Heuschnupfen - Rhinitis allergica - Diagnose
Diagnose
Besteht der Verdacht auf eine Allergie, so gilt es den Auslöser zu finden und den Zusammenhang zwischen den Beschwerden und dem Allergen zu beweisen. Die genaue Diagnose ist entscheidend für eine wirkungsvolle Allergietherapie.
Die Untersuchungen werden von speziell ausgebildeten Allergologen durchgeführt. Das kann ein in Allergologie weitergebildeter Hausarzt, Hals-Nasen-Ohren-Arzt, Lungen-Facharzt (Pneumologe), Hautfacharzt (Dermatologe) oder Kinderarzt (Pädiater) sein. Daneben gibt es in einigen größeren Kliniken mittlerweile auch Allergie-Ambulanzen.
Die Befragung des Kranken (Anamnese) steht im Mittelpunkt. Wesentliche Informationen sind dabei: Wo, wann und unter welchen Umständen treten Beschwerden auf? Weiterführende Hinweise ergeben sich oft durch Fragen nach beruflichen oder Umgebungsfaktoren, Haustierhaltung sowie durch die Familien-Krankengeschichte. Je gründlicher die Krankengeschichte recherchiert wird, um so exakter kann die Therapie erfolgen und um so besser sind die Heilungschancen. Im Rahmen der körperlichen Untersuchung erfolgt auch eine sorgfältige Untersuchung der Nase. Danach werden spezielle Untersuchungen durchgeführt, denen allen gemeinsam ist, dass mit den vermuteten Allergenen getestet wird, um herauszufinden, welches die Allergie auslöst.
Hauttests sind die wichtigsten Untersuchungen
- Pricktest (Stech-Test): Er ist der wichtigste Hauttest. Dabei werden wässrige Allergenextrakte direkt auf die Haut geträufelt und dann mit einer kleinen Lanzette angeritzt. An der Reaktion kann der Arzt ablesen, ob und welche Substanz eine allergische Reaktion auslöst. In der Regel bilden sich Quaddeln (juckende, gerötete, erhabene Hautveränderungen) binnen Minuten um die Teststellen, wenn eine Allergie besteht.
- Epikutantest (Auf-der-Haut-Test): Bei diesem Allergietest wird die Testsubstanz mittels eines Läppchens auf der Haut, meist am Rücken, fixiert. Nach jeweils 48 und 72 Stunden werden die Reaktionen abgelesen. Der Epikutantest eignet sich vor allem bei Kontaktekzemen (allergischen Hauterkrankungen, die durch direkten Kontakt mit einem Allergen ausgelöst werden).
- Reibetest: Beim Reibetest wird an der Unterseite des Unterarms mit dem Allergie auslösenden Stoff selbst, zum Beispiel Tierhaare, Früchte, zehnmal kräftig gerieben. Besteht eine Sensibilisierung auf das betreffende Allergen, zeigt sich nach wenigen Minuten eine Hautreaktion.
- Scratch-Test (Ritz-Test): Hier wird die Haut an der Teststelle oberflächlich eingeritzt und das verdächtigte Allergie auslösende Material nachträglich aufgetragen.
- Intrakutantest (In-der-Haut-Test): Bei diesem Verfahren werden Allergenverdünnungen in die Haut gespritzt, so dass sich eine Quaddel bildet. Je nach Allergen kann es nach zwanzig Minuten, acht Stunden oder zwei Tagen zu einer allergischen Reaktion kommen.
Zu beachten ist, dass bei Hauttests Komplikationen auftreten können, angefangen von einer heftigen lokalen allergischen Reaktion bis hin zum lebensbedrohlichen Schock.
Provokationstests sind risikoreicher
Neben den Hauttests kommen in bestimmten Fällen Provokationstests zum Einsatz. Dabei wird das Allergen entweder direkt auf die Nasenschleimhaut oder Bindehaut der Augen aufgebracht oder beim bronchialen Provokationstest eingeatmet. Positive Provokationsteste sind zwar beweisend für Allergien durch das geprüfte Allergen, aber sie bergen ein höheres gesundheitliches Risiko und müssen immer unter Notfallbereitschaft, am besten in der Klinik, durchgeführt werden. Es bedarf einer sorgfältigen Abwägung von Nutzen und Risiko vor der Durchführung von Provokationstests, das heißt, sie sollten nur dann durchgeführt werden, wenn sich daraus für den Patienten eine Konsequenz ableiten lässt, wie zum Beispiel eine wirksamere Behandlung.
Auch Bluttests stehen zu Verfügung
Bluttests sind schonender als Hauttests, die von Patienten oft als unangenehm empfunden werden. Dabei entnimmt der Arzt zuerst etwas Blut aus der Vene. Im Labor werden dann allergiespezifische Antikörper bestimmt. Die gebräuchlichen Bluttests sind der empfindlichere RAST-Test (Radio-Allergo-Sorbens-Test) und der weniger empfindlich reagierende RIST-Test (Radio-Immuno-Sorbens-Test). Beide basieren auf dem Wissen, dass bei einer Allergie übermäßig viele Immunoglobuline des Typs E (IgE) im Blut kreisen und diese IgE-Antikörper können mit den Tests bestimmt werden. Gegen welche Allergene der Körper seine Antikörperbastionen aufgefahren hat, kann nur mit dem sehr aufwendigen RAST nachgewiesen werden. Das verdächtige Allergen (zum Beispiel Birkenpollen) ist dabei auf einem Filterpapier gebunden, und wenn die Blutprobe Antikörper gegen Birkenpollen enthält, werden diese Antikörper ebenfalls an das Filterpapier binden, was zu einer nachweisbaren chemischen Reaktion auf dem Filterpapier führt. Mit dem RIST dagegen lässt sich nur die Gesamtmenge der IgE-Antikörper bestimmen.
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