Neurodermitis - Atopisches Ekzem - Symptome

Die Neurodermitis ist eine chronische Hauterkrankung, die sich Hauttrockenheit, Ekzembildung und Juckreiz auszeichnet. Hier finden Sie alles zum Thema - inklusive kostenloser Expertenrat.


Symptome

Ein Ekzemherd durchläuft drei Stadien. Beim Säugling kann der Milchschorf die Erstmanifestation des atopischen Ekzems sein, auch an den Wangen und auf der behaarten Kopfhaut können Ekzemherde in diesem Alter vorkommen. Beim älteren Kind und auch Erwachsenen sind die typischen Stellen an den Beugeseiten der Extremitäten zu finden. Es gibt im Erwachsenenalter auch die so genannten Minimalvarianten und das dyshidrosiforme Handekzem als Sonderform.

Welche Stadien durchläuft das atopische Ekzem?

Die Krankheitszeichen beim atopischen Ekzem sind vielgestaltig und unter anderem vom Lebensalter abhängig. In der Entwicklung eines Ekzemherdes lassen sich ganz allgemein drei Stadien beobachten: die akute Entstehungsphase, die chronische Phase und als Endzustand eine Verdickung der Hornschicht mit einer Vergröberung der Hautoberfläche.

In der akuten Entstehungsphase eines Ekzems stehen entzündliche Veränderungen wie Rötung, Schwellung der Haut, Nässen und Krustenbildung durch Eintrocknen des Sekrets im Vordergrund. Wenn diese akute Entzündungsreaktion nicht rechtzeitig behandelt wird, zum Beispiel durch kurzfristige Anwendung eines schwach wirksamen Glukokortikoids (Kortisonpräparats) geht das Ekzem in der Regel in die chronische Phase über. In diesem Stadium können stark juckende rote Knötchen auftreten. Wenn entzündliche Herde an der Haut über längere Zeit (zum Beispiel einige Monate) bestehen, kann es zu einer Verdickung der Oberhaut aufgrund einer erhöhten Zellteilungsrate in der Basalzellschicht kommen. Insbesondere die Hornschicht ist verdickt und macht sich als weißliche Schuppung bemerkbar. Im Bereich eines chronischen Ekzems wirkt außerdem das Muster der "Felder" an der Hautoberfläche gröber. Diese Vergröberung des Hautreliefs in Kombination mit einer sichtbaren Verdickung der Oberhaut wird Lichenifikation (Flechtenbildung) genannt.

Bei besonders schwer betroffenen Kindern besteht unter Umständen die Gefahr einer seelischen Fehlentwicklung. Außerdem führt das Kratzen zu einer Schädigung der Hornschichtbarriere mit dem Eindringen von Bakterien in die Haut und der Folge einer verstärkten Entzündungsreaktion und noch intensiveren Juckreizes. Häufiges Kratzen sowie das Fehlen einer wirksamen Behandlung können die Abheilung der Entzündung behindern und dazu führen, dass die Entzündungsreaktion chronisch wird.

Das Aussehen des atopischen Ekzems ist altersabhängig

Die Lokalisation beziehungsweise das Aussehen der Ekzemherde hängt stark vom Alter des Betroffenen ab. Im Säuglings- und Kleinkindalter herrscht in der Regel eine leicht schuppende Rötung an den Wangen oder an der behaarten Kopfhaut vor, die sich zu einem nässenden Ekzem weiterentwickeln kann. Für Kinder ab dem zweiten Lebensjahr sind gerötete, trockene, schuppende und juckende Ekzemherde an den Ellenbeugen und Kniekehlen typisch. Diese Körperstellen können auch im Erwachsenenalter betroffen sein.

Milchschorf als frühestes Zeichen des atopischen Ekzems

Beim Säugling trocknet die ausgetretene Gewebsflüssigkeit zu gelblich-bräunlichen Krusten an, die unter der Bezeichnung "Milchschorf" bekannt sind. In der Regel heilt der Milchschorf im Laufe des zweiten, spätestens des dritten Lebensjahres spontan ab. Manche Kinder, die im Säuglingsalter Milchschorf hatten, erkranken später an Ekzemen im Bereich von Ellenbeugen oder Kniekehlen (so genanntes Beugenekzem), im Bereich der Beugeseiten der Handgelenke sowie am Hals. Andere Kinder haben lediglich eine trockene, empfindliche Haut, ohne an Ekzemen zu erkranken. Heute gilt es aber als gesichert, dass der Milchschorf die früheste Erscheinungsform der vielgestaltigen Erkrankung atopisches Ekzem ist.

