Heuschnupfen - Rhinitis allergica - Therapie
Therapie
Für die Behandlung des Heuschnupfens gibt es prinzipiell drei Säulen: Die Vermeidung des Allergie auslösenden Stoffs (Allergenkarenz), die Behandlung der Krankheitszeichen mit Medikamenten und die Hyposensibilisierung, die im besten Fall dazu führt, dass die allergische Reaktion auf ein bestimmtes Allergen ausbleibt.
Die einzelnen Therapien in der Übersicht:
Vermeidung der Allergie auslösenden Ursachen
Ohne Allergen, das heißt ohne Pollen oder Tierhaare kein Heuschnupfen. Die wichtigste Maßnahme ist das Vermeiden der Allergie auslösenden Stoffe, was als Allergen-Karenz bezeichnet wird.
Wenn es sich bei den Allergenen um Hautschuppen von Haustieren, Nahrungsmittel oder um die Inhaltsstoffe bestimmter Medikamente handelt, ist ein solches Vorgehen auch verhältnismäßig einfach umzusetzen und damit effektiv. Hausstaubmilben, Pollen oder Schimmelpilzsporen zu entkommen, ist aber fast unmöglich.
Jeder Betroffene sollte die Wochen beziehungsweise Monate der Blütenzeit seiner Allergiepflanzen kennen (siehe Pollenkalender). Dies setzt allerdings voraus, dass die allergieauslösenden Pollen exakt bestimmt und erkannt worden sind. Eine gute Hilfe ist das Allergietagebuch. Sobald durch den Arzt geklärt ist, welche Pollen die Beschwerden hervorrufen, ist der Pollenflugkalender ein unverzichtbarer Helfer.
Informationen zum Pollenflug bekommen Sie im Lokalteil ihrer Tageszeitung oder über das Info-Telefon der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst oder des Deutschen Wetterdienstes( 0911/115480).
Um den lästigen Pollenflug zu entgehen, ist während der Urlaubszeit im Sommer auch ein Aufenthalt im Hochgebirge oder an der See zu empfehlen.
Medikamentöse Behandlung
Dem Arzt (und dem Patienten) stehen heute verschiedene Medikamente und Wirkstoffe zur Verfügung, die unterschiedliche Einsatzprofile aufweisen und auch in Kombination gegeben werden können.
Die drei Stufen der medikamentösen Heuschnupfentherapie
Stufe1: Vorbeugende Behandlung zum Beispiel mit Cromoglicinsäure (entzündungshemmende Substanz), bei Heuschnupfen in der Regel als Augen- und/oder Nasentropfen.
Stufe 2: Behandlung mit Antihistaminika (antiallergische Medikamente, wirken vor allem gegen den wichtigsten Allergie-Botenstoff, das Histamin). Antihistaminika werden als Spray, Tabletten oder Saft gegeben.
Stufe 3: Behandlung mit Kortison, das stark entzündungshemmend wirkt. Es wird örtlich als Tropfen am Auge, Spray an der Nase oder Dosieraerosol für die Lunge angewandt aber gegebenenfalls auch als Tabletten bei schweren allergischen Reaktionen.
Hyposensibilisierung
Neben der Allergenkarenz und der medikamentösen Mehrstufen-Therapie gilt die Hyposensibilisierungstherapie (so genannte spezifische Immuntherapie) derzeit als Standardtherapie.
Bei der Hyposensibilisierungstherapie wird durch die regelmäßige Gabe eines Allergens in anfangs sehr niedrigen Konzentrationen, die langsam, schrittweise gesteigert werden, versucht die Reaktionsbereitschaft des Körpers auf ein Allergen zu vermindern, ihn praktisch unempfindlich gegen das Allergen zu machen. Dabei werden kleine Mengen des Allergens in der Regel wöchentlich unter die Haut gespritzt. Vorraussetzung ist eine zuverlässige Identifizierung desjenigen Allergens, welches die allergischen Symptome verursacht. Diese Behandlung wird in der Regel drei Jahre lang durchgeführt.
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