Blasenentzündung - Zystitis - Diagnose
Diagnose
Ausgangspunkt für alle nachfolgenden Untersuchungen ist zunächst die Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese) durch den Hausarzt, Gynäkologen, Kinderarzt oder Urologen. Er fragt nach den derzeitigen Beschwerden, vorausgegangenen Erkrankungen und Operationen sowie eingenommenen Medikamenten.
Daraufhin tastet er den Bauch ab um festzustellen, ob möglicherweise ein Druckschmerz in der Blasenregion oder ein Klopfschmerz in der Nierenregion vorliegt.
Urinuntersuchung
Zur Unterstützung der Verdachtsdiagnose bei typischen Beschwerden wird der Urin untersucht.
Benötigt wird der Mittelstrahlurin: Dazu sollte man zuerst den Schambereich mit Wasser und Toilettenpapier reinigen. Anschließend muss man ein wenig Harn in die Toilette lassen, die folgenden mittleren 20 bis 40 Milliliter Urin in einem Gefäß auffangen und kann dann den restlichen Harn in die Toilette entleeren.
Es ist deshalb wichtig Mittelurin zu sammeln, da spontan gelassener Urin oft Verunreinigungen von Keimen aus der Harnröhre oder der Scheide enthält.
Nach der Uringewinnung wird der Urin beim Arzt mittels Streifen-Schnelltests (Urinstix) innerhalb von Minuten untersucht. Es handelt sich hierbei um fingerlange Teststreifen, auf deren Testfeldern trockene chemische Substanzen aufgebracht sind, die mit dem Urin reagieren und sich je nach Urinbefund verfärben. Die Testfelder für weiße Blutkörperchen, Eiweiß, Blut, Glukose, Nitrit et cetera erlauben eine rasche orientierende Diagnostik auf eine große Zahl von Erkrankungen. Bei Harnwegsinfekten lassen sich bestimmte Stoffwechselprodukte der Bakterien, sogenannte Nitrite, nachweisen.
Mit diesen Schnelltests kann man nur feststellen, ob eine bakterielle Blasenentzündung vorliegt oder nicht. Wie viele Keime insgesamt vorhanden sind lässt sich nur grob abschätzen, welcher Keim die Entzündung verursacht hat, lässt sich nicht sagen. Nachteilig ist auch, dass 30 Prozent der Ergebnisse falsch negativ sind!
Labor
Alternativ zum Streifen-Schnelltest kann im Labor das Urinsediment, also alle festen Bestandteile des Urins, unter dem Mikroskop ausgewertet werden.
Bei einer Blasenentzündung zeigen sich im Mikroskop vermehrt weiße Blutkörperchen, das sind Abwehrzellen, die eingedrungene Bakterien bekämpfen und auffressen. Daneben sind rote Blutkörperchen und im Falle einer bakteriellen Blasenentzündung, auch viele Bakterien unter dem Mikroskop sichtbar.
Bei Schwangeren, älteren Menschen, Kindern, immungeschwächten Patienten und Diabetikern wird im Labor immer eine spezielle Urinkultur angelegt. Nach ein bis zwei Tagen kann der Arzt feststellen, wie viele Keime vorhanden sind und um welchen Erreger es sich handelt. Im Labor wird auch eine Austestung der Wirksamkeit verschiedener Antibiotika vorgenommen (Resistenztest, Antibiogramm). So ist dann eine gezielte antibiotische Therapie möglich, was bei Risikopatienten oder Patienten mit wiederholten Infektionen wichtig ist, da hier häufig auch andere Keime als Escherichia coli gefunden werden.
Untersuchung beim Mann
Da Blasenentzündungen beim Mann selten sind, muss der Arzt abklären, ob eine Abflussstörung, zum Beispiel durch eine Vergrößerung der Vorsteherdrüse (Prostata), vorliegt. Sie ist die häufigste Ursache einer Harnwegsentzündung.
Untersuchung bei Kindern
Wenn Kinder im Vorschulalter wiederholt an Harnwegsinfekten erkranken, sollten sie in jedem Fall von einem Urologen untersucht werden, um festzustellen, ob anatomische Anomalien vorhanden sind, die gegebenenfalls operativ behoben werden können.
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