Hautveränderungen bei Kindern und Erwachsenen

Für Kinder ab dem zweiten Lebensjahr sind gerötete, trockene, schuppende und juckende Ekzemherde an den Ellenbeugen und Kniekehlen (so genanntes Beugenekzem), an den Beugeseiten der Handgelenke sowie am Hals beziehungsweise Nacken typisch. Diese Körperstellen können unter Umständen auch im Erwachsenenalter betroffen sein.

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Auf dem behaarten Teil des Säuglingskopfes finden sich die gelblichen Krusten des Milchschorfes.

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Typische Hautveränderungen beim atopischen Ekzem am Hals.

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Kniekehlen und Ellenbeugen sind die klassischen Körperstellen für die sogenannten Beugeekzeme.

Minimalvarianten

Bei Menschen mit einer atopischen Disposition können neben typischen Ekzemherden auch so genannte Minimalvarianten des atopischen Ekzems auftreten. Insbesondere im Erwachsenenalter können diese geringfügigen Hautveränderungen die einzigen Anzeichen der Erkrankung sein.

Bevorzugte Stellen sind:

  • Lippen
    Bei Menschen mit atopischer Disposition besteht eine starke Neigung zur Austrocknung der Lippen. Insbesondere in der kalten Jahreszeit kann es, begünstigt durch Lecken der trockenen Lippen, zum so genannten Leckekzem, einer Lippenentzündung (Cheilitis) kommen. Unter Umständen kommt Perlèche (Entzündung der Mundwinkel mit Rötung, Brennen und kleinen Hautrissen).

    Im Falle einer Infektion wird örtlich mit Antibiotika behandelt, ansonsten mit Fettsalben, gegebenenfalls mit Zusatz eines Glukokortikoids zur Beschleunigung der Abheilung. Das Lecken der Lippen sollte vermieden werden; stattdessen sollte ein Lippenbalsam oder Vaseline aufgetragen werden.


  • Augenlider
    Eine Rötung beziehungsweise ein Ekzem der Augenlider tritt insbesondere im Frühjahr oder Sommer auf, wenn die Gesichtshaut in Kontakt mit in der Luft fliegenden Pollen kommt. Feuchte Umschläge können die Beschwerden lindern.


  • Pityriasis alba
    Unter Pityriasis alba (pityron = Kleie; alba = weiß) versteht man münzgroße helle Hautflecken mit feiner (kleieförmiger) Schuppung. Diese finden sich insbesondere bei Kindern im Gesicht oder an den Armen und besitzen keinen eigenen Krankheitswert. Wenn sie kosmetisch stören, kann eine Lösung der Schuppen mit Hilfe harnstoffhaltiger Salben versucht werden.


  • Rhagaden/ atopisches Hand- und Fußekzem
    Schmerzhafte Hautrisse (Raghaden) am Ansatz des Ohrläppchens oder in den Fingerzwischenräumen werden ebenso mit einer Fettsalbe (gegebenenfalls unter Folie) behandelt wie Hautrisse an den Fingerkuppen und Zehen. Die Hautveränderungen (Rötung, Schuppung, Hautrisse) können auch auf Handflächen beziehungsweise Fingerrücken übergreifen und zur Entstehung eines atopischen Handekzems führen.
Sonderformen des atopischen Ekzems

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Atopisches Lippen- oder Leckekzem mit Einrissen ( Rhagaden) im Bereich der Mundwinkel ( häufig bei Kindern)

Eine besondere Variante des atopischen Ekzems ist das dyshidrosiforme atopische Ekzem. Entgegen früherer Annahmen besteht allerdings kein Zusammenhang zwischen diesen Hautveränderungen und der Funktion der Schweißdrüsen (dys- = schlecht; hidrosis = Schwitzen).

Das dyshidrosiforme Ekzem ist gekennzeichnet durch viele kleine, oft nur stecknadelkopfgroße, stark juckende Bläschen mit klarem Inhalt an den Seitenflächen der Finger und/oder der Zehen, an Handflächen und/oder Fußsohlen.

So kann einem dyshidrosiformen Ekzem unter anderem eine Kontaktallergie (zum Beispiel gegenüber Nickel oder Duftstoffen) beziehungsweise eine Pilzerkrankung der Haut zugrunde liegen. Diese möglichen Ursachen lassen sich gegebenenfalls durch einen Allergietest mit einem Pflaster am Rücken (Epikutantest) oder durch Versuch der Anzüchtung von Pilzelementen aus Schuppenmaterial von der Haut ausschließen. Außerdem kann chronische Hautschädigung zum Beispiel durch alkalische Seifen oder Putzmittel das Auftreten eines dyshidrosiformen Ekzems begünstigen, insbesondere wenn der Betroffene Raucher ist.

Quelle: bsmo Redaktion; Springer Professional Medicine
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