Depressionen - Prävention

Der Begriff Depression kommt vom lateinischen "deprimere" und bedeutet soviel wie niederdrücken.


Prävention

Mit psychischen Erkrankungen zu leben ist schwer - für die Patienten wie für ihre Angehörigen. Sie brauchen Informationen, müssen selbst zu Spezialisten der Krankheit werden. Darauf zielt das Konzept der Psychoedukation: Patienten und Angehörige können ihre Lebensqualität verbessern und mithelfen, die Wiedererkrankung zu vermeiden.

Es ist für den Betroffenen ein langer und schmerzhafter Weg, die eigene Krankheit zu akzeptieren. Viele gehen den scheinbar leichten Weg der Verdrängung - kein guter Weg. Ein Glücksfall ist es, wenn man Angehörige hat, die einem zur Seite stehen und unter die Arme greifen, wenn es kritisch wird. Denn es ist schwer, sich zu seiner Krankheit zu bekennen. Dies zu ändern ist die Aufgabe der Psychoedukation.

Worum geht es bei der Psychoedukation?

Menschen mit einer seelischen Erkrankung sollten in der Familie und ihrem alltäglichen Umfeld leben - das ist in der Psychiatrie heutzutage unumstritten. Das lässt sich jedoch nur erreichen, wenn Patienten und Angehörige wissen, wie mit der Krankheit umzugehen ist. Was tun, wenn der depressive Partner morgens nicht mehr aufstehen will? Welche Aufgaben kann er übernehmen, was überfordert ihn?

Ziel der Psychoedukation ist es, bei der Bewältigung des Alltags auftauchende Fragen zu beantworten. Man braucht Bilder, man braucht prägende Worte, um zu vermitteln: Sie müssen sich auskennen, Bescheid wissen. Sie brauchen Wissen, um Autonomie zu erreichen. Zahlreiche Einrichtungen bieten entsprechende Seminare und Diskussionsveranstaltungen an. Dazu gehören vor allem psychiatrische Kliniken, medizinische und psychologische Fachbereiche der Universitäten, sozialpsychatrische Dienste, Caritas-Verbände, Gesundheitsämter, Volkshochschulen, Selbsthilfegruppen von Psychiatriepatienten und Angehörigen.

Untersuchungen haben ergeben: Psychoedukative Maßnahmen, in die Patienten und Angehörige eingebunden werden, erleichtern das Zusammenleben, verringern auch die Gefahr eines Rückfalls und gegebenenfalls einer erneuten stationären Behandlung.

Was Sie sonst noch tun können

  • Körperliche Aktivitäten haben einen positiven Einfluss auf die Psyche. Wer regelmäßig Sport treibt, steigert nicht nur seine körperliche Fitness, sondern auch seine mentale Belastbarkeit. Außerdem schafft Sport Erfolgserlebnisse, die sich positiv auf die seelische Verfassung auswirken. Sportarten, die sich an der frischen Luft und unter Ausnutzung der positiven Effekte des Tageslichtes ausüben lassen, sind besonders gut geeignet.
  • Regelmäßiges Erholen von den Strapazen des Alltags ist unerlässlich. Geeignet sind viele Methoden: angefangen von einem duftenden Bad über das Hören der Lieblingsmusik bis hin zu speziellen Entspannungstechniken.
  • Wichtig ist, mit Angehörigen oder Freunden offen über aktuelle Probleme zu sprechen. Niemand kann von nahe stehenden Menschen Verständnis und Hilfe erwarten, wenn er ihnen seine Sorgen nicht anvertraut.
  • Eine Lichttherapie ist bei einer Winterdepression sinnvoll. Grundlage der Behandlung ist die Verlängerung der täglichen Lichteinstrahlung durch künstliches Licht, das mindestens die zehnfache Intensität einer normalen Raumbeleuchtung aufweist.

Quelle: Springer Medizin / Letzte Überarbeitung: Redaktion SpringerGesundheit, 14.12.2010
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