Krampfadern - Varizen - Diagnose

Der Begriff der Krampfader stammt aus dem mittelhochdeutschen "Krumb-Ader" (krumme Ader). Hier finden Sie mehr zum Thema.


Diagnose

Zur Untersuchung von Krampfadern stehen dem Arzt nicht invasive (nicht eindringende) und invasive (eindringende) Verfahren zur Verfügung.

Nicht invasive Verfahren

Unter nicht invasiven Untersuchungsverfahren versteht man solche, die für den Patienten nicht belastend und schmerzlos sind. Folgende apparative Verfahren zur Venenuntersuchung stehen hier zur Verfügung:

Gefäßultraschallmethoden (Dopplersonographie, Duplexsonographie)

Mittels Ultraschall lassen sich Venen bildlich darstellen (B-Bild-Methode), oder es kann hiermit die Blutströmung gemessen werden (Dopplersonographie). Geräte, die die B-Bild-Darstellung sowie die Blutströmungsmessung (Dopplersonographie) mittels Ultraschall in sich vereinigen, nennt man Duplexsonographie-Geräte. Im Gefäßultraschall können sowohl erweiterte Venen als auch schlussunfähige Venenklappen aufgespürt und dargestellt werden.

Lichtreflexrheographie (LRR)

Ein Lichtreflexrheographie-Gerät besteht aus einem Grafikschreiber und einer Sonde, die mit drei Infrarotlichtquellen und einem Fotosender ausgestattet ist. Der Fotosensor wird am sitzenden Patienten mithilfe eines Kleberings an der Unterschenkelinnenseite angebracht. Nach Befestigung der Sonde erfolgt innerhalb von zehn Sekunden nach Metronom-Takt die Durchführung von acht Anhebungen des Fußes. Hierdurch wird die Wadenmuskelpumpe aktiviert, so dass es zu einer Entleerung der kleinen Hautvenen im Unterschenkel während dieser Übung kommt. Die verminderte Blutfüllung in den kleinen Hautvenen geht mit einer erhöhten Reflexion der von der Sonde ausgesendeten Infrarotstrahlen einher. Nach Abschluss der Übung kommt es zu einer Wiederauffüllung der kleinen Hautvenen, erkennbar an der erneuten Änderung der Reflexionseigenschaft der Infrarotstrahlen. Die Änderungen der Reflexionseigenschaften werden grafisch registriert. Auf diese Weise lässt sich die Funktion der Venenklappen beurteilen. Normalerweise sollte die Zeit zwischen dem Kurvenmaximum (mit Abschluss der Belastung) und dem Kurvenminimum (in Ruhestellung nach Belastung) - die so genannte Wiederauffüllzeit - mehr als 25 Sekunden betragen.

Venenverschlussplethysmographie

Mit diesem Messverfahren werden Volumenänderungen in bestimmten Gliedmaßenabschnitten mittels Messmanschetten bestimmt. Bei der venenverschlussplethysmographischen Untersuchung befindet sich der Patient in flacher Rückenlage, wobei der Kopf durch eine Nackenstütze angehoben und das Bein leicht gebeugt ist. Eine Etage oberhalb des Gliedmaßenabschnitts, dessen Volumenänderungen gemessen werden sollen, werden seitengleich und symmetrisch Blutdruckmanschetten angebracht. Unterhalb hiervon befinden sich Sensoren, die die Volumenzu- oder -abnahme der Extremitätenabschnitte bei Luftaufpumpen oder Luftablassen der Messmanschetten messen. Auf diese Weisen können Strombahnhindernisse in Venen aufgespürt werden.

Invasive Verfahren

Apparative Verfahren zur Untersuchung von Venen, die für den Patienten mit einer gewissen Belastung verbunden sind:

Röntgenkontrastmitteldarstellung von Venen (Phlebographie)

Bei der Röntgenkontrastmitteldarstellung von Venen wird mit einer kleinen Kanüle eine oberflächliche Vene am Fußrücken punktiert und Röntgenkontrastmittel über die Kanüle in die Vene gespritzt. Damit das Röntgenkontrastmittel in die tiefen Venen gelangt, erfolgt zuvor die Abführung oberflächlicher Venen, die oberhalb des Knöchels gelegen sind, mithilfe eines Stauschlauches. Mit einem Röntgengerät verfolgt der Arzt den Abfluss des Röntgenkontrastmittels beim Patienten, der auf dem Röntgentisch liegt. Auf diese Weise lassen sich Abflusshindernisse (Thrombosen) in den tiefen Venen darstellen. Indem der Patient die Bauchpresse betätigt, gelingt der Nachweis von Venenklappenschwächen mittels Phlebographie.

Blutige Venendruckmessung (Phlebodynamometrie)

Nach Punktion einer oberflächlichen Fußrückenvene wird am Patienten der Venendruck im Stehen und nach Betätigung der Wadenmuskelpumpe (durch 20 Zehenstände, die in 40 Sekunden durchgeführt werden) mittels eines Druckwandlers gemessen und mit einem Schreiber aufgezeichnet. Die Phlebodynamometrie eignet sich zur Messung venöser Abflussstörungen. Normal ist ein Blutdruck der Fußrückenvene im Stehen von 85 bis 95 mmHg und ein Druckabfall während Belastung von mehr als 50 mmHg. Nach Belastung sollte der Ruhedruck innerhalb einer Zeit von 25 Sekunden wieder erreicht werden.

Quelle: Springer Medizin
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