Brustkrebs - Mammakarzinom - Diagnose

Brustkrebs entsteht immer in der Brustdrüse. Die genaue Bezeichnung der Erkrankung richtet sich nach dem Zelltyp. Hier finden Sie alles zum Thema.


Diagnose

Vor der endgültigen Diagnose stehen eine Reihe von Untersuchungen. In den meisten Fällen kann man ohne Operation durch die Kombination mehrere Untersuchungsmethoden mit Sicherheit bestimmen, ob ein Knoten gut- oder bösartig ist.

Nach Brustkrebs kann man mit bloßen Händen, aber auch mit großem technischem Aufwand oder gar Operationen suchen. Ob man eine vermutlich gesunde Frau untersucht oder eine vermutete Diagnose absichern will ist für die Wahl des Verfahrens mit entscheidend.

Durch die Kombination von Tastbefund, Bild gebenden Verfahren und Probeentnahme ohne Operation kann man die Diagnose in den allermeisten Fällen mit Sicherheit stellen. Nur jede vierte Gewebeprobe, die zur Zeit in Deutschland bei einer Operation entnommen wird, ist auch tatsächlich bösartig. Viele Diagnose-Operationen mit gutartigem Ergebnis können durch gezielte Kombination von bildgebenden Verfahren und Biopsie vermieden werden.

Tastuntersuchung der Brust

Die jährliche Tastuntersuchung durch den Arzt ist einfach und nicht belastend für die Patientin. Die Chance, einen Brustkrebs früh zu erkennen, ist aber eher gering. Umso wichtiger ist die monatliche Selbstuntersuchung.

Tastuntersuchung durch den Arzt

Ab dem 30. Lebensjahr hat eine gesetzlich Krankenversicherte jedes Jahr Anspruch auf eine klinische Untersuchung zur Früherkennung von Brustkrebs. Dabei tastet der Arzt die Brüste und die Achselhöhlen ab und sucht nach Knoten (Tumoren). Er achtet auch auf Größe und Form der Brüste, sowie auf Veränderungen an Haut und Brustwarze.

Je nach Größe der Brüste sowie Erfahrung des Untersuchers sind aber erst Tumore ab einer Größe von eineinhalb bis zwei Zentimeter tastbar. Etwa 15 bis 30 Prozent der auftretenden Brustkrebsfälle werden allein durch den Arzt entdeckt. Erscheint dem Arzt der Tastbefund auffällig, so wird er weitere Untersuchungen veranlassen.

Selbstuntersuchung

Obwohl Knoten erst ab einer Größe von eineinhalb bis zwei Zentimetern eindeutig tastbar sind, ist die Selbstuntersuchung die wichtigste Methode, um Brustkrebs zu erkennen. In 60 bis 70 Prozent aller Fälle bemerkt zuerst die Patientin selbst erste Krankheitszeichen. Aber viele Frauen zögern dann einen Arztbesuch noch Wochen bis Monate hinaus. Sie verlieren so wertvolle Zeit. Je früher der Brustkrebs entdeckt wird, desto besser sind die Aussichten auf eine erfolgreiche, heilende Behandlung. Falls Sie bei der Selbstuntersuchung etwas Verdächtiges bemerken, sollten Sie deshalb bald Ihren Arzt aufsuchen. Er wird nach weiteren Untersuchungen meistens Entwarnung geben.

Bildgebende Verfahren zur Brustuntersuchung

Mammographie und Mammasonographie sind die wichtigsten bildgebenden Verfahren. Sie werden als erster Schritt zur weiteren Untersuchung von tastbaren Knoten eingesetzt. Eine sichere Diagnose kann man mit ihrer Hilfe aber nicht stellen.

Wenn ein auffälliger Tastbefund abgeklärt wird, sind die bildgebenden Verfahren der erste Schritt. Außerdem dienen sie auch zur Früherkennung, wenn zwar keine Knoten tastbar sind, aber ein erhöhtes Brustkrebsrisiko besteht. Denn sie können auch solche Veränderungen des Brustgewebes zeigen, die nicht tastbar sind. Sie weisen aber nur mit mehr oder weniger großer Sicherheit darauf hin, ob die Veränderungen gut- oder bösartig sind. Den endgültigen Beweis muss immer eine Gewebeprobe liefern.

Mammographie

Bei der Röntgenaufnahme der Brust werden zwei Bilder aufgenommen - von oben und von seitlich schräg oben. Dazu drücken zwei Plexiglasscheiben die Brust zusammen. Viele Frauen empfinden das als unangenehm.

Die Mammographie ist vor allem für ältere Frauen ab etwa 50 Jahren geeignet. Jüngere Frauen haben dichteres Brustgewebe. Deshalb ist bei ihnen die Möglichkeit, mit der Mammographie einen bösartigen Tumor zu entdecken, eingeschränkt. Das Brustgewebe in jüngeren Jahren ist zudem empfindlicher gegen Strahlen.

Mammographische Befunde werden relativ oft fälschlicherweise als bösartig eingestuft. Und die Qualität der Untersuchung ist stark vom Röntgeninstitut abhängig.

Mammasonographie

Die Ultraschalluntersuchung liefert ein Schnittbild durch die Brust. Bei gezielter Fragestellung aufgrund eines auffälligen Tastbefunds oder einer verdächtigen Mammographie ist die Aussagekraft dieser Methode hoch. Je nach Untersucher schwankt die Qualität allerdings stark. Wegen des hohen Zeitaufwands eignet sich das Verfahren auch nicht als Suchmethode bei vermutlich gesunden Frauen.

Die Mammasonographie gilt als Ergänzung zur Röntgenuntersuchung. Bei jungen Frauen ist sie auch als einzige Untersuchung geeignet, da sie dann oft mehr aussagt als die Mammographie. Zudem bringt sie keine Strahlenbelastung mit sich.

MRT (Magnetresonanztomographie)

Dieses Verfahren wird auch Kernspintomographie genannt. Die Patientin legt sich bäuchlings auf eine spezielle Liege, die dann in eine "Röhre" gefahren wird . In der Untersuchungsröhre wird ein hohes Magnetfeld erzeugt, das Radiowellen aussendet. Die Wellen werden von den Wasserstoffatomen im Körper "abgelenkt" und an eine "Antenne" zurückgesendet. Die Änderungen werden errechnet und so verarbeitet, das Bilder entstehen, die Röntgenbildern ähneln.

Das MRT ist besonders geeignet, um Weichteile - dazu gehört das Fett-, Binde- und Drüsengewebe der Brust - mit großer Schärfe darzustellen. Für die Brustkrebserkennung hat diese Untersuchung aber den Nachteil, dass sich gutartige und bösartige Veränderungen nicht immer unterscheiden lassen. Deshalb wird das MRT vor allem als Zusatzverfahren verwendet, wenn:

  • Patientinnen mit Implantaten untersucht werden sollen,

  • der Brustkrebsverlauf während einer Therapie (zum Beispiel Chemo) kontrolliert werden soll,

  • bei bekanntem Brustkrebs ausgeschlossen werden soll, dass weitere Herde vorliegen,

  • an der Narbe einer voroperierten Brust zwischen ungefährlichem Narbengewebe und einem erneuten Auftreten von Karzinomgewebe unterschieden werden soll.

Die Diagnose stellt erst der Pathologe bei der Untersuchung des veränderten Gewebes.


Quelle: Springer Medizin
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