Migräne - Prävention
Prävention
Den Migränekopfschmerzen kann man mit und ohne Medikamente vorbeugen
Vorbeugung ohne Medikamente
Durch die Gestaltung seiner Lebensweise kann der Migränepatient ohne Medikamente den Kopfschmerzen vorbeugen. Er sollte seine Anfallsauslöser meiden. Bei Nahrungsmitteln oder Alkohol und Nikotin ist das möglich, bei anderen Auslösern, wie zum Beispiel Stress, nicht immer. Manchmal hilft ein Training zur Stressbewältigung. Auch andere Entspannungsmethoden wie Biofeedback oder Muskelrelaxation nach Jacobson scheinen eine vorbeugende Wirkung zu haben. Das gleiche gilt für gesunde Sportarten wie beispielsweise Schwimmen oder Radfahren. Als ideal gilt ein Training von 20 bis 30 Minuten an drei bis vier Tagen in der Woche. Übertreibung kann zu Stress führen und schaden.
Migränepatienten sollten sich einen regelmäßigen Schlaf-Wach-Rhythmus angewöhnen und diesen auch am Wochenende beibehalten. Denn Änderungen können Kopfschmerzattacken auslösen. Die so genannte Wochenendmigräne wird beispielsweise durch zu viel Schlaf ausgelöst.
Hormone können die Migräne beeinflussen. Bei jeder zehnten Patientin sind die Anfälle an bestimmte Zyklusphasen gebunden. Manchen Frauen geht es ohne Pille am besten. Bei anderen kann ein Ovulationshemmer den Attacken vorbeugen. Welches Präparat am besten geeignet ist, muss jede Frau in Zusammenarbeit mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt für sich herausfinden. Man sollte aber wissen, dass sich Hormonpräparate zur Migränebehandlung nicht bewährt haben. Sie können lediglich unterstützend wirken.
Vorbeugung mit Medikamenten
Wenn der Patient trotzdem häufige oder besonders schwere Migräneanfälle erleidet, dann sollte man eine Vorbeugung mit Medikamenten versuchen. Als häufig gelten zwei oder mehr Kopfschmerzattacken pro Monat.
Die genannten Medikamente sind verschreibungspflichtig.
Als Mittel der ersten Wahl zur Vorbeugung gilt der Beta-Blocker Metoprolol. Anfangs nimmt man 50 bis 100 Milligramm täglich ein. Ist die Wirkung nicht ausreichend, so wird die Dosis alle zwei Wochen um 50 Milligramm gesteigert, bis zu einer Höchstdosis von 200 Milligramm. Ob das Medikament vorbeugend wirkt kann man frühestens nach sechs Wochen beurteilen. Wirkt der Beta-Blocker nicht oder besteht eine Gegenanzeige wie Asthma, so kann man einen Kalzium-Antagonisten einnehmen, zum Beispiel fünf bis zehn Milligramm Flunarizin.
Für Frauen, die nur während der Menstruation Migräneanfälle erleiden, ist der Cyclooxigenase-Hemmer Naproxen geeignet. Zweimal 500 Milligramm täglich werden zur Vorbeugung eingenommen. Man beginnt zwei Tage vor der Menstruation und behält diese Dosierung über sieben Tage bei.
Was Sie sonst noch tun können
Ausmaß und Häufigkeit der Migräneattacken lassen sich durch zahlreiche nichtmedikamentöse Maßnahmen einschränken:
- Herausfinden und Meiden (sofern möglich) der persönlichen Migräneauslöser.
- Stress und Anspannungen bewältigen durch regelmäßige Pausen oder gezielte Entspannungsmethoden wie Progressive Muskelentspannung nach Jacobson oder Autogenes Training.
- Auf einen gleichmäßigen Schlaf-Wach-Rhythmus achten, auch an Wochenenden und im Urlaub.
- Regelmäßig, aber moderat Ausdauersport betreiben, zum Beispiel Laufen, Nordic Walking oder Radfahren.
Weitere Informationen finden Sie im Special Kopfschmerz und Migräne
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