Diabetes mellitus - Zuckerkrankheit - Therapie

Diabetes mellitus ist gekennzeichnet durch eine chronische Erhöhung des Blutzuckers, verbunden mit dem Risiko für schwere Begleit- und Folgeerkrankungen.


Therapie

Die Folgeerkrankungen des Diabetes lassen sich verhindern oder hinauszögern, wenn der Diabetes und seine Begleiterkrankungen richtig behandelt werden.

Bei der Behandlung des Diabetes mellitus werden verschiedene Ziele angestrebt. Die Betroffenen sind zunächst bestrebt, Symptome wie Durst, Müdigkeit und Leistungsschwäche sowie Akutkomplikationen der Blutzuckerentgleisung zu vermeiden. Langfristig besteht das Ziel in der Erhaltung einer hohen Lebensqualität und darin, Folgeerkrankungen (wie Schäden an Herz, Blutgefäßen, Nieren, Augen, Füßen) zu verhindern. Sind bereits Folgeschäden aufgetreten, müssen diese behandelt und ein weiteres Fortschreiten verhindert werden.

Wichtige Grundlagen einer guten Diabetestherapie sind Schulungen der Betroffenen und eventuell auch ihrer Angehörigen sowie eine geregelte Lebensweise.

Typ-1-Diabetes

Die Behandlung eines Typ-1-Diabetes besteht immer und von Anfang an im Ersatz des fehlenden Insulins. Dies ist durch Injektionen (meist vier mal täglich) mithilfe einer Spritze oder eines so genannten Pens oder durch kontinuierliche Infusion mit einer Insulinpumpe möglich. Ein Pen ist eine Art besonderer Spritze, die aussieht wie ein dicker Kugelschreiber, und mit deren Hilfe, sich Insulin sehr einfach applizieren lässt.

Die erforderliche Dosis von Insulin richtet sich nach dem aktuellen Blutzucker, der Menge der zugeführten Kohlenhydrate und nach der geplanten körperlichen Bewegung. Zum Erlernen der Insulintherapie, und auch zum Erwerb eines fundierten Hintergrundwissens über den Diabetes werden für die Patienten und auch für ihre Angehörigen spezielle Schulungskurse angeboten. Bei unzureichender Behandlung des Typ-1-Diabetes ist das Risiko für akute Entgleisungen und für diabetische Folgeerkrankungen hoch.

Typ-2-Diabetes

Beim Typ-2-Diabetiker stehen zunächst die geregelte Lebensweise, Ernährungsumstellung, Reduktion des Körpergewichts, vermehrte körperliche Bewegung sowie Nikotin- und Alkoholverzicht im Vordergrund. Viele Patienten können damit über viele Jahre hinweg behandelt werden. Reicht dies nicht oder nicht mehr aus, so sind dann auch Tabletten (orale Antidiabetika) oder eine Insulintherapie angezeigt. Die Therapie des Typ-2-Diabetes darf sich nicht auf die Normalisierung des Blutzuckers beschränken, sondern es müssen Blutdruck, Blutfette und andere Störungen konsequent mitbehandelt werden, um insbesondere auch Folgeerkrankungen an den großen Gefäßen zu verhindern. Nach 15 bis 20 Jahren Krankheitsverlauf brauchen aber auch Typ-2-Diabetiker häufig Insulin.

Sehr wichtig für Typ-2-Diabetiker sind spezielle Diabetikerschulungen, in denen man sich umfassend über die Erkrankung, die Therapiemöglichkeiten und das Leben mit Diabetes informieren kann.

Diese Hilfe zur Selbsthilfe ist ein wesentlicher Bestandteil einer modernen Diabetestherapie.

Schwangerschaftsdiabetes

Der Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes) muss behandelt werden, um Komplikationen bei Kind und Mutter zu vermeiden. Reicht eine Ernährungsumstellung nicht aus, muss zur Normalisierung der erhöhten Blutzuckerwerte Insulin gespritzt werden. Eine Diabetesbehandlung mit Tabletten ist während einer Schwangerschaft nicht erlaubt, da diese Medikamente das heranwachsende Kind schädigen können. Unbehandelt kann die Zuckerkrankheit zu Entwicklungsstörungen und Fehlbildungen und im schlimmsten Fall sogar zum Tod des ungeborenen Kindes führen. Eine Kontrolle des Blutzuckers in der 26. bis 28. Schwangerschaftswoche wird deshalb empfohlen. Frauen mit einem Schwangerschaftdiabetes sollten unbedingt eine spezialisierte diabetologische Betreuung in Anspruch nehmen.

Quelle: Springer Medizin
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