Rückenschmerzen - Rezeptfreie Medikamente

Rückenschmerzen sind ein Symptom für viele Erkrankungen: Verspannungen der Muskulatur, Bandscheibenvorfall, aber auch innere Krankheiten wie Herzinfarkt oder Nierenerkrankungen.


Rezeptfreie Medikamente

Als „Erste Hilfe“-Maßnahme bei Rückenschmerzen empfiehlt sich die Einnahme eines Schmerzmittels oder die Anwendung einer schmerzstillenden Salbe. Auch durchblutungsfördernde Bäder, Pflaster oder Einreibungen sind hilfreich, da sie für eine Durchwärmung der betroffenen Stellen sorgen und damit zur Schmerzlinderung führen.

Schmerzmittel zum Einnehmen bei Rückenschmerzen

Bei plötzlichen starken Rückenschmerzen ist die Einnahme eines Schmerzmittels sinnvoll. Denn dadurch wird vermieden, dass der Betroffene eine Schonhaltung zur Verminderung der Schmerzen einnimmt. Aus Schonhaltungen können Verspannungen der Rückenmuskulatur entstehen, die zu weiteren Schmerzen führen. Folgende Wirkstofffe sind geeignet:

  • Ibuprofen (als Tabletten, Kapseln oder Granulat zum Auflösen)
  • Acetylsalicylsäure (als Tabletten, Kautabetten oder Brausetabletten)
  • Paracetamol (als Tabletten, Saft oder Zäpfchen)
  • Diclofenac (als Tabletten)
  • Naproxen (als Tabletten)

Die Einnahme von Schmerzmitteln sollte nur kurzfristig, das heisst über 1 bis 2 Tage erfolgen, da ein längerer Gebrauch ohne ärztlichen Rat zur Abhängigkeit, gegebenenfalls zu Wechselwirkungen mit bereits eingenommenen anderen Medikamenten und zu zahlreichen Nebenwirkungen und führen kann, z.B.:

  • bei Ibuprofen und Acetylsalicylsäure zu Magen-Darm-Beschwerden
  • bei Paracetamol zu Leberschäden

Die vom Apotheker oder im Beipackzettel des Medikaments empfohlenen Dosierungen dürfen nicht überschritten werden.

Schmerzstillende Salben zur äußerlichen Anwendung bei Rückenschmerzen

In schmerzstillenden Salben sind ähnliche Wirkstoffe wie in Schmerzmitteln zum Einnehmen enthalten. Die Zubereitungen werden 3- bis 5-mal täglich auf die betroffenen Stellen aufgetragen und leicht einmassiert. Folgende Wirkstoffe sind rezeptfrei erhältlich:

  • Diclofenac (als Gel)
  • Ibuprofen (als Creme und Gel)
  • Indometacin (als Spray)

Durchblutungsfördernde Salben und Einreibungen zur äußerlichen Anwendung bei Rückenschmerzen

Salben und Einreibungen mit durchblutungsfördernden Wirkstoffen bewirken eine wohltuende Durchwärmung der betroffenen Stellen und können dadurch Verspannungen lösen und Schmerzen lindern.Folgende Wirkstoffe werden eingesetzt:

  • Benzylnicotinat (als Salbe, Gel, Essenz und Öl)
  • Nonivamid (als Salbe)
  • Nicoboxil (als Salbe)
  • Methylsalicylat (als Salbe, Einreibung)

Die betroffenen Stellen des Rückens werden mehrmals täglich eingerieben.Die zu behandelnden Hautstellen dürfen nicht verletzt sein. Die Zubereitungen dürfen außerdem nicht mit Schleimhäuten (vor allem von Augen und Nase) in Kontakt kommen. Daher ist es wichtig, die Hände nach dem auftragen der Zubereitung gründlich zu waschen.Wenn als Ursache der Beschwerden eine Entzündung (z.B. im Schultergelenk) vermutet wird, sind Salben und Einreibungen mit durchblutungsfördernden Wirkstoffen weniger geeignet. In diesem Fall ist Kälte anstelle von Wärme (z.B. eine Kältekompresse) sinnvoller.

