiteren 25 Prozent für Östrogen und Progesteron und in acht Prozent um reine Progesteronrezeptoren.
Es gibt drei Wege, auf denen man in den Hormonhaushalt eingreift.
- Entfernung hormonproduzierender Organe
- Hemmung der Hormonwirkung mit Medikamenten
- Zusätzliche Gabe von Hormonen
Zwar werden bis heute alle drei Wege beschritten, die medikamentösen Verfahren stehen aber weit im Vordergrund. Wie gut die Tumorzellen auf die jeweilige Therapie ansprechen, kann man allerdings nicht vorhersagen.
Strahlentherapie
Die Bestrahlung gilt nach brusterhaltender Operation als Standardtherapie. Sie mindert das Risiko einer Tumorneubildung in der erkrankten Brust erheblich. Wurde das gesamte Brustgewebe entfernt, so muss man Nutzen und Risiko abwägen. Eine Bestrahlung beginnt frühestens vier Wochen nach der Operation, wenn die Wundheilung schon fortgeschritten ist.
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