Dickdarmkrebs - Rektumkarzinom - Prävention
Prävention
Dem Dickdarmkrebs kann mittlerweile sehr effizient vorgebeugt werden. Allgemeine Vorbeugemaßnahmen betreffen vor allem eine gesunde Ernährungsweise. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen können von allen Menschen ab einem bestimmten Alter oder bei Vorliegen besonderer Risikofaktoren in Anspruch genommen werden.
Allgemeine Vorbeugemaßnahmen
Da beim Dickdarmkrebs ursächliche Zusammenhänge mit einer bestimmten Lebensweise als gesichert gelten, lassen sich daraus auch einleuchtende Konsequenzen für eine wirkungsvolle Vorbeugung ziehen:
- Der Anteil von rotem Fleisch und tierischen Fetten in der Nahrung sollte möglichst niedrig gehalten werden.
- Durch eine ausreichende Aufnahme von Ballaststoffen werden schädliche Substanzen im Stuhl verdünnt und die Darmpassage der Nahrung wird beschleunigt. Ballaststoffe sind vorwiegend pflanzliche Fasern, die selbst keine Nährstoffe enthalten. Es werden hierzu fünf Obst- und Gemüsemahlzeiten täglich empfohlen.
- Reduktion von Übergewicht sowie ausreichende Bewegung wirken der Darmträgheit entgegen.
Vorsorgeuntersuchungen
Da die allermeisten Dickdarmkrebserkrankungen aus zuvor gutartigen Wucherungen der Darmschleimhaut entstehen, ermöglichen regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen eine frühe Erkennung in einem Stadium, in dem sehr gute Aussichten auf vollständige Heilung bestehen.
Für Männer und Frauen ohne spezielle Risikofaktoren oder Krankheitszeichen wird empfohlen:
- ab dem 50. Lebensjahr jährlich eine Stuhluntersuchung auf unsichtbare Blutbeimengungen durchführen zu lassen, kombiniert mit einer Tastuntersuchung des Enddarms. Auf diese Vorsorgeleistung besteht ab dem 45. Lebensjahr ein Anspruch im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung.
- ab dem 50. Lebensjahr eine Spiegelungsuntersuchung des Sigmadarms (Sigmoidoskopie) alle fünf Jahre durchführen zu lassen
- Ab dem 55. Lebensjahr alle zehn Jahre eine Spiegelungsuntersuchung des kompletten Dickdarmes (Koloskopie) durchführen zu lassen
Vorsorgeuntersuchungen beim Vorliegen von Risikofaktoren
Für Personen mit bestimmten Risikofaktoren werden die Untersuchungen bereits zu früheren Zeitpunkten oder in kleineren Intervallen empfohlen:
- Menschen mit entzündlichen Darmerkrankungen (Colitis ulcerosa), die über acht Jahre bekannt sind, sollten zunächst jährlich, nach zwei Jahren zweijährig eine komplette Dickdarmspiegelung (Koloskopie) mit mikroskopischer Untersuchung von Gewebsproben aus mehreren Darmabschnittendurchführen lassen.
- Verwandte ersten Grades von Patienten mit Dickdarmkrebs sollten sich zur Dickdarmspiegelung vorstellen, wenn sie zehn Jahre jünger sind, als der Patient zum Zeitpunkt der Krebsfeststellung. Die Untersuchung soll dann alle zehn Jahre wiederholt werden.
- Für Patienten mit familiärer adenomatöser Polyposis (FAP) gilt ein besonders eingreifendes Vorsorgeschema: Ist die Krankheit eindeutig festgestellt, so wird der gesamte Dickdarm operativ entfernt. Dies sollte bereits vor dem 20. Lebensjahr geschehen.
- Bei Verwandten von FAP-Erkrankten sollte im Alter von zehn Jahren durch eine genetische Untersuchung festgestellt werden, ob sie ebenfalls Träger der Erbinformation für diese Erkrankung sind. Ist dies der Fall, so muss bei den Kindern eine jährliche Spiegelung des Sigmadarms, beim Auffinden von Polypen des gesamten Dickdarmes durchgeführt werden.
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