Übergewicht - Adipositas - Kinder
Kinder
Der Anteil übergewichtiger Kinder nimmt zu. Spezielle „Abspeckprogramme“ für Kinder und Jugendliche unter ärztlicher Überwachung, in die die gesamte Familie einbezogen wird, sind daher sinnvoll. In Schwangerschaft und Stillzeit sind Diäten tabu.
Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen
Um festzustellen, ob Kinder und Jugendliche übergewichtig oder adipös sind, wird wie bei Erwachsenen der Body-Mass-Index (BMI, Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch Körpergröße in Metern zum Quadrat) herangezogen. Anders als bei Erwachsenen können für Kinder jedoch keine BMI-Grenzwerte festgelegt werden. Ob Übergewicht vorliegt, wird daher aus speziellen Verteilungs-Diagrammen abgelesen, in die auch das Lebensalter und das Geschlecht eingehen.
In Deutschland hat die Zahl übergewichtiger und adipöser Kinder in den letzten Jahren stark zugenommen. Zurzeit sind etwa 15 Prozent im Alter bis 17 Jahre übergewichtig, darunter 6 Prozent mit Adipositas.Als Ursachen kommen in Frage:
- zu fettreiche Ernährung bei gleichzeitigem Bewegungsmangel
- unzureichendes Wissen über die Zusammensetzung und Wirkungsweise von Nahrungsmitteln
- Erbfaktoren
- bestimmte Verhaltensweisen, z.B. Essen als „Belohnung“, Essen aus Langeweile oder bei Frust
Spezielle Abspeck-Programme für Kinder und Jugendliche
Ob ein Kind oder ein Jugendlicher Übergewicht hat, sollte am besten ein Arzt feststellen. Denn in einigen wenigen Fällen ist Übergewicht oder Adipositas das Symptom einer anderen Erkrankung, z.B. einer Erbkrankheit.
Wenn Kinder und Jugendliche ihre Pfunde erfolgreich verlieren sollen, muss die gesamte Familie in die Behandlung einbezogen werden. Doch viele Eltern können, zumal wenn sie selbst übergewichtig sind, dies in der Regel nicht aus eigener Kraft leisten. Sie benötigen Unterstützung vom Kinderarzt, von Psychologen oder Ernährungsfachleuten. Bei schwierigen Fällen bieten nur mehrwöchige „Abspeck“-Kuren eine Chance für einen Erfolg. In verschiedenen Städten Deutschlands wurden in den letzten Jahren ambulante Therapieprogramme entwickelt, die speziell auf übergewichtige Kinder bzw. Jugendliche und ihre Familien zugeschnitten sind.Dazu zählen:
- Powerkids (Koffer mit Hilfsmitteln zum Trainieren eines gesunden Essverhaltens für die ganze Familie, www.powerkids.de)
- FITOC (Freiburg Intervention Trial for Obese Children): ambulantes Programm für übergewichtige Kinder von 8-11 Jahren, entwickelt von der Abteilung für Rehabilitative und Präventive Sportmedizin an der Medizinischen Universitätsklinik Freiburg, www.fitoc.de
- SlimKids2000: Ernährungs-Beratungs-Programm für die ganze Familie, (www.ernaehrungs-beratungs-service.de/page/slimkids_start
- „Kombinierte DAK-Adipositasbehandlung für Kinder und Jugendliche“(nur für DAK-Mitglieder, www.dak.de/content/dakinnovation/
Übergewicht in Schwangerschaft und Stillzeit
Nicht „für Zwei“ essen!
Übergewicht in Schwangerschaft und Stillzeit entsteht häufig durch die Vorstellung, in dieser Zeit „für Zwei“ essen zu müssen. Der Energiebedarf ist jedoch in diesen Zeiten nur geringfügig erhöht.
- In den ersten drei Schwangerschaftsmonaten (1.Trimenon) besteht kein erhöhter Energiebedarf, ab dem 4. Monat erhöht er sich um 200 bis 300 kcal täglich.
- In der Stillzeit erhöht sich der Energiebedarf in den ersten 3 Monaten um 500-700 kcal , ab dem 4. Monat (wenn weiter voll gestillt wird) um 500, ansonsten um ca. 300 kcal täglich.
Diäten und Abmagerungskuren sind in Schwangerschaft und Stillzeit tabu. Die Gewichtszunahme in der Schwangerschaft sollte möglichst stetig verlaufen. „Gewichts-Sprünge“ können darauf hindeuten, dass sich zuviel Wasser ins Gewebe eingelagert hat (Ödembildung). In diesem Fall muss der Arzt oder die Hebamme um Rat gefragt werden.Wenn in der Stillzeit weniger Energie als benötigt aufgenommen wird, greift der Körper die Energiereserven im Fettgewebe an. Dadurch werden auch die im Fettgewebe gespeicherten Schadstoffe frei und an das Kind weitergeben.
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