Lungenkrebs - Bronchialkarzinom - Therapie
Therapie
Wie bei fast allen Krebserkrankungen stehen auch beim Lungenkrebs drei Gruppen von Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung: die Chemotherapie, die Operation und die Bestrahlung. Alle diese Behandlungsarten haben ihren festen Stellenwert und werden häufig miteinander kombiniert.
Für die Art und den Umfang der Behandlung des Lungenkrebses sind verschiedene Faktoren von Bedeutung:
- der Typ des Lungenkrebses
- das Stadium der Erkrankung
- die Lage der Geschwulst
- der allgemeine körperliche Zustand und sonstige Erkrankungen des Patienten
- das Alter des Patienten
Die Operation bei einer Krebserkrankung dient der weitest möglichen Entfernung der Krebsgeschwulst. Ist dies nicht vollständig möglich, so kann durch einen chirurgischen Eingriff oftmals die Masse der Krebszellen zumindest verringert und für andere Behandlungsmaßnahmen zugänglich gemacht werden. In fortgeschrittenen Krankheitsstadien kann eine Operation jedoch auch der Schmerzlinderung oder der Abmilderung von Krebskomplikationen dienen, man spricht in solchen Fällen von einer palliativen (beschwerdelindernden) Operation.
Das Ausmaß des operativen Eingriffs wird durch die Lage und Größe der Geschwulst bestimmt. Ebenfalls von Bedeutung sind die Atemreserven des Patienten. Das bedeutet, dass vor der Entfernung von Lungenteilen errechnet werden muss, ob die verbleibenden Lungenanteile dem Patienten eine ausreichende Sauerstoffversorgung gewährleisten.
Standardoperationen beim Lungenkrebs sind:
- die Entfernung eines Lungenlappens (Lobektomie)
- die Entfernung zweier Lungenlappen (Bilobektomie)
- die Entfernung eines kompletten Lungenflügels (Pneumonektomie)
Beim nichtkleinzelligen Lungenkrebs ist die Operation die Behandlung der ersten Wahl und bietet die höchsten Heilungschancen, zumindest so lange noch keine Tochtergeschwülste entstanden sind. Bei etwa 35 Prozent aller Patienten kann hier durch alleinige Operation eine Heilung vom Lungenkrebs erreicht werden.
Ebenfalls wird beim kleinzelligen Lungenkrebs manchmal eine Operation durchgeführt. Dies geschieht meist in engem zeitlichen Zusammenhang mit einer Chemotherapiebehandlung und ausschließlich in frühen Stadien der Erkrankung.
Strahlentherapie
Eine Strahlentherapie wird in den Fällen von Lungenkrebs durchgeführt, in denen eine Operation nicht möglich oder vom Patienten nicht gewünscht ist. Innerhalb von sechs bis acht Wochen werden die erkrankten Lungenteile mit einer bestimmten Strahlenmenge bestrahlt.
Eine Bestrahlung wird in einigen Fällen aber auch in Kombination mit einem chirurgischen Eingriff durchgeführt: vor einer Operation, um die Geschwulst zu verkleinern oder nach dem Eingriff, wenn keine vollständige Krebsentfernung möglich war.
Auch die Strahlentherapie wird in manchen Fällen als palliative Maßnahme durchgeführt. Von einer solchen spricht man, wenn durch die Behandlung keine Heilung, sondern eine Linderung der Beschwerden wie Reizhusten, Luftnot und Schmerzen erreicht wird. Zur Minimierung von Tochtergeschwülsten im Gehirn kann eine Gehirnbestrahlung durchgeführt werden.
Chemotherapie
Die Chemotherapie in der Behandlung von Krebserkrankungen zielt darauf ab, Zellen mit vermehrter Teilungstendenz, wie dies Krebszellen sind, in ihrer Vermehrung zu bremsen. Die Chemotherapie zerstört niemals nur die Krebszellen, immer wird auch dosisabhängig die Erneuerung gesunder Zellen behindert. Dies betrifft vor allem die Körperzellen, die sich naturgemäß schnell erneuern, besonders im Bereich der Haarwurzeln, der Schleimhaut des Magen-Darm-Trakts sowie des Knochenmarks. Das Knochenmark ist Bildungsort der Blutkörperchen und Abwehrzellen des Immunsystems. Die Aufrechterhaltung dieser lebenswichtigen Zellneubildung begrenzt damit das Ausmaß des Einsatzes von Chemotherapie-Medikamenten. Meistens kommt eine Kombination aus mehreren Medikamenten zur Anwendung, man spricht dann von einer Polychemotherapie.
