Herzinfarkt - Myokardinfarkt - Therapie

Beim Herzinfarkt wird die Versorgung des Herzmuskels über die Herzkranzgefäße (Koronargefäße) unterbrochen. Hier finden Sie alles zum Thema.


Therapie

Beim Herzinfarkt zählt jede Minute! Deshalb schnell einen Arzt herbeirufen und den Betroffenen möglichst von aller Hektik abschirmen und beruhigen.

Der Notarzt wird zunächst überprüfen, ob es sich tatsächlich bereits um einen Herzinfarkt handelt oder um eine schwere Form einer Angina pectoris. Hierzu verabreicht er Nitroglyzerin-Spray. Wenn dies nicht wirkt, liegt vermutlich ein Herzinfarkt vor: Im Gegensatz zum Angina-pectoris-Anfall sprechen die Beschwerden beim Herzinfarkt nicht auf Nitro-Spray oder Nitro-Kapseln an.
Bereits während des Transports in ein Krankenhaus wird ein Medikament in die Blutbahn verabreicht, das Gerinnsel auflösen kann. Außerdem wird ein Medikament gegen die Schmerzen verabreicht und über eine Nasensonde Sauerstoff zugefächelt.

Werden Engstellen in den Herzkranzgefäßen festgestellt, die in der Regel durch Arteriosklerose entstanden sind, lassen sich diese operativ entfernen. Bei kleinen Stenosen (enge Stelle) gelingt dies durch einen Herzkatheter PTCA, der über die Leistenvene bis in die geschädigte Herzkranzarterie vorgeschoben wurde. Dieser Katheter trägt an seiner Spitze einen Ballon, der in der Mitte der Enge aufgebläht wird und diese so zum Weiten bringt.

Bei größeren oder langstreckigen oder mehreren Stenosen ist eine Bypass-Operation notwendig, bei der ein Ersatzgefäß (körpereigene Vene, Arterie oder synthetisches Material) die kritische Stelle überbrückt. Dazu wird meist eine kleine Beinvene des Patienten, eine Unterarmarterie oder eine künstliche Gefäßprothese verwendet. Durch die künstliche Umgehung der Engstelle wird eine ausreichende Durchblutung der zuvor unterversorgten Herzmuskelregionen gewährleistet. Die Patienten müssen nach der Operation gerinnungshemmende Medikamente einnehmen, damit der Bypass sich nicht durch Blutgerinnsel verschließt.

Bei beiden Methoden sind Rückfälle jedoch nicht ausgeschlossen.


Quelle: Springer Medizin
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