Herzinfarkt - Myokardinfarkt - Diagnose

Beim Herzinfarkt wird die Versorgung des Herzmuskels über die Herzkranzgefäße (Koronargefäße) unterbrochen. Hier finden Sie alles zum Thema.


Diagnose

Neben der Erhebung der Krankengeschichte und der körperlichen Untersuchung sind folgende Untersuchungen wegweisend:

EKG zur Überwachung der Krise:Das Elektrokardiogramm (EKG) zeichnet die elektrische Erregung des Herzens auf. Seine Achse nimmt den Verlauf einer gedachten Linie vom rechten Ohr in Richtung des linken, nach vorne schreitenden Fußes. Aus diesem Grund erhält das von mehreren Elektroden aufgenommene Signal ebenfalls eine Ausrichtung, die auf einem Papier oder Computer eine spezielle Kurve erfährt. Das Zusammenwirken von Daten mehrerer Ableit-Elektroden schließlich lässt das Bild der elektrischen Arbeitsweise des Herzens entstehen. Dafür existieren feste Richtlinien. Jede Abweichung von der Norm ist auffällig. Der Arzt kann durch die Analyse der EGK-Ableitungen eine Störung oder Anomalie diagnostizieren und ggf. die erforderliche Therapie einleiten.

Labortests als Gradmesser des Infarkts:Wenn Körperzellen zerstört werden, setzen sie ihre Inhaltsstoffe frei. Mittlerweile kennt die Medizin zahlreiche chemische Verbindungen, die nur in den Zellen bestimmter Organe gespeichert werden. Dazu zählen vor allem organspezifische Enzyme. Auch das Herzmuskelgewebe (Myokard) verfügt über solche "Marker"-Enzyme, die bei einem Untergang von Herzmuskelzellen freigesetzt werden und im Blut nachgewiesen werden können.

So kommt es bei einem Infarkt mit Zelltod bereits wenige Stunden nach dem Ereignis zu einer Erhöhung des Enzyms Creatinin-Kinase (CK) vom Typ Herzmuskel. Die genaue Bezeichnung für dieses Enzym lautet CK-MB. Das Maximum erreicht der Enzym-Anstieg bereits nach 12-14 Stunden, dann sinkt er wieder ab. Die Verlaufskontrolle ist wichtig, auch um einen erneuten Anstieg (erneuter Infarkt) frühzeitig zu erkennen.

Noch früher (bereits 3 Stunden nach Infarkt) beginnt der Anstieg von Troponin I und T. Dies sind zwei Eiweiße, die ebenfalls spezifisch den Untergang von Herzmuskelgewebe anzeigen und im Blut des Betroffenen nachgewiesen werden können.


Quelle: Springer Medizin
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