Verstopfung - Obstipation - Therapie

Verstopfung liegt vor, wenn weniger als dreimal pro Woche Stuhlgang besteht, wenn der Stuhl sehr hart ist und nur durch starkes Pressen abgesetzt werden kann.


Therapie

Das A und O für die Behandlung der Verstopfung ist die Umstellung der Ernährung auf ballaststoffreiche Kost und ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Abführmittel sollten nur in Ausnahmefällen angewendet werden. Bevorzugt werden dabei Quellstoffe. Ausreichende Bewegung und Toilettenkonditionierung unterstützen die Darmtätigkeit.

Bei der Mehrheit der Patienten wird keine organische Ursache für die Verstopfung festgestellt. Dann liegt eine funktionelle Verstopfung (Obstipation) vor. Ziel der Therapie ist dann, die Darmfunktion wieder anzuregen.

Dabei ist ganz wichtig, dass auf abführende Medikamente verzichtet wird. Medikamente, die die Verstopfung verursachen oder verstärken, sollten nach Möglichkeit durch andere Präparate ersetzt werden.

Ernährungsumstellung, ausreichende Flüssigkeitszufuhr und Toilettenkonditionierung

Der Arzt wird vor allem Empfehlungen zur Ernährungsumstellung auf ballaststoffreiche Kost und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geben. Auch Hinweise auf eine vermehrte körperliche Aktivität und ein Gespräch über eine geeignete Toilettenkonditionierung sollten in dem ausführlichen Beratungsgespräch nicht fehlen. Bei der Toilettenkonditionierung sollte nach Möglichkeit täglich zur gleichen Zeit, zum Beispiel morgens nach dem Frühstück, Stuhlgang abgesetzt werden. Auch wenn dies anfangs nicht immer gelingt, gewöhnt sich der Körper mit der Zeit an die regelmäßige Darmentleerung.

Ganz wichtig ist auch die Aufklärung durch den Arzt über den Verdauungsvorgang und die bestehende Störung, um eventuell zu Unrecht bestehende Ängste abzubauen. Wenn psychischer Stress als Auslöser der Verstopfung beteiligt ist, kann auch ein Gespräch mit dem Psychologen in Erwägung gezogen werden.

Folgende Punkte sollten Sie mit Ihrem Arzt besprechen:

  • Welches Stuhlverhalten gilt als normal, was ist Verstopfung?
  • Werden Abführmittel verwendet? Wenn ja, wie lange?
  • Absetzen der Dauereinnahme von Abführmitteln
  • Umstellung der Ernährung auf eine betont ballaststoffreiche Kost mit Vollkornbrot, Vollkornerzeugnissen, Müsli, Obst und Gemüse
  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr von mindestens eineinhalb bis zwei Liter pro Tag
  • Vermeiden von stopfenden Lebensmitteln wie Bananen, Kakao, fettem Käse, Schokolade, Wurst
  • täglich ausreichende Bewegung
  • Erlernen von Atem- und Gymnastikübungen, die den Darm aktivieren
  • Regeln zur Toilettenkonditionierung
  • Vermeidung von Hetze und Stress
  • Abklärung möglicher psychischer Ursachen
Medikamente nur in Einzelfällen

Da der Darm nach oft lang anhaltender Verstopfung nicht allein durch eine Ernährungsumstellung wieder ausreichend aktiv wird, bringt die Gabe von Quellstoffen eine raschere Normalisierung der Darmfunktion. Vorübergehend wird in Einzelfällen auch ein so genanntes Prokinetikum (kineo = bewegen), zum Beispiel Metoclopramid, gegeben, das die Darmtätigkeit anregt.

Bei Stuhlentleerungsstörungen können zusätzlich lokale Weichmacher beziehungsweise so genannte CO2-Entwickler verabreicht werden, die die Konsistenz des Stuhls günstig beeinflussen.

Außerdem: Abführmittel dürfen nur so hoch dosiert werden, dass sie zu einem zwar weichen, aber noch geformten Stuhl führen. Grund: Wässrige Stühle führen zu Flüssigkeits- und Elektrolytverlusten, die auf Dauer die Darmträgheit noch weiter verstärken können.

Viele Abführmittel führen zu einer sehr gründlichen Darmentleerung. Dadurch ist das Ausbleiben des Stuhlgangs an den Folgetagen ganz normal und keinesfalls eine erneute Verstopfung. Der Stuhlgang kann erst wieder auf natürliche Weise erfolgen, wenn der Darm eine gewisse Füllmenge erreicht hat.

Quelle: Springer Medizin
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