Spannungskopfschmerz - Therapie
Therapie
Bei Spannungskopfschmerzen sollte man nicht nur zu Schmerzmitteln greifen. Methoden ohne Medikamente und allgemeine Maßnahmen ergänzen die Behandlung. Manchmal werden Medikamente sogar überflüssig.
Behandlung ohne Medikamente
Auch ohne Medikamente kann man einiges gegen den Spannungskopfschmerz unternehmen. Die geeignete Gestaltung von Lebensumständen und Alltag liegt in Ihrer Hand. Entspannungstechniken können helfen, auf Medikamente zu verzichten.
Entspannung
Machen Sie Pausen, vor allem bei der Arbeit am Bildschirm oder beim Autofahren. Bewegen Sie sich an der frischen Luft. Das fördert die Entspannung. Verwöhnen Sie sich, zum Beispiel mit einem Bad, oder lassen Sie sich massieren. Manchmal hilft auch eine Massage von Schläfen oder Stirn mit einem ätherischen Öl. Falls Ihnen Entspannung schwer fällt, dann lernen Sie eine Entspannungstechnik.
Ein Wort zu Alkohol, Nikotin und Medikamenten
Rauchen Sie nicht und trinken Sie wenig Alkohol. Dauerkopfschmerzen trotz ständiger Einnahme von Medikamenten können ein Hinweis auf den so genannten Schmerzmittelkopfschmerz sein. Falls Sie denken, dass Ihre Kopfschmerzen vom übermäßigen Schmerzmittelkonsum herrühren, dann sollten Sie unbedingt mit Ihrem Arzt darüber sprechen.
Therapieverfahren ohne Medikamente
Es gibt eine große Anzahl von Verfahren, Tipps, Geheimtipps und auch Außenseitermethoden zur Behandlung von Spannungskopfschmerzen. Die Wirkung der meisten so genannten alternativen Verfahren ist nicht bewiesen. Dennoch kann die eine oder andere Behandlung im Einzelfall durchaus helfen. Probieren Sie nur ungefährliche Methoden. Meiden Sie zum Beispiel Frischzellenkur und Ozonbehandlung. Seien Sie kritisch bei Spritzenkuren.
Die unten aufgeführten Therapien sind allgemein anerkannt. Ihr Erfolg ist belegt.
Biofeedback
Körpervorgänge werden bei diesem Verfahren gemessen und dem Patienten gemeldet. Dieser soll lernen, diese Vorgänge zu steuern. Biofeedback kommt bei erhöhter Spannung der Muskulatur von Kopf und Hals zum Einsatz. Ein Fühler misst die Muskelspannung. Der Patient empfängt optische oder akustische Signale. Er lernt so, sich auch in Stresssituationen rasch zu entspannen.
Muskelentspannung nach Jacobson
Spannung und Entspannung von Muskelgruppen werden dabei geübt. Die Anspannung soll die Muskeln bewusst machen und die anschließende Entspannung fördern. Man braucht kein Gerät und kann alleine nach schriftlicher Anleitung oder mit einer Tonkassette, aber auch in einer Gruppe trainieren. Der Patient lernt die rasche und bewusste Entspannung im Alltag.
Stressbewältigungstraining
Dabei handelt es sich um ein Verfahren der Verhaltenstherapie. Es hilft den Patienten, als Stress empfundene Situationen früh zu erkennen und die eigene Position zu stärken. Belastende Situationen werden analysiert. Das Training umfasst auch Rollenspiele, Übungen zur Selbstsicherheit und zum bewussten Genießen mit den Sinnen.
TENS
Hinter den vier Buchstaben verbirgt sich die transkutane elektrische Nervenstimulation. Die Nerven im Schmerzgebiet werden dabei über Hautelektroden mit elektrischen Impulsen gereizt. Die Reize hemmen die Schmerzleitung und sollten als angenehm empfunden werden. Meistens muss man ein Weilchen mit Reizart und -ort experimentieren, bis man die beste Wirkung erzielt. Der Patient kann das kleine Gerät an seiner Kleidung befestigen.
Behandlung mit Medikamenten
Bei der Behandlung sollten nur einfache Schmerzmittel zum Einsatz kommen. Mischpräparate oder die zusätzliche Einnahme von Koffein, Kodein sowie Schlaf- und Beruhigungsmitteln können zum Dauerkopfschmerz führen.
Nehmen Sie beim Spannungskopfschmerz nur Medikamente ein, die lediglich einen einzigen Wirkstoff enthalten. Höchstens an zehn Tagen pro Monat sollten Sie zu Schmerzmitteln greifen.
Die Behandlung sollte in Rücksprache mit Ihrem Arzt erfolgen!
| Medikamente zur Behandlung von Spannungskopfschmerz | |
| erste Wahl | Ersatzmedikamente |
| Acetylsalizylsäure 500-1000 mg | Ibuprofen 400-1200 mg/Tag |
| (Insgesamt höchstens 4000 mg/Tag) | Naproxen 500-1000 mg/Tag |
Acetylsalizylsäure (ASS) ist unter vielen Namen rezeptfrei erhältlich. Sie wirkt an Schmerzrezeptoren und hemmt Entzündungen. Die wichtigste Nebenwirkung ist die Entzündung der Magenschleimhaut. Wenn ASS nicht gut vertragen wird, kann man auf die anderen Schmerzmittel ausweichen.
Entzug von Medikamenten
Es gibt eine wachsende Zahl von Patienten, die täglich oder beinahe täglich Medikamente einnehmen. Meistens handelt es sich nicht nur um reine Schmerzmittel, sondern um Kombinationspräparate, denen noch Kodein oder Koffein zugesetzt ist, um Schlaf- und um Beruhigungsmittel. Diese unkontrollierte Therapie kann zum so genannten medikamenteninduzierten Dauerkopfschmerz führen. Am Anfang der Behandlung steht dann immer der Entzug.
Die Entzugserscheinungen halten drei bis vier Tage an. Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Kreislaufstörungen, rascher Herzschlag, Unruhe und Schlafstörungen können auftreten. Auf jeden Fall muss der Entzug unter ärztlicher Kontrolle stattfinden. In manchen Fällen kann man dazu aber zu Hause bleiben. Man sollte aber keinen Entzug ohne ärztliche Anleitung durchführen.
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