Depressionen - Symptome

Der Begriff Depression kommt vom lateinischen "deprimere" und bedeutet soviel wie niederdrücken.


Symptome

Eine Depression verändert den Menschen in drei Bereichen: im Verhalten, im Erleben und in der körperlichen Vitalität. Wann aber wird aus einem Stimmungswandel eine Krankheit und wie stellt sie sich dar?

Gefühle der Traurig- und Trostlosigkeit, der Hoffnungs- und Hilflosigkeit bestehen annähernd jeden Tag, überdauern mindestens zwei Wochen und das Interesse an allen gewohnten Aktivitäten erlischt. Interessenverlust ist ein Kernaspekt für die Diagnosestellung der unipolaren Depression und in nahezu allen Fällen vorhanden. Auch Schmerzen (Rücken-, Schulter-, Nacken-, Kopf- oder Bauchschmerzen) treten bei Depressionen häufig auf. Praktisch bedeutet das: Sie können Ihre Arbeit nicht mehr bewältigen, blocken alles ab, was bisher mit Lust und Genuss verbunden war - vermeiden zum Beispiel soziale Kontakte, stellen Hobbys ein - und ziehen sich ins Bett zurück.

Zu den Hauptsymptomen zählen:

  • gedrückte Stimmung, Niedergeschlagenheit
  • Interessenverlust, Freudlosigkeit
  • Antriebslosigkeit und erhöhte Ermüdbarkeit

Zusatzsymptome sind:

  • verminderte Konzentration und Aufmerksamkeit
  • vermindertes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen
  • Schuldgefühle und Gefühl der Wertlosigkeit
  • pessimistische Sicht auf die Zukunft
  • Gedanken an Selbstmord oder gar Suizidversuche
  • Schlafstörungen
  • Appetit- und Gewichtsverlust

Die Diagnose einer Depression kann nach diesen Kriterien gestellt werden, wenn mindestens zwei Hauptsymptome zusammen mit mindestens zwei weiteren Zusatzsymptomen über einen Zeitraum von mindestens zwei Wochen vorliegen.

Weitere Symptome können sein:

  • allgemeine körperliche Abgeschlagenheit, Mattigkeit
  • Schlafstörungen (Ein- und Durchschlafstörungen)
  • Appetitstörungen, Magendruck, Gewichtsverlust, Obstipation, Durchfall
  • nicht genau lokalisierter Kopfschmerz
  • Druckgefühl in Hals und Brust, Kloß im Hals
  • Herz-Kreislauf-Störungen, wie Herzstolpern, unregelmäßiger Herzschlag, Herzrasen
  • Atemschwierigkeiten, Atem- und Luftnot
  • Magen- und Darmprobleme
  • Schwindelgefühle, Flimmern vor den Augen, Sehstörungen
  • Muskelverspannungen, unklare einschießende Schmerzen
  • Mangelnde Lust auf sexuelle Aktivitäten, Aussetzen der Menstruation, Impotenz, sexuelle Funktionsstörungen
  • Gedächtnisstörungen
  • Wahnvorstellungen, Halluzinationen

In einigen Fällen sind auch plötzliche Stimmungsumschwünge ins Gegenteil möglich. Ein phasenhafter Verlauf mit manischen (u.a. gesteigerter Antrieb, gehobene bis überschwängliche oder gereizte Stimmung) und depressiven Symptomen kann auf eine bipolare Depression hinweisen.

Die strikte Trennung zwischen uni- und bipolaren Verläufen ist problematisch. So kann man beispielsweise nach einer oder mehreren depressiven Episoden nicht sicher wissen, ob manische Episoden folgen werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass nach drei unipolaren Episoden eine manische Episode auftritt, liegt zwischen zehn und 30 Prozent.

Quelle: Springer Medizin / Letzte Überarbeitung: Redaktion SpringerGesundheit, 14.12.2010
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