Herzinfarkt - Myokardinfarkt - Prävention

Beim Herzinfarkt wird die Versorgung des Herzmuskels über die Herzkranzgefäße (Koronargefäße) unterbrochen. Hier finden Sie alles zum Thema.


Prävention

Niemand kann sich vor einem Herzinfarkt sicher schützen. Es gibt jedoch Faktoren, die einen erheblichen Einfluss auf die Entstehung einer Herzerkrankung besitzen. Menschen, die mit einem oder mehreren dieser Faktoren belastet sind, haben ein deutlich erhöhtes Risiko. Übertragen auf einen Herzinfarkt-Patienten bedeutet dies: Überdenken Sie Ihre bisherigen Lebensgewohnheiten und ändern Sie diese konsequent. Rauchen und falsche Ernährung sowie mangelnde Bewegung sind nachgewiesenermaßen Feinde nicht nur des Infarktgeschädigten!

Auf Folgendes sollten Sie achten:

  • Hören Sie mit dem Rauchen auf.
  • Kontrollieren Sie ihr Gewicht und reduzieren sie mögliches Übergewicht.
  • Achten Sie auf regelmäßige Bewegung. Am besten geeignet sind Ausdauersportarten wie Laufen, Walken oder Fahrrad fahren.
  • Ernähren Sie sich gesund. Die mediterrane Kost mit Bevorzugung von Salaten, Obst, Gemüse, Olivenöl und mäßigem Weinkonsum ist cholesterinarm und faserreich.
  • Lassen Sie einen evtl. vorhandenen Diabetes, Bluthochdruck oder eine Fettstoffwechselstörung behandeln.

Ist bereits ein Infarkt eingetreten, sollte zusätzlich zur Reduzierung der Risikofaktoren eine medikamentöse Prophylaxe erfolgen. Folgende vier Medikamente gehören unter Beachtung von Nebenwirkungen und Gegenanzeigen in der Regel zum Therapieprogramm eines Infarktpatienten:

  • Beta-Blocker: Beta-Blocker blockieren bzw. hemmen die Signalübertragung des "Aktivitätsnervs" Sympathikus an Herz und Gefäßen. Dadurch schlägt das Herz langsamer und weniger kraftvoll und benötigt so weniger Sauerstoff. Der Blutdruck wird durch Beta-Blocker ebenfalls gesenkt, sodass noch ein weiterer Risikofaktor für die weitere Entwicklung einer KHK günstig beeinflusst wird. Erneute Infarkte sowie Todesfälle durch Herzrhythmusstörungen treten unter der Gabe von Beta-Blockern seltener auf.
  • Thrombozytenaggregations-Hemmer: Bei der koronaren Herzerkrankung (KHK) ist es notwendig, Blutgerinnselbildungen und dem Fortschreiten schon vorhandener Verengungen entgegenzuwirken. Alle Herzinfarktpatienten müssen deshalb lebenslang Hemmer der Blutplättchen (Thrombozytenaggregations-Hemmer) einnehmen. Der gebräuchlichste Wirkstoff ist die Azetylsalizylsäure (ASS) in niedriger Dosierung. Bei Unverträglichkeit von Azetylsalizylsäure kann Clopidogrel verabreicht werden.
  • CSE-Hemmer: Diese Medikamente werden auch Statine genannt und senken den Cholesterinspiegel. Dadurch hemmen sie das Fortschreiten der Arteriosklerose. In mehreren Studien wurde nachgewiesen, dass eine drastische Senkung des Cholesterinspiegels die Infarkthäufigkeit und die Sterblichkeit von Infarktpatienten verringert. Für das LDL-Cholesterin werden Werte von unter 100 Milligramm pro Deziliter angestrebt.
  • ACE-Hemmer: ACE-Hemmer sind Medikamente, die den Blutdruck senken, indem sie die körpereigenen Mechanismen hemmen, die eine Engstellung der Schlagadern bewirken. Dadurch wird der Blutdruck gesenkt, die Durchblutung gefördert, das Herz entlastet und die Nieren werden geschützt. Zusätzlich haben diese Medikamente einen günstigen Einfluss auf die pathologischen Umbauprozesse am Herzmuskel, die einem Infarkt folgen.


Quelle: Springer Medizin
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