Übergewicht - Adipositas - Rezeptfreie Medikamente

Unter Übergewicht versteht man ein zu hohes Körpergewicht in Bezug auf die Körpergröße. Starkes Übergewicht wird als Fettleibigkeit (Adipositas) bezeichnet. Übergewicht und Adipositas erhöhen das Risiko für viele Erkrankungen und vermindern die Lebenserwartung.


Rezeptfreie Medikamente

Zur Behandlung von Übergewicht ist eine große Zahl von rezeptfreien Medikamenten und Nahrungsergänzungsmitteln (Präparate in Form von Kapseln, Tabletten, Granulat oder Tropfen, die keine Zulassung als Arzneimittel benötigen) auf dem Markt. Nach ihren Wirkprinzipien lassen sie sich einteilen in:

  • Sättigungs-Komprimate
  • Quellstoff-Präparate
  • homöopathische Mittel
  • Eiweiß-Präparate
  • Teezubereitungen
  • Bausteine des Stoffwechsels
  • Pflanzen-Extrakte mit Wasser-ausschwemmender Wirkung
Diese Mittel können Abnehmwillige bei ihrer Diät unterstützen. Sie ersetzen jedoch nicht die diätetischen Maßnahmen zur Reduktion des Übergewichts und die Notwendigkeit von körperlicher Aktivität zur Gewichtsabnahme.

Sättigungskomprimate und Quellstoffe

Die Wirkung von Sättigungskomprimaten und Quellstoffen beruht darauf, dass der Magen kalorienarm gefüllt und dadurch ein Sättigungsgefühl erzeugt wird. Der Appetit wird dabei jedoch nicht vermindert. Die Einnahme sollte etwa eine halbe Stunde vor einer Mahlzeit mit ausreichend Flüssigkeit (ca. 250 ml) erfolgen.

  • Sättigungs-Komprimate bestehen z.B. aus Meeresalgen-Inhaltsstoffen oder lyophilisiertem Kollagen
  • Quellstoff-Präparate bestehen aus Fruchtfasern, z.B. von Äpfeln oder Grapefruit, aus Algen-Extrakten oder Konjakwurzel-Mehl
Falls die Anwender von Sättigungskomprimaten oder Quellstoffen Medikamente gegen andere Erkrankungen einnehmen, muss bei der Einnahme ein Abstand von mindestens einer Stunde eingehalten werden, damit keine gegenseitige Beeinflussung erfolgt.

Homöopathische Mittel

Homöopathische Mittel zur Unterstützung der Gewichtsabnahme sind meist Kombinationspräparate.Einige dieser Mittel sind alkoholische Lösungen. Sie dürfen daher z.B. von Personen mit Lebererkrankungen und Alkoholkranken nicht eingenommen werden. Bei Mitteln, die auf der Basis von Blasentang hergestellt wurden und daher Iod enthalten, dürfen bei einer Jod-Überempfindlichkeit oder einer Schilddrüsen-Überfunktion nicht angewendet werden.Wie bei jeder homöopathischen Behandlung sollte auch bei Einnahme dieser Mittel auf starke Reize wie Kaffee, Pfefferminztee oder mentholhaltige Bonbons oder Zahnpasta verzichtet werden.

Eiweiß-Präparate

Durch die Einnahme von Eiweiß-Präparaten (z.B. in Form von Eiweiß-Drinks) begleitend zu einer Diät soll dem gefürchteten Eiweißverlust, der vor allem zu einem Verlust an Muskelmasse führt, begegnet werden. Mit der kontinuierlichen Aufnahme kleiner Eiweißmengen soll ein rasches „Anspringen“ der erwünschten Fettverbrennung erreicht werden.

Teezubereitungen

Das Trinken von Tees (z.B. Grüntee, Schwarztee, Rotbusch-Tee) begleitend zu einer Diät ist durch die zusätzliche Flüssigkeitsaufnahme sinnvoll. Teemischungen, in denen abführende Zusätze enthalten sind („Schlankheitsunterstützungs-Tees“) sind jedoch nicht empfehlenswert, da sie bei längerer Anwendung zum Verlust an Mineralstoffen führen können.Neben Teemischungen sind auch rezeptfreie Medikamente mit Tee-Extrakten (z.B. Grüntee-Extrakt) erhältlich.

Bausteine des Stoffwechsels

Bei Stoffwechsel-Bausteinen wie z.B. Carnitin oder Pyruvat handelt es sich um Substanzen, die in der Nahrung vorkommen, aber auch vom Körper selbst synthetisiert werden. Sie sollen einen gewichtsreduzierenden Effekt über eine Ankurbelung des Stoffwechsels (z.B. der Fettverbrennung) auslösen.

Pflanzen-Extrakte mit Wasserausschwemmender Wirkung

Die Inhaltsstoffe derartiger Präparate (z.B. Extrakte aus Birkenblättern, Hauchechel, Gartenbohne) führen durch eine Ausschwemmung von Wasser aus dem Körper zu einer Gewichtsreduktion. Sie dürfen von Personen mit Ödemen infolge eingeschränkter Herz- oder Nierenfunktion nicht angewendet werden.

Quelle: Springer Medizin
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