Mittelohrentzündung - Otitis media - Prävention

Eine akute Mittelohrentzündung ist eine plötzlich einsetzende Entzündung der Mittelohrschleimhaut. Hier finden Sie alles zum Thema


Prävention

Ein allgemeines Vorbeugen vor Infektionskrankheiten der Luftwege reduziert auch das Auftreten von Mittelohrentzündungen. Darüber hinaus helfen verschiedene Maßnahmen, die Funktionsfähigkeit der Ohrtrompete aufrecht zu erhalten.

Im Kindesalter führt in 85 Prozent der Fälle eine Rachenmandelentfernung (Adenotomie) und ein kleiner Schnitt ins Trommelfell (Parazentese) zu keiner erneuten akuten Mittelohrentzündung mehr, da nach diesem Eingriff sowohl die Belüftung als auch der Sekretabfluss aus der Paukenhöhle gewährleistet ist.

Eine Ansteckung oder Übertragung der akuten Mittelohrentzündung erfolgt in der Regel nicht, wohl aber der Infektionen der Luftwege, die einer Mittelohrentzündung oftmals vorausgehen. Eine Häufung von Infekten generell ist bei Kindergarten- und Hortkindern zu beobachten. Eine daraus abgeleitete mögliche Vorbeugemaßnahme bestünde im Meiden von Menschenmengen, vor allem im Winter und in geschlossenen Räumen. Dies ist jedoch meist nicht praktikabel.

Eine Impfung gegen Hämophilus influenzae wird empfohlen, um schweren Erkrankungen wie Hämophilus-Hirnhautentzündung (Meningitis) oder der lebensbedrohlichen Entzündung des Kehldeckels (Epiglottitis) bei Kindern vorzubeugen. Ein Nebeneffekt dieser Impfung besteht darin, auch die durch diesen Keim hervorgerufenen Mittelohrentzündungen (also etwa 30 bis 50 Prozent aller Fälle) zu verhindern. Bei der großen Anzahl von anderen Keimen kann eine akute Mittelohrentzündung danach trotzdem auftreten, die Impfung stellt keine gezielte Vorbeugemaßnahme zur Verhinderung dieser Erkrankung dar.

Allgemein sollte besonders bei entsprechender Neigung kalte Zugluft gemieden werden. Vor allem bei Erkältungskrankheiten, Entzündungen der Nasennebenhöhlen et cetera muss bei Flugreisen immer auf genügenden Druckausgleich zwischen Mittelohr und Nasenrachen geachtet werden. Dies kann man zum Beispiel dadurch erreichen, dass man Säuglinge bei Start und Landung anlegt und trinken lässt, größere Kinder können durch das Lutschen von Bonbons zu vermehrtem Schlucken angeregt werden. Die Gabe von abschwellenden Nasentropfen eine halbe Stunde vor Flugantritt lässt die Ohrtrompetenöffnung im Nasenrachenraum abschwellen. Zum Einträufeln der Nasentropfen sollte der Kopf nach hinten geneigt und dann zur Seite gedreht werden, damit die Tropfen das entsprechende Gebiet auch erreichen. Auch Nasenspray kann benutzt werden.

Babys, die mit Flasche ernährt werden, sollten dabei immer im Arm gehalten, niemals mit der Flasche allein auf den Rücken gelegt werden. Durch die Anhebung des Kopfes wird eine bessere Funktionsfähigkeit der Ohrtrompete gewährleistet. Ebenfalls hat sich gezeigt, dass Kinder, die keinen Schnuller brauchen oder denen nach dem Einschlafen der Schnuller weggenommen wurde, nicht so häufig an Mittelohrentzündungen erkranken wie Kinder, die permanent am Schnuller saugen.

Grundsätzlich kann man die Infektionsanfälligkeit bei Kindern senken, indem man sie in einer zigarettenrauchfreien Umgebung aufwachsen lässt.

Wenn das Trommelfell vorübergehend durch ein Paukenröhrchen offen gehalten wird, sollte bedacht werden, dass in Wasser enthaltene Keime über das Paukenröhrchen ins Mittelohr gelangen können. Das Tauchen muss vermieden werden, da in diesem Fall das Wasser unter Druck durch das Röhrchen in die Paukenhöhle fließt. Baden oder vorsichtiges Haarewaschen sind insofern unbedenklich, als hierbei Wasserspritzer meist nur in den äußeren Gehörgang gelangen.

Quelle: Springer Medizin
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