Durchblutungsfördernde Bäder zur äußerlichen Anwendung bei Rückenschmerzen

Durchblutungsfördernde Bäder gegen Rückenschmerzen enthalten z.B. folgende Wirkstoffe:

  • Benzylnicotinat
  • Salicylsäure
  • Schwefel

Durchblutungsfördernde Bäder bewirken eine Durchwärmung des gesamten Körpers und damit eine Lockerung und Entspannung der schmerzenden Muskelstellen.Die Badedauer sollte 15 bis 20 Minuten betragen. Durchwärmende Bäder können 3- bis 4-mal wöchentlich angewendet werden. Personen mit Kreislaufbeschwerden sollten jedoch darauf verzichten.Bäder sind ebenfalls nicht geeignet, wenn eine akute Entzündung vorliegt. Nach dem Bad sollte die Haut gegebenenfalls mit einer Feuchtigkeitslotion eingecremt werden, da es bei empfindlichen Personen evtl. zur Austrocknung der Haut kommen kann.

Durchblutungsfördernde Pflaster zur äußerlichen Anwendung bei Rückenschmerzen

Durchblutungsfördernde Pflaster sind besonders vorteilhaft in der Anwendung, da sie bis zu 2 Tagen auf den betroffenen Stellen verbleiben können und die Bewegungsfreiheit nicht einschränken. Glegentlich kann es an den behandelten Stellen zu Überempfindlichkeitsreaktionen kommen. Nach einer Behandlung muss vor dem Aufkleben eines weiteren Pflasters an derselben Stelle 2 Wochen gewartet werden.Chemische Wirkstoffe in durchblutungsfördernden Pflastern ist Nonivamid, darüber gibt es Pflaster mit pflanzlichen Wirkstoffe.

Mittel mit pflanzlichen Wirkstoffen gegen Rückenschmerzen

Bei Rückenschmerzen aufgrund von Abnutzungserscheinungen im Bereich der Wirbelsäule kann häufig mit pflanzlichen Mitteln eine Linderung der Beschwerden erreicht werden.

Zu beachten ist dabei, dass diese Mittel (außer Cayennepfefferfrüchte zur äußerlichen Anwedung) nicht zur Linderung akuter Beschwerden eingesetzt werden können, da sie ihre msximale Wirksamkeit meist erst nach dreiwöchiger Behandlungsdauer erreichten. Sie sind daher eher zur Behandlung chronischer Rückenschmerzen geeignet und können dazu beitragen, chemische Schmerzmittel einzusparen.

Folgende Pflanzen werden eingesetzt:

  • südafrikanische Teufelskrallenwurzel (als Tee, Tabletten, Brausetabletten)
  • Weidenrinde (als Tee, Dragees, Kapseln, Lösung zum Einnehmen)
  • Cayennepfefferfrüchte (äußerlich als Salbe, Creme oder Pflaster)
  • Heublumenblüten (äußerlich als Kompressen; Heublumensack als feucht-heiße Kompresse)
  • Arnikablüten (äußerlich als Salbe oder Tinktur)
  • Beinwellwurzel/-kraut/-blätter (äußerlich als Salbe oder Lösung)
  • Campher (als Einreibung, Salbe)
  • ätherische Öle (z.B. Arnikaöl, Eukalyptusöl, Wacholderöl, Rosmarinöl, Pinienöl) in Salben und Einreibungen

Salben und Einreibungen mit Arnika-Extrakten können bei empfindlichen Personen Hautreizungen (z.B. Ausschlag) hervorrufen.

Quelle: Rote Liste online
Lennecke/Hagel/Przondziono: Selbstmedikation, Deutscher Apotheker Verlag, Stuttgart (2004)
Stiftung Warentest: Handbuch Selbstmedikation, Berlin (2002)
Schaefer/Spielmann/Vetter: Arzneiverordnung in Schwangerschaft und Stillzeit, Elsevier GmbH, 7. Auflage 2006
Nees-Delaval, B.: Wir werden Eltern, Falken-Verlag (1998)
Wernig, C. (Hrsg.): Medizin für Apotheker. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart, 2. Auflage (1997)
Bruhn/Frey/Wagner: Das Kind in der Apotheke. Deutscher Apotheker Verlag, Stuttgart (2006)
www.dgk.de
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