Blasenentzündung - Zystitis - Therapie
Therapie
Ziel der Behandlung ist die Linderung der Beschwerden und die Verhinderung von Komplikationen, wie das Übergreifen der Blasenentzündung auf die Nieren.
Antibiotika
Bei Frauen wird eine Blasenentzündung durch eine Kurzzeitgabe, entweder durch eine Einmalgabe oder durch eine dreitägige Behandlung mit Antibiotika behandelt. Antibiotika sind Medikamente, die Bakterien töten oder ihre Vermehrung stoppen. Mittel der Wahl sind insbesondere die Kombination Trimethoprim/Sulfamethoxazol (zum Beispiel Bactrim forte), Gyrasehemmer (zum Beispiel Tarivid) sowie Breitband-Penicilline (zum Beispiel Amoxicillin, etwa in Clamoxyl).
Beim Nachweis besonderer Keime (zum Beispiel Chlamydien) kommen auch Tetracycline (zum Beispiel Doxycyclin) zum Einsatz. Bei sehr starken Schmerzen können zusätzlich Schmerzmittel und krampflösende Medikamente (zum Beispiel Buscopan, Spasmocibalgin) gegeben werden.
Flüssigkeit
Zusätzlich zur Antibiotikabehandlung sollte man täglich mindestens zwei bis drei Liter trinken, um die Blase zu spülen und die Keimzahl zu vermindern. Dabei haben sich Blasentees besonders bewährt, aber wichtig ist vor allem die ausreichende Menge. Einige Patienten versuchen das schmerzhafte Wasserlassen dadurch zu verhindern, dass sie gerade bei einer Blasenentzündung besonders wenig trinken, in der Hoffnung dadurch Schmerzen vermeiden zu können. Das Gegenteil ist aber richtig.
Wenn möglich sollte man Bettruhe halten, jede Anstrengung vermeiden und sich auch warm halten.
Behandlung bei Männern
Bei Männern wird eine Blasenentzündung entsprechend behandelt. Treten bei Männern aber wiederholt Harnwegsinfekte auf, die beispielsweise durch eine Vergrößerung der Vorsteherdrüse (Prostata) verursacht werden, handelt es sich um komplizierte Infektionen, die über einen längeren Zeitraum mit einem Antibiotikum behandelt werden müssen. Wichtig ist dann vor allem die Ursache für die häufigen Harnwegsinfekte zu finden und diese zu beseitigen.
Behandlung von Schwangeren und Kindern
Besonderes Augenmerk verlangen Blasenentzündungen generell bei Frauen in der Schwangerschaft und bei Kindern im Vorschulalter. Da Blasenentzündungen bei ihnen häufig symptomlos oder symptomarm verlaufen, können sie mit Komplikationen wie Nieren- und Nierenbeckenentzündungen, Blutvergiftung oder einer irreversiblen Nierenschädigung verbunden sein. Deshalb ist eine ausreichend hoch dosierte und ausreichend lange Behandlung (sieben Tage) sehr wichtig. Während der Schwangerschaft können folgende Antibiotika zur Behandlung einer Blasenentzündung vom Arzt verordnet werden: Penicilline (zum Beispiel Amoxicillin) oder Cephalosporine (zum Beispiel Elobact).
Behandlung bei Diabetikern
Bei Diabetikern verlaufen, aufgrund von Empfindungsstörungen, einer Langzeitfolge der Erkrankung, Blasenentzündungen auch häufig symptomlos oder -arm, so dass sie spät erkannt werden. Da diese Patienten auch oft Funktionseinschränkungen der Nieren haben, ebenfalls Diabetesbedingt, müssen Blasenentzündungen bei Diabetikern mit speziellen Antibiotika behandelt werden, die an ihre Nierenfunktion angepasst sind.
Weitere Medikamente
Bei wiederholten Harnwegsinfekten besteht die Möglichkeit den Harn vorbeugend durch Ansäuerungsmittel (zum Beispiel Acemithin) sauer zu halten und so das Wachstum von Bakterien zu hemmen.
Unterstützend können auch Medikamente aus der naturheilkundlichen Medizin eingesetzt werden. Bewährt haben sich dabei Tees, Dragees oder Tropfen aus Beerentaubenextrakt (zum Beispiel Zystinol akut), Schachtelhalm und Goldrute.
Ein schützender Effekt vor einem Wiederauftreten des Infektes kann mit Preiselbeermuttersaft über zwei Wochen im Anschluss an eine Behandlung mit Beerentraubenblätterextrakten erreicht werden.
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