Beim nichtkleinzelligen Lungenkrebs kommt die alleinige Chemotherapie nur dann zum Einsatz, wenn bereits Tochtergeschwülste in anderen Organen vorliegen. Ihre Wirkung ist jedoch zeitlich begrenzt, eine vorübergehende Besserung der Erkrankung (Remission) tritt, je nach Zahl der eingesetzten Medikamente, in zehn bis 45 Prozent der Fälle ein. Kommt die Chemotherapie bereits in einem früheren Stadium der Erkrankung zum Einsatz, so lassen sich noch Besserungen in 60 bis 70 Prozent der Fälle erzielen. Neuerdings wird immer häufiger eine kombinierte Behandlung aus Chemo- und Strahlentherapie mit nachfolgender Operation durchgeführt.
Beim kleinzelligen Lungenkrebs ist die Chemotherapie die Methode der ersten Wahl. Bei dieser Krebsart muss man davon ausgehen, dass zum Zeitpunkt der Erkennung immer bereits Tochterabsiedlungen vorliegen. Man führt eine Kombinationsbehandlung mit zwei bis vier verschiedenen Medikamenten in der maximal vertragenen Dosierung durch. Dies geschieht über vier bis sechs Behandlungszeiträume (Zyklen). Wenn der Tumor kleiner wird, also gut auf die Behandlung angesprochen hat, dann wird zusätzlich eine Strahlentherapie der ursprünglichen Tumorstelle angeschlossen. Außerdem ist eine vorbeugende Bestrahlung des Gehirns nötig, weil dort die Chemotherapie nicht ausreichend oder gar nicht wirkt.
Weitere Behandlungsmöglichkeiten
Alle weiteren Behandlungsmöglichkeiten, die beim Lungenkrebs zum Einsatz kommen, haben ausschließlich das Ziel, die Erkrankungskomplikationen zu vermindern und für den Patienten erträglich zu machen. Dazu dienen:
- die Einlage von Endoprothesen in die Bronchien. Diese so genannten Stents haben den Zweck, die Bronchien von innen zu schienen, offen zu halten beziehungsweise mögliche Wanddefekte abzudichten.
- die photodynamische Lasertherapie, mit der Blutungen gestillt und Blockierungen durch Krebsgewebe innerhalb der Bronchien aufgehoben werden können.
- die Drainage oder das Absaugen von Bronchialsekret durch einen Katheter.
- die Brachytherapie; bei dieser handelt es sich ebenfalls um eine Strahlenbehandlung, allerdings erfolgt diese nicht von außen, sondern es werden vielmehr Träger mit radioaktiven Stoffen sehr kurzer Reichweite direkt an den Ort des Tumorwachstums gebracht. Durch diese Direktbestrahlung können ebenfalls Verengungen von Luftwegen erweitert oder wieder eröffnet werden.
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Bei Lungenkrebsgeschwüren, die die Luftwege einengen oder verschließen, stehen verschiedene Möglichkeiten zur Linderung der Luftnot zur Verfügung: Bild 1 und 2 zeigen die Abtragung von Tumorzellen mit einer Laserquelle, Bild 3 und 4 mit einer endoskopisch eingeführten Zange. In Bild 5 ist eine Strahlenquelle über einen Katheter eingeführt. Eine starke Strahlendosis mit kurzer Reichweite soll gezielt die Zellen des Bronchialkarzinoms zerstören.
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Eine weitere Möglichkeit zum Freihalten verengter Luftwege besteht in der Einlage eines so genannten Stents, einer Stützprothese. Ein solcher Stent besteht aus flexiblem Material, er wird ebenfalls mit einem Bronchoskop bis zur Engstelle vorgeschoben und hält diese dann offen.
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