Krampfadern - Varizen - Therapie

Der Begriff der Krampfader stammt aus dem mittelhochdeutschen "Krumb-Ader" (krumme Ader). Hier finden Sie mehr zum Thema.


Therapie

Zur Behandlung von Krampfadern steht eine Vielzahl von Möglichkeiten zur Verfügung. Welche dieser Möglichkeiten infrage kommt, ist von Art, Lokalisation und Ausmaß der Krampfadern abhängig.

Eine Übersicht:

Kompressionsverbände, Kompressionsstrumpf

Im Mittelpunkt der Behandlung von Krampfadern steht die Kompression der erweiterten Adern mittels Verbänden oder elastischen Strümpfen, die folgende positive Effekte hat:

  • Rückbildung von Beinschwellungen
  • Verbesserung der Venenklappenfunktion, indem der erweiterte Venendurchmesser durch die Kompression verringert wird und damit die vorher nicht schlussfähigen Venenklappen näher aneinander gebracht werden
  • Beschleunigung des Rückstroms des Venenblutes
  • Verringerung des Bluthochdrucks in Venen
Ein Kompressionsverband sollte unbedingt vom Fachmann angefertigt werden, da ein schlecht sitzender Verband eher schadet als nutzt. Kompressionsstrümpfe sollten vom Gefäßspezialisten verordnet und von einem Fachgeschäft vergeben werden.

Besteht neben dem Krampfaderleiden eine arterielle Durchblutungsstörung der Beine, so muss das Tragen eines Kompressionsverbandes oder -strumpfes unbedingt zuvor mit einem Gefäßspezialisten abgesprochen werden. Ist in diesen Fällen der Andruck des Kompressionsmittels zu hoch, so kann dies zu einer Störung der Beindurchblutung führen.

Medikamente

Der Einsatz von Medikamenten bei Krampfaderleiden kann keinesfalls die Effekte der Kompressionstherapie ersetzen. Die Wirksamkeit pflanzlicher Pillen oder Salben, die der Beinschwellung entgegenwirken sollen, ist umstritten.

Krampfadern bilden sich durch Medikamente nicht zurück.

Bei Beinschwellungen sollte die Einnahme von entwässernden Medikamenten zuvor unbedingt mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden. Gewöhnung an Entwässerungstabletten bei Krampfaderleiden sollte unbedingt vermieden werden, da es nach Absetzen der Entwässerungsbehandlung nicht selten zu erheblichen Gliedmaßenschwellungen kommen kann (Rebound-Phänomen).

Laser-Behandlung

Größere oder große Krampfadern eignen sich nicht zu dieser Behandlung. Dagegen kann die Laser-Therapie eingesetzt werden bei:

  • einzelnen Besenreiservarizen
  • flächenhaften Besenreiservarizen
  • zur Behandlung von Hautpigmentierungen nach Verödungsbehandlung
Zur Aufklärung vor Laser-Behandlung von Krampfadern gehört die Information, dass hierdurch Entzündungsreaktionen oder Narbenbildungen sowie Hautpigmentstörungen (Verfärbungen der Haut) ausgelöst werden können. Das ästhetische Ergebnis entspricht dann nicht den Erwartungen.

Verödungsbehandlung

Kleine oberflächliche Krampfadern können durch Verödung beseitigt werden. Dagegen eignen sich große Krampfaderstämme nicht zu dieser Behandlung.

Zur Verödung einer Krampfader wird ein Verödungsmittel in die Vene eingespritzt. Mit dem Einbringen des Verödungsmittels in die Vene wird hier eine Entzündungsreaktion ausgelöst. Im weiteren Verlauf kommt es zur Ausbildung von Blutgerinnseln, die die Krampfader verstopfen und zu einem bindegewebigen Narbenstrang umwandeln. Besonders wichtig ist, dass direkt im Anschluss an die Verödungsbehandlung ein Kompressionsverband angelegt wird.

Personen mit Krampfaderleiden, bei denen gleichzeitig eine Herzkranzgefäßerkrankung besteht, sollten sich vor geplantem Varizenstripping unbedingt mit ihrem Hausarzt oder einem Arzt für Herzkrankheiten in Verbindung setzen. In diesen Fällen könnte es einmal notwendig sein, dass oberflächliche Venen später für eine Bypass-Operation benötigt werden.

Quelle: Springer Medizin
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