Depressionen - Therapie
Therapie
Die Behandlung der Depression setzt sich aus medikamentöser und psychotherapeutischer Behandlung zusammen. Es gibt verschiedene Gruppen von Antidepressiva und auch unterschiedliche psychotherapeutische Ansätze. Die Behandlung muss für jeden Patienten individuell festgelegt werden.
Einführung in die Behandlung
Zur Behandlung depressiver Erkrankungen stehen heute moderne, adäquate Verfahren zur Verfügung, die auch genutzt werden sollten.
In einer kompetenten mehrdimensionalen Behandlung werden medikamentöse Therapie und Psychotherapie (durch den Facharzt oder in Kooperation mit einem psychotherapeutischen Arzt oder Psychologen) sinnvoll kombiniert. Psychopharmakologische und psychotherapeutische Ansätze sind keine Gegensätze, sondern ergänzen sich.
Im Rahmen mehrdimensionaler Therapieansätze müssen meist sowohl die Persönlichkeit, die zugrunde liegende neurobiologische Störung, die seelischen Symptome als auch die sozialen Belastungen, die die Erkrankung auslösen und aufrecht erhalten können, berücksichtigt werden. Je nach Krankheitsbild und Symptomatik werden unterschiedliche Verfahren eingesetzt.
Leichte Depressionen
Bei leichten Depressionen können stützende Maßnahmen, zum Beispiel Entwicklung von Problemlösungsstrategien oder spezifische Kurzzeit-Psychotherapie ausreichen. Bei der Herbst- oder Winterdepression hat sich auch die Lichttherapie bewährt. Regelmäßige Spaziergänge am Tag können ebenfalls die Stimmung verbessern.
Mittelschwere bis schwere Depressionen
Menschen mit mittelschweren bis schweren Depressionen sprechen am besten auf eine Kombination von Antidepressiva und psychotherapeutischen Verfahren an. Die zur Verfügung stehenden Antidepressiva scheinen dabei weitgehend gleichwertig zu sein, unterscheiden sich jedoch in ihren Nebenwirkungen. So sind die neueren Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) gegenüber den älteren tri- und tetrazyklischen Antidepressiva in der Regel besser verträglich. Bei leichten bis mittelschweren Depressionen können auch Johanniskraut-Präparate wirksam sein. Aufgrund der natürlichen Schwankungen des Wirkstoffgehalts sollten dabei standardisierte, hoch dosierte Präparate eingesetzt werden.
Für die Behandlung von Depressionen wurden zudem zahlreiche psychotherapeutische Kurzzeit- oder längerfristige Therapien entwickelt. Die Aufdeckung und Aufarbeitung von Beziehungsmustern kann den Betroffenen helfen, die tiefer liegenden Konflikte zu erkennen. Je nach den individuell vorhandenen Problemen und zugrundeliegenden Ursachen können daher sowohl Psychoanalyse, Hypnose oder andere psychotherapeutische Verfahren sinnvoll sein. Wirksam sind Psychoanalyse, tiefenpsychologische Therapie, interpersonelle Therapie und Verhaltenstherapie. Welche Therapie die besten Erfolgsaussichten hat, richtet sich dabei u.a. nach der jeweils vorhandenen Persönlichkeitsstruktur, dem Erkrankungsbild und der Vorgeschichte.
Zusätzlich unterstützend wirken beispielsweise Musiktherapie, Ergotherapie, Rollenspiel, Psychodrama und Gestalttherapie. Auch Sport ist eine wichtige Ergänzung. Insbesondere Ausdauersportarten können die Stimmung verbessern und erneuten depressiven Episoden vorbeugen. Viele Betroffene profitieren zudem von Entspannungsmethoden wie Autogenem Training, Yoga, Progressiver Muskelentspannung nach Jacobson oder Biofeedback.
Darüber hinaus kann auch eine Wachttherapie unter ärztlicher Aufsicht mit teilweisem Schlafentzug kurzzeitig sinnvoll sein.
Schwere Depressionen
Auch Menschen mit schweren Depressionen sprechen in der Regel gut auf eine Kombination von Antidepressiva und psychotherapeutischen Verfahren an. Da sie intensive Behandlung benötigen, ist in den ersten Wochen häufig eine Aufnahme in eine entsprechende Klinik empfehlenswert.
Prognose
Wirksamkeitsstudien gehen davon aus, dass Menschen mit Depressionen in 70 bis 80 Prozent der Fälle erfolgreich behandelt werden können. Bei schweren Depressionen ist aber in der Regel ein Klinikaufenthalt erforderlich. Dabei ist die Prognose umso besser, je früher mit einer Behandlung begonnen wird. Die meisten Depressionen klingen zwar auch ohne Behandlung wieder ab, das Risiko für eine erneute Erkrankung ist aber hoch und steigt mit jedem weiteren Rückfall. Mit der richtigen Behandlung bessert sich die Symptomatik bereits nach zwei Wochen und das Risiko, dass eine chronische Depression entsteht, wird deutlich reduziert. Voraussetzung für eine günstige Prognose ist dabei auch, dass die gegebenenfalls verordneten Medikamente in der optimalen Dosierung und regelmäßig eingenommen werden. Wird eine Psychotherapie begonnen, sollte sie ebenfalls konsequent durchgeführt werden.
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