Husten - Therapie
Therapie
Es wird nicht der Husten behandelt, sondern die den Husten verursachende Erkrankung, so dass auch der Husten als Zeichen dieser Erkrankung verschwindet. Nur in Ausnahmen wird das Symptom Husten behandelt, zum Beispiel, wenn sich die Grunderkrankung nicht heilen lässt, oder wenn trotz Behandlung der Grunderkrankung der Husten nicht verschwindet. Dann kann versucht werden, wenigstens Linderung zu verschaffen.
Dabei ist zu beachten, dass produktiver Husten (mit Auswurf) nur in Ausnahmefällen unterdrückt werden sollte. Der Husten ist hier wichtig zur Reinigung der Lunge. Wird der Hustenreiz unterdrückt, sammelt sich das Sekret in der Lunge und kann eine Lungenentzündung begünstigen oder verschlimmern, weil sich beispielsweise Bakterien in dem Sekret besonders gut vermehren. Zudem kann es zum Verschluss von Bronchien durch angesammeltes und eingedicktes Sekret kommen. Der zu dem Bronchus gehörende Lungenabschnitt wird dann nicht mehr belüftet und nimmt nicht mehr an der Atmung teil.
Eine Standardtherapie des Hustens an sich gibt es nicht. Es gibt immer nur einen Standard für die Therapie der ursächlichen Erkrankung (also für das Asthma bronchiale oder die Tuberkulose oder den Lungenkrebs und so weiter).
Um das Abhusten zu erleichtern, sollte versucht werden, das Sekret zu verflüssigen. Dabei ist der Wert der so genannten Sekretolytika oder Mukolytika (schleimlösende Mittel) umstritten. Wesentlicher und effektiver ist, ausreichend zu trinken (etwa zwei bis drei Liter pro Tag) oder auf andere Weise genügend Flüssigkeit zuzuführen.
Medikamente zum Einsatz bei Husten
Die Antitussiva unterdrücken im Hustenzentrum den Hustenreiz. Antitussiva sind dann gerechtfertigt, wenn ein trockener, unproduktiver und anhaltender Husten besteht, der den Patienten schwächt oder ihm Schmerzen verursacht. Die bekanntesten Antitussiva sind das Codein und Dihydrocodein. Von Nachteil ist, dass nach einer Zeit von ein bis zwei Wochen der hustendämpfende Effekt nachlässt (Toleranz). Beide Mittel verursachen regelmäßig eine Verstopfung (Obstipation) und können die Atemfunktion beeinträchtigen. Man bezeichnet dies als atemdepressive Wirkung, die das Antitussivum Noscapin nicht hat.
Die Sekretomotorika steigern die Tätigkeit der Flimmerhärchen und beschleunigen so den Abtransport von Sekret aus den Bronchien. Zu den Sekretomotorika gehören das Theophyllin und die so genannten Betamimetika wie zum Beispiel das Salbutamol. Diese Medikamente erweitern auch die Bronchien und sind daher seit Jahren fester Bestandteil bei der Therapie des Asthmas und der COPD (Chronisch obstruktive Lungenerkrankung).
Die Mukolytika sollen den Bronchialschleim flüssiger machen und dadurch dessen Abhusten erleichtern. Die Wirksamkeit von N-Acetylcystein (auch: ACC), Bromhexin oder Ambroxol ist jedoch umstritten. Wird Acetylcystein als Aerosol (Verteilung des Wirkstoffs in angefeuchteter Luft zur Inhalation) verabreicht, so kann es bei empfindlichen Patienten, zum Beispiel Kleinkindern oder Asthmatikern, zu Krämpfen der Bronchien (Bronchospasmen) führen.
Lokalanästhetika wie zum Beispiel das Lidocain können den Husten unterdrücken, wenn sie auf die Schleimhäute der Atemwege aufgebracht werden. Lokalanästhetika werden zur örtlichen Betäubung eingesetzt und verhindern, dass Reize, wie zum Beispiel Schmerz, Kälte, Hitze oder Druck von den Nerven an das Gehirn weitergeleitet werden. Auch Reize, die den Hustenreflex auslösen, werden nicht mehr zum Hustenzentrum weitergeleitet und der Husten bleibt aus. Lokalanästhetika werden bei der Bronchialspiegelung (Bronchoskopie) eingesetzt. Wenn Lokalanästhetika bei dieser Anwendung zu hoch dosiert werden, können sie in das Blut gelangen und zu Schwindel, Benommenheit, Verwirrtheit und Blutdruckabfall sowie Herzrhythmusstörungen führen.
Gerade im Bereich der frei verkäuflichen Erkältungsmedikamente und Hustenmittel gibt es eine Vielzahl von Präparaten mit sehr fraglichem therapeutischen Nutzen. So sind zum Beispiel in vielen Einreibemitteln ätherische Öle enthalten. Diese leicht flüchtigen Öle verdampfen nach dem Auftragen auf die Haut durch die Körperwärme und werden eingeatmet. In solchen Mitteln ist zum Beispiel Eukalyptusöl, Menthol oder Kampfer enthalten. Eine Wirksamkeit ist für diese Mittel nicht belegt, aber sie vermitteln durch ihren frischen Geruch das Gefühl frei durchatmen zu können und verschaffen so subjektive Besserung.
Säuglinge und Kleinkinder sollten mit solchen Präparaten nicht behandelt werden, da zumindest Kampfer möglicherweise das Nervensystem schädigt.
So nicht!
Hustenlöser und stark wirksame Hustenstiller (Hustenblocker) dürfen nicht gleichzeitig eingenommen werden, weil der Hustenstiller das Abhusten des gelösten Schleimes behindert. Ein Hustenlöser am Tag und ein Hustenstiller zur Nacht sind jedoch erlaubt.
So ist es richtig!
Wenige kräftige Hustenstöße tragen besser zum Abhusten von festsitzendem Schleim bei als ständiges Herumhüsteln. Lutschpastillen und Erkältungstees helfen, den Abstand zwischen den Hustenanfällen zu vergrößern.
Behandlungsformen, deren Wirksamkeit umstritten ist
Das Kamilledampfbad gilt als ein traditionelles Hausmittel bei Erkältungskrankheiten. Kamille enthält entzündungshemmende Stoffe, von denen nicht bewiesen ist, dass sie bei Husten eine positive Wirkung haben. Die Wirksamkeit des Kamilledampfbades ist zwar für die oberen Atemwege (Nase, Rachenraum, Kehlkopf) klinisch wahrscheinlich, ein therapeutischer Nutzen für die tieferen Atemwege (Luftröhre, Bronchien) ist aber nicht nachweisbar. Ein Dampfbad kann allerdings zu Verbrühungen führen.
Unter Inhalationstherapie versteht man das Einatmen von fein vernebelter Flüssigkeit, der Medikamente beigemischt wurden. Die Inhalation ist subjektiv angenehm, bewirkt jedoch wenig gegen Husten. Diese so genannte Tiefeninhalation kann zur Verflüssigung von Bronchialsekret beitragen. Es ist nicht vorher zu sagen, ob es zu einer Verringerung oder Verschlimmerung des Hustenreizes kommt. Bei schlechten Hygienestandards können dagegen durch Inhalationsgeräte Krankheitserreger von einem Patienten auf den nächsten übertragen werden.
Die Klimatherapie wirkt ebenfalls nicht unmittelbar gegen Husten. Von Vorteil ist hier eher die Rehabilitation mit Atemgymnastik und Physiotherapie, die sich positiv auf die zugrunde liegende Erkrankung auswirken kann, wobei das Klima bei Atemwegserkrankungen allerdings zweitrangig ist.
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