Durchfall, Diarrhö - Rezeptfreie Medikamente

Durchfall (Diarrhö) ist ein Symptom, das vielfältige Ursachen haben kann. Ein akuter Durchfall lässt sich gut mit Hausmitteln und rezeptfreien Medikamenten behandeln und ist meist nach drei Tagen überstanden.


Rezeptfreie Medikamente

Zur Behandlung eines akuten Durchfalls gibt es gut wirksame rezeptfreie Medikamente. Mit ihrer Hilfe werden eventuell im Darm vorhandene schädliche Substanzen gebunden, verlorengegangene Flüssigkeit und Salze ersetzt oder der Darm beruhigt und regeneriert.

Medikamente gegen Durchfall (Antidiarrhoika) sind in vielen verschiedenen Formen erhältlich: als Tabletten, Kapseln, Tropfen oder Pulvermischungen. Sie lassen sich einteilen in:

  • Mittel zum Ausgleich des Wasser- und Salzverlustes
  • Mittel zur Beruhigung des Darms (Motilitätshemmer)
  • Mittel zum Binden schädlicher Substanzen (Adsorbenzien)
  • Mittel zur Regeneration der Darmschleimhaut
  • Pflanzliche Durchfallmittel

Mittel zum Ausgleich des Wasser- und Salzverlustes

Die wichtigste Maßnahme bei einem akuten Durchfall ist der rasche Ausgleich der verlorengegangene Flüssigkeit und der Salze (Rehydratation). Dafür eignen sich rezeptfrei erhältliche Fertigmischungen (Glucose-Elektrolyt-Mischungen) aus Traubenzucker (Glucose) und speziell zusammengesetzten Salzen (Elektrolyten). Sie werden in kleinen Mengen über den Tag verteilt getrunken. Dadurch bessern sich auch die durch einen hohen Flüssigkeitsverlust bedingten Beschwerden wie Müdigkeit und Abgeschlagenheit. Patienten mit Herzschwäche oder Nierenerkrankungen dürfen Elektrolyt-Mischungen nur unter ärztlicher Aufsicht anwenden.

Mittel zur Beruhigung des Darms (Motilitätshemmer)

Eine rezeptfreie Möglichkeit, den Durchfall schnell zu stoppen, ist die Gabe des Motilitätshemmers Loperamid. Bei Kindern dürfen Loperamid-haltige Präparate erst ab dem zweiten Lebensjahr eingesetzt werden.

Tipp: Mehr Informationen zu Loperamid finden Sie in unserem Minispecial Durchfall ...

Mittel zum Binden schädlicher Substanzen (Adsorbenzien)

Durchfall-auslösende Bakterien verursachen im Darm Gärungsprozesse und scheiden Giftstoffe (Toxine) aus. Mit Adsorbenzien können die bei diesen Prozessen gebildeten schädlichen Substanzen gebunden werden, dadurch normalisiert sich die Darmfunktion. Zu diesen Mitteln gehören:

  • Medizinische Kohle
  • Smektit
  • feinverteiltes Siliciumdioxid

Mittel zur Regeneration der Darmschleimhaut und Wiederherstellung der normalen Darmflora

Durch einen infektiös bedingten akuten Durchfall wird die normale Darmflora gestört. Muss der Arzt ein Antibiotikum verordnen, wird dadurch auch die physiologische Darmflora teilweise abgetötet. Daher ist es empfehlenswert, zur Unterstützung des Genesung nach einem akuten Durchfall Mikroorganismen einzunehmen, die natürlicherweise im Darm vorkommen (z.B. Lactobacillus rhamnosus, Saccharomyces cerevisiae). Sie sind in Form von Kapseln oder einer Suspension zum Einrühren in Wasser erhältlich.

Gerbstoffe sind synthetisch hergestellte rezeptfreie Mittel, die regenerierend auf die obersten Schichten der Darmschleimhaut wirken und so die normale Darmfunktion wiederherstellen helfen.

Pflanzliche Mittel gegen Durchfall

Zu den pflanzlichen Durchfallmitteln zählen Apfelpektin, das Giftstoffe im Darm binden vermag, und Extrakte (in Form von Kapseln, Tabletten, Saft oder Tropfen erhältlich) aus:

  • Eichenrinde
  • Tormentillwurzelstock
  • Uzara-Wurzel

die regenerierend auf die oberen Schichten der Darmschleimhaut wirken.Der Extrakt aus der in Afrika beheimateten Uzara-Wurzel ist auch für Säuglinge und Kleinkinder mit unspezifischen Durchfallerkrankungen geeignet. Für Patienten, die Medikamente gegen Herzschwäche (Herzglykoside) einnehmen, ist das Mittel nicht geeignet.

Quelle: Rote Liste online (www.rote-liste.de)
Bruhn/Frey/Wagner: Das Kind in der Apotheke. Deutscher Apotheker Verlag, Stuttgart (2006)
Wernig, C. (Hrsg.): Medizin für Apotheker. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart, 2. Auflage (1997)
Schaefer/Spielmann/Vetter: Arzneiverordnung in Schwangerschaft und Stillzeit, Elsevier GmbH, 7. Auflage 2006
Lennecke/Hagel/Przondziono: Selbstmedikation, Deutscher Apotheker Verlag, Stuttgart (2004